Tageskommentar Rohstoffe: Gewinnmitnahmen belasten Maisnotierungen


An den Terminmärkten fehlen neue fundamentale Anregungen. Die Kursentwicklung wird mehr oder weniger durch technische Käufe oder Verkäufe bestimmt. In Chicago wurden die Maisnotierungen von Gewinnmitnahmen belastet und schlossen etwas schwächer. Die die Weizenkurse in Paris und in Chicago konnten sich dagegen behaupten. Der Sojakomplex hält sich trotz der Schwankungen im Aufwärtstrend. Die Rohölnotierungen zogen erneut an.

Weizen: Vor dem Abschluss der europäischen Weizenernte fehlen den Weizenfutures an der Matif neue fundamentale Anregungen. Die Notierungen konnten sich bei einem leichten Plus gut behaupten. Trotz regionaler Probleme bei der Ernte ist die europäische Weizenernte besser ausgefallen, dass im Vorfeld erwartet wurde. In Deutschland sollen schätzungsweise aber noch 5 bis 10 Prozent des Weizens auf dem Halm stehen.
An der Chicagoer Börse notierte der Andienungsmonat September zwar im Minus, die übrigen Termine bewegten sich jedoch im hellgrünen Bereich. Es kam etwas Verkaufsdruck auf, denn in den südlichen US-Plains sind Niederschläge und kühlere Temperaturen angekündigt.
 
Frankreich hat seine Exportverladungen nach Libyen wieder aufgenommen. Man rechnet mit einem kurzfristigen Weizenbedarf Libyens von 75.000 t. Im Vorjahr hatte Frankreich 250.000 t Weizen nach Libyen exportiert. Bei den Weizenexporten am Schwarzen Meer zeichnet sich ein Verladestau ab. Im wichtigsten russischen Exporthafen sollen 40 Züge und damit viermal mehr als üblich auf die Abwicklung warten. Syrien hat einen Tender über 100.000 t Weichweizen eröffnet.
 
Mais: Gewinnmitnahmen haben die Chicagoer Maisnotierungen belastet und zu einem überschaubaren Kursrückgang geführt. Die Fonds waren auf der Verkäuferseite und auch die angekündigten kühleren Temperaturen und leichten Regenfälle im Mittleren Westen drückten auf die Stimmung. Die Maisernte steht in den frühen Gebieten der USA vor der Tür. Die Ukraine rechnet mit einer Rekordernte von 18 bis 20 Mio. t Mais. Syrien hat einen Tender über 500.000 t Futtergerste eröffnet.
An der Matif notierte Mais neutral.

Sojakomplex: Der Sojakomplex lässt keine nennenswerte Schwäche erkennen. In einer wechselhaften Sitzung wurden die Tagesverluste kompensiert und die Sojabohnen schlossen im hellgrünen Bereich. Sojaschrot konnte sich dagegen nicht ganz behaupten. Kleinere Gewinnmitnahmen und überverkaufte Futures drückten zunächst auf die Kurse, bevor die Fonds und spekulative Käufer aktiv wurden. Die Bohne scheint von den Chicagoer Agrarfutures zurzeit das interessanteste Objekt für die Anleger zu sein, denn die offenen Positionen haben sich erneut deutlicher erhöht. China hat im Juli 5,35 Mio. t Sojabohnen importiert. Das waren über 24 Prozent mehr als im Vormonat.
 
Raps: Die festen Ölsaatenmärkte animierten auch die Rapsfutures an der Matif zu Kursgewinnen. Der November schloss 3 €/t fester. Unterstützung gab es zusätzlich durch feste Rohölnotierungen. Bei einem sehr kleinen Rapsangebot an den Kassamärkten verlagert sich ein Großteil der Aktivitäten an die Pariser Börse. Vor allem die Ölmühlen, die auf keinen Nachhaltigkeit-Nachweis angewiesen sind, können sich die Prämien auf die Kassamärkte sparen, wenn sie sich den Matif-Raps zum Ende eines Kontraktmonats andienen lassen.
In Winnipeg bewegten sich die Canola-Kurse ebenfalls etwas nach oben.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen weiter an. Brent Crude Öl bewegt sich bereits wieder um die 115 US-$/Barrel. Die Schlusskurse für WTI-Öl haben sich kaum verändert. Die Stimmung bei den Anlegern zeigt nach oben, denn die mit 5,8 Mio. Barrel erheblich gestiegenen wöchentlichen US-Lagerbestände an Rohöl oder ein festerer US-Dollarkurs konnten die Aufwärtsbewegung allenfalls begrenzen. In die höheren US-Bestände fließen jedoch kurzfristige Ausfälle der Raffinerien im Zuge des Hurrikans Irene mit ein. Libyen rechnet nach eigenen Aussagen damit, dass es innerhalb von Wochen wieder verstärkt Öl fördern wird. Die Opec-Staaten produzieren nach einer Agenturumfrage täglich 30,15 Mio. Barrel Rohöl. Dies ist die höchste Förderquote seit Oktober 2008. (St)
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