Tageskommentar Rohstoffe: Gewinnmitnahmen drücken auf die Notierungen


Gewinnmitnahmen haben die Terminmärkte zum Wochenanfang belastet. Für Sojabohnen und Schrot kam es zu einer kräftigen Korrektur nach unten, zumal sich die Wetteraussichten im Mittleren Westen etwas günstiger darstellen. Aber auch Weizen und Mais mussten sowohl an der Matif als auch in Chicago deutlichere Notizverluste hinnehmen. Die Rapskurse schlossen ebenfalls schwächer, kamen aber noch vergleichsweise gut davon. Rohöl notierte durchwachsen.
 
Weizen: An der Matif drehten die Weizennotierungen unter den schwachen Vorgaben aus Chicago deutlich ins Minus und schlossen bis zu 6,50 €/t schwächer. Auch leichter Erntedruck durch eine gute französische Weizenernte und Erntefortschritte in Westeuropa drücken etwas auf die Kurse.
In Chicago setzte es erneut deutliche Verluste für die Weizenfutures. In nur zwei Tagen haben die Notierungen über 20 US-$/t nachgegeben. 
Am Vortag wurde die Stimmung durch den Weizenkauf Ägyptens von 120.000 t in Russland getrübt. Russland war mit Discount-Offerten am Markt. So lag der fob-Preis für russischen Weizen 63 US-$/t unter den Offerten fob US-Golf und 34 US-$/t unter den französischen fob-Preisen.
 
In der Schwarzmeerregion haben sich die Aussaatbedingungen für Wintergetreide nach Niederschlägen verbessert. Das französische Beratungsbüro Agritel hat die Schätzung für die Weizenernte in der Ukraine auf 14 Mio. t angehoben und für Russland auf 41,3 Mio. t gesenkt. Beide Schätzungen liegen niedriger als die USDA-Prognose vom vergangenen Freitag.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago gaben nach schwächeren technischen Signalen und Gewinnmitnahmen bis fast 7 US-$/t nach. Die wöchentliche Bonitierung der US-Maisbestände blieb mit einer Anteil von 23 Prozent der Pflanzen in den Klassen gut bis exzellent unverändert. Die meisten Analysten halten die jüngste USDA-Ernteprognose für realistisch. Es gibt aber auch Einschätzungen, die die US-Maisernte unter 270 Mio. t sehen.
An der Matif gaben die Maiskurse bis zu 4,50 €/t nach.
Das französische Beratungsbüro Agritel schätzt die Maisernte in der Ukraine auf 19,5 Mio. t und niedriger als das USDA und die offiziellen Prognosen.
 
Sojakomplex: Beim Sojakomplex schießt sich die Chicagoer Börse wieder auf die Wettermärkte ein. Diesmal allerdings in umgekehrter Richtung, denn die Aussichten für die Sojabohnen scheinen sich in weiten Teilen des Mittleren Westen zu verbessern. Die Bohnennotierungen für November gaben fast 16 US-$/t nach, die Sojaschrotkurse fielen für den Winter 18 US-$/t nach unten. Die Pflanzenbestände haben sich in der Vorwoche leicht erholt und in den Kategorien gut bis exzellent um 1 Prozent verbessern können.
 
Raps: Angesichts der schwachen Sojanotierungen hielt sich Raps an der Matif erstaunlich gut. Der November schloss nur mit einem Minus von 3,75 €/t. Die Handelsaktivitäten waren ruhig. Nach dem lebhaften Handel am vergangenen Freitag haben sich die offenen Positionen weiter erhöht.
Auch in Winnipeg distanzierte sich Canola-Raps etwas vom volatilen Sojakomplex und die Kursverluste hielten sich in Grenzen
 
Rohöl: Brent Crude Öl setzt sich weiter von den WTI-Notierungen ab und schloss im Gegensatz zu diesen fester. Das kleinere Angebot an Nordseeöl und geopolitische Risikoprämien für den Mittleren Osten werden als Gründe angeführt. Die Anleger wetten auf weiter steigende Preise und haben ihre spekulativen netto Long-Positionen ausgebaut. Nach Ansicht der Commerzbank ist der Rohölmarkt nach wie vor überversorgt. Die IEA und die Opec erwarten im kommenden Jahr eine schwächere Nachfragedynamik für Rohöl. (St) 
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