Tageskommentar Rohstoffe: Gegenreaktionen lassen Ölsaaten- und Getreidenotierungen etwas ansteigen


Die Stimmung an den Terminmärkten war nach den schwachen Vortagen etwas freundlicher. Vor allem der Sojakomplex legte deutlicher zu und zog auch die Chicagoer Mais- und Weizennotierungen mit nach oben. Fundamentale Einflüsse lassen sich keine ausmachen. An der Matif profitierte Raps am meisten von den festeren Vorgaben aus Übersee. Aber auch Weizen und Mais schlossen etwas fester. Die Umsätze in Paris waren aufgrund des Feiertags in Frankreich nur unterdurchschnittlich. Rohöl bewegt sich stramm nach oben.
 
Weizen: In einer Gegenreaktion auf die deutlicheren Verluste der Vortage notierte Weizen in Chicago etwas fester. Höhere Maisnotierungen gaben den Anstoß, neue fundamentale Erkenntnisse fehlen.
An der Matif konnten sich die Weizenkurse mit einem leichten Plus gut behaupten.
Die Getreideernte in Russland ist knapp zur Hälfte abgeschlossen. Die Erträge liegen nach offiziellen Aussagen 29 Prozent unter denen des Vorjahres.
 
Mais: Bei Mais sollen sich kleinere Shortabdeckungen und positive Zahlen aus der US-Ethanol-Wirtschaft positiv in den Notierungen niedergeschlagen haben. Die Maiskurse in Chicago zogen knapp 6 US-$/t an. Zusätzliche Anregungen erhielten sie von den festeren Sojabohnennotierungen.
An der Matif machte sich der französische Feiertag in einem äußersten dürftigen Handelsvolumen von gerade einmal 137 Kontrakten bemerkbar. Die Kurse zogen etwas an.
 
Sojakomplex: Die festeren Kassapreise durch lebhafte Exportverladungen und die höheren US-Verarbeitungszahlen für Sojabohnen ließen das Stimmungsbarometer an der Chicagoer Börse nach oben ausschlagen. Die Bohne notierte über 13 US-$/t im Plus, die Schrotkurse zogen fast 16 US-$/t an. Unterschwellig kamen aber auch wieder bullische Einschätzungen zum Zuge, nach denen die Regenfälle möglicherweise doch etwas zu spät für die US-Bohnenbestände gekommen sein könnten. Die weiteren Wetteraussichten im Mittleren Westen mit etwas kühleren Temperaturen und Regen liefern allerdings wenig bullische Argumente.
 
Raps: Das Handelsvolumen beim Matif-Raps war aufgrund des Feiertags in Frankreich unterdurchschnittlich. Die Rapskurse zogen mit der Sojarally bis zu 3,75 €/t an.
Nach der Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes wird die deutsche Rapsernte 5 Mio. t erreichen. Dies ist nach den erheblichen Auswinterungsschäden weitaus mehr, als im Vorfeld erwartet wurde. Damit trägt die deutsche Rapsernte zumindest zu einer leichten Entspannung der unverändert engen europäischen Rapsbilanz bei.
Canola-Raps in Winnipeg notierte ebenfalls fester.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen marschieren wieder ungebremst nach oben. Brent Crude Öl legte sogar über 2 US-$/Barrel zu. In den USA sind die wöchentlichen Rohöl-Lagerbestände um 3,7 Mio. t stärker als erwartet gefallen. Brent Crude Öl profitiert vom geringeren Anfall an Nordseeöl im Zuge von Wartungsarbeiten an den Ölplattformen. Risikoprämien durch die zunehmenden Spannungen im Nahen und Mittleren Osten wirken sich ebenfalls preistreibend aus. Hinzukommt das spekulative Element, denn die Anleger wetten weiter auf steigende Preise und spekulieren angeblich auf eine Finanzspritze der US-Notenbank. (St) 
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