Tageskommentar Rohstoffe: Gewinnmitnahmen drücken auf die Börsenkurse

Zum Wochenausklang sorgten Gewinnmitnahmen an den Rohstoffmärkten für Kursverluste. Das gesamte Umfeld der Commodities war schwach. Weizen und Mais gaben in Chicago und an der Matif nach. Nur Sojabohnen konnten sich in neutrales Terrain retten. Auch Raps und Rohöl schlossen im roten Bereich. Heute Morgen stehen vor den Notierungen an der Chicagoer Vorbörse wieder grüne Vorzeichen.
 
Weizen: Die Nachwirkungen des USDA-Reports und die Aussicht auf globale Weizenendbestände in Rekordhöhe belasteten erneut die Chicagoer Kurse. Nach weiteren Anschlussverkäufen gaben die Weizennotierungen in nur zwei Tagen 11 US-$/t nach. Ein etwas festerer US-Dollarkurs belastete zusätzlich. Goldman Sachs rechnet durch das sehr große Weizenangebot mit einer Angleichung der internationalen Futterweizenpreise an die Maisnotierungen.
An der Matif setzte sich die Korrektur der Weizenfutures ebenfalls fort. Das absehbare Ende der Kältewelle mit normalen winterlichen Temperaturen in Europa ließ die Kurse an der Pariser Börse in drei Tagen um 10 €/t abschmelzen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago gaben im Zeichen einer breit-basierten Commodityschwäche, rückläufigen Aktienkursen und charttechnischen Verlusten nach. Auch an der Matif schlossen die Maiskurse etwas schwächer.
Die Ukraine hat in diesem Wirtschaftsjahr bisher 6,9 Mio. t Mais exportiert. Nach Einschätzung von französischen Analysten wird sie aufgrund der Logistik maximal 12,5 Mio. t Mais ausführen können. Das USDA hat in seiner jüngsten Schätzung die Maisexporte aus der Ukraine dagegen auf 14 Mio. t angehoben.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex konnte sich bei Börsenschluss aus dem negativen Umfeld lösen und schloss zumindest für die Bohnen gut behauptet. Bessere Wetteraussichten für die südamerikanischen Sojabohnenernten drücken zunächst auf die Kurse. Allerdings soll es in Südbrasilien weiterhin noch sehr warm und trocken sein. Die offenen Positionen bei den Chicagoer Sojabohnenfutures steigen stetig an.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif reihten sich in den schwachen Reigen mit Kursverlusten von bis zu 3,75 €/t ein. Gewinnmitnahmen und gedrückte Rohölnotierungen sowie technische Korrekturen dürften die Notierungen unter Druck gesetzt haben. In Winnipeg schlossen die Canola-Kurse dagegen gut behauptet.
 
Rohöl: Nach dem strammen Kursanstieg der Vortage korrigierten die Rohölnotierungen nach unten. Gewinnmitnahmen, zurückgenommene Prognosen für die weltweite Rohölnachfrage und schwachen Zahlen der Exportwirtschaft Chinas setzen den Rahmen. Die Opec und  die Internationale Energieagentur IEA haben ihre Schätzungen des Rohölverbrauchs für dieses Jahr nach unten korrigiert. Sie sehen die globale Nachfrage  nur noch zwischen 800.000 und 900.000 Barrel je Tag wachsen. (St)
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