Tageskommentar Rohstoffe: Für Matif-Weizen fehlen neue Impulse

An der Matif bewegt sich bei Weizen recht wenig. Die Notierungen halten sich in einem Seitwärtskorridor. In Chicago zogen die Weizenkurse mit lebhaften Exportverladungen an. Mais und Sojabohnen profitierten von Spekulationen auf Wettermärkte in Südamerika. Die Kurse zogen leicht an. Raps legte für den Frontmonat weiter zu und hat die schon erhebliche Preisdifferenz zum Maitermin noch vergrößert. Rohöl notierte fester.
 
Weizen: Die Weizennotierungen der Matif bewegen sich weiterhin seitwärts. Trotz der kleinen Schwankungen hat sich seit Jahresbeginn kaum etwas getan und es fehlen neue Impulse. Am Vortag notierte der Matifweizen mehr oder weniger behauptet, aber mit einem leicht schwächeren Unterton. Die kommenden südamerikanischen Mais- und Sojabohnenernten scheinen auch die Aktivitäten bei den europäischen Weizenfutures  negativ zu beeinflussen. Das Kontraktvolumen an der Matif hat in den Vorwochen deutlich an Umfang verloren.
 
In Chicago konnten sich die Weizenfutures mit den neu erwachten Exporthoffnungen der USA leicht befestigen. Die Verladungen für den Export sind in Gang gekommen, denn die wöchentlichen US-Exportanmeldungen stiegen mit rund 607.000 t auf den höchsten Stand seit vielen Wochen. Unterschwellig werden die Chicagoer Notierungen durch die Trockenheit in den US-Plains gestützt. In den westlichen Teilen des US-Weizengürtels haben kleinere Regenfälle und etwas Schnee die Wasserversorgung der Böden nicht nennenswert verbessern können. In den meisten Winterweizengebieten ist es unverändert trocken.
 
Mais: Die Chicagoer Maiskurse profitierten von Spekulation über Wettermärkte in Argentinien. Die Niederschläge in Argentinien sind anscheinend nicht so kräftig ausgefallen, wie erwartet. Für eine Überraschung sorgen die wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 536.000 t. Sie trugen ebenfalls zu den festeren Tageskursen für Mais bei. Die Chicagoer Maisfutures bieten weiterhin die größte Spekulationsmasse für Anleger und die offenen Positionen steigen weiter stetig an. Seit der Veröffentlichung des USDA Reports am 11. Januar hat sich das Spekulationspotenzial um 45.000 Maiskontrakte erhöht.
In Paris notierte Mais bei mageren Umsätzen geringfügig fester.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex begab sich wieder unter den Schirm möglicher Wettermärkte in Argentinien und zollte den Aussichten auf Regenfälle in Argentinien wenig Vertrauen. Die Wettermärkte bleiben erst einmal Lieblingsthema der Fonds und der Chicagoer Börsenhändler, auch wenn sie noch wenig Konkretes hergeben. Analysten in Brasilien haben zum Wochenanfang die Aussichten für die brasilianische Sojabohnenernte sogar auf 84,7 Mio. t nach oben korrigiert. Nach einer Reuters-Umfrage erwarten Analysten zum Jahresende einen Rückgang der Sojabohnenpreise um 17 Prozent, denn die globalen Sojabohnen-Endbestände könnten sich mit großen südamerikanischen Ernten deutlich erholen.
 
Raps: Der Rapshandel an der Matif läuft derzeit zweigleisig. Der Februar konnte mehr als 4 €/t zulegen. Der Mai beendete die Sitzung mit einer Nullnummer. Durch die differenzierte Entwicklung hat sich der Spread zwischen diesen beiden Monaten auf fast 24 €/t ausgebaut. Es bleibt die spannende Frage, in wieweit sich die Preisdifferenz bis zum Auslaufen des Februarkontraktes am Donnerstag abbauen kann. Die Aktivitäten beschränken sich in erster Linie auf Glattstellungen für den Frontmonat, doch es finden auch  Kontraktverschiebungen in den Mai hinein statt. Vom Kassamarkt kommen zurzeit keine Anregungen.  
Winnipeg verbuchte für Canola Raps erneut kleinere Kursgewinne.
 
Rohöl: Rohöl zog nach positiven US-Konjunkturdaten weiter an. Die Notierungen schleichen sich stetig nach oben.  An der New Yorker Nymex haben die WTI-Kurse den Höchststand seit vier Monaten erreicht. Die Commerzbank macht Konjunkturoptimismus und eine allgemeine Stimmungsaufhellung für den Anstieg der Rohölpreise verantwortlich. Brent Crude Öl notierte nach Kursgewinnen bei 133,50 US-$/Barrel. Die Nordseeöl-Notierungen wurden zusätzlich durch die Unruhen in Ägypten unterstützt. Dort hat die Regierung den Ausnahmezustand über drei große Städte in der Suez-Region verhängt. (St)
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