Tageskommentar Rohstoffe: Frontmonat für Weizen wechselt an der Matif

An der Matif ist der Mai seit heute der neue Frontmonat für Weizen. Der ausgelaufene Märzkontrakt notierte schwächer. In Chicago profitierte Weizen von Shortabdeckungen mit Kursgewinnen. Die Maiskurse zogen mit Spekulationen über chinesische Maiskäufe deutlicher an. Der Sojakomplex legte eine Atempause ein und notierte geringfügig schwächer. Raps knüpfte in Paris dagegen an die Aufwärtsbewegung der Vortage an. Rohöl gab leicht nach.
 
Weizen: An seinem letzten Handelstag ging es für den März-Kontrakt etwas turbulent zu. Die Kurse bewegten sich zeitweise mehr als 6 €/t im roten Bereich. Zum Abschied stand ein Minus von 2,50 €/t und ein Schlusskurs von 217 €/t für März an der Anzeigetafel. Der neue Frontmonat Mai führte sich gut ein und notierte 2,75 €/t fester. Die zuletzt größere Preisdifferenz zwischen den vorderen Terminen hat sich auf 6 €/t abgebaut. Von der vorangegangenen Schlussrallye für den März konnten auch die Folgetermine profitieren.
 
In Chicago brachten Shortabdeckungen die Weizenpreise nach oben und ließen sie mit etwas größeren Kursgewinnen schließen. Auch die festeren Maisnotierungen und die hohen wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 860.000 t Weizen wirken sich positiv auf die Kurse aus. Günstiges Wachstumswetter für die US-Winterweizenbestände und gute Aussaatbedingungen für den Sommerweizen in den USA könnten kurzfristig für unterschwelligen Preisdruck sorgen.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen lebten erneut von Spekulationen über chinesische Maiskäufe und legten für den vorderen Terminen fast 7 US-$/t zu. Die Fondsgesellschaften waren auf der Verkäuferseite und hoffen auf die Bestätigung eines größeren Maiskaufs Chinas in den USA. Auch festere Kassapreise und Tauschhandel von Mais gegen Sojabohnen hielten die Kurse auf Trab. Hinzu kamen die recht guten wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 919.500 t. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht in seiner jüngsten Anlageprognose für die Maisfutures ein größeres Potenzial nach oben als für Sojabohnen.
 
Nach den Einschätzungen der Analysten deutet vieles darauf hin, dass sich China künftig noch stärker als Nettoimporteur an den Maismärkten engagieren wird. Die chinesische Maisbilanz gilt als weitaus enger, als sie in offiziellen Statistiken dargestellt wird. Größere Maiseinfuhren Chinas sollen nur noch eine Frage der Zeit sein, vermuten viele Analysten. Das USDA geht in seinem jüngsten Report von Maiseinfuhren Chinas in Höhe von 4 Mio. t für diese Kampagne aus.

An der Matif blieb das Umsatzvolumen wie an den Vortagen bei kleineren Kursgewinnen äußerst mager.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex gönnte sich eine Verschnaufpause und notierte geringfügig schwächer. Technische Verkäufe in einem überkauften Markt und etwas schwächere Pflanzenölnotierungen drückten auf die Kurse. Nach Ansicht von Goldman Sachs hat der Sojabohnenanbau in den USA nach dem rasanten Preisanstieg der Vormonate erheblich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Die Bank rechnet damit, dass die US-Farmer den Sojabohnenanbau entgegen den Prognosen ausdehnen werden. Dies könnte das Potenzial für eine weitere Rallye einschränken, vermutet die Investmentbank.
 
Raps: Raps kümmerte sich wenig um den Sojakomplex und um‘s Rohöl und setzte seinen Kursanstieg stetig fort. Für Mai kratzten die Notierungen bereits wieder an der Marke von 470 €/t. Die Tendenz bleibt fest, kurzfristige Gewinnmitnahmen lassen sich aber nicht ausschließen.
 
Rohöl: Bei Rohöl dürften Gewinnmitnahmen den jüngsten Preisanstieg etwas abgebremst haben. Die Notierungen gaben leicht nach. Ein etwas festerer US-Dollarkurs und schwächere Konjunkturdaten aus China drückten auf die Kurse. Die spekulativen Finanzanleger haben in der Vorwoche erstmals seit fünf Wochen ihre long-Positionen reduziert und Gewinne realisiert. (St)
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