Tageskommentar Rohstoffe: Gewinnmitnahmen drücken kräftig auf Weizennotierungen


Die Weizenterminmärkte standen nach Gewinnmitnahmen und etwas besseren Wetteraussichten unter erheblichem Druck. In Chicago fielen die Kurse deutlich zurück und auch an der Matif gab es fast zweistellige Notizverluste. Die Maiskurse mussten dem schwachen Weizen mit Kursrückgängen Tribut zollen. Der Sojakomplex kam ebenfalls nicht ungeschoren davon, fiel aber nur moderat ins Minus. Die schwächere Tendenz bei Raps hat sich fortgesetzt. Nur die Rohölnotierungen bewegten sich nach oben.
 
Weizen: Leichte Regenfälle in Teilen des US-Weizengürtels und die Aussicht auf weitere Niederschläge haben die Weizenkurse an der Chicagoer Börse massiv unter Druck gesetzt. Die Notizverluste von etwa 12 US-$/t betrafen die alte und die neue Ernte gleichermaßen. Gewinnmitnahmen und Long-Liquidationen beherrschten das Börsengeschehen. Als Argument für das Auspreisen von spekulativen Risikoprämien wurden eine günstigere Wetterlage in den USA, Europa oder China angeführt. Doch Analysten weisen allerdings darauf hin, sich die Wetterlage in den USA nicht wesentlich geändert habe und in den sehr trockenen südlicheren Anbaugebieten die Weizenbestände unverändert unter erheblichem Trockenstress leiden.
 
Auch in Europa hat es zwar etwas geregnet, doch die leichten und verstreuten Niederschläge verbessern die Aussichten für die Getreidebestände allenfalls regional. In den großen europäischen Weizenanbaugebieten fehlen weiterhin ergiebige Niederschlagsmengen. Die Weizenkurse an der Matif standen nichts desto trotz unter erheblichem Druck von Gewinnmitnahmen und dem übergreifenden Einfluss der schwachen Chicagoer Vorgaben. Die Kursverluste von fast 8 €/t für die alte und 9 €/t für die neue Ernte fielen kräftig aus.

Saudi-Arabien hat einen Weizentender mit 275.000 t in den USA und Australien gefüllt. Marokko hat seine Weizenimporte einen Monat vor der Ernte gestoppt und erwartet eine deutlich bessere Weizenernte als im Vorjahr.
 
Mais: Prognosen über einen etwas freundlicheren Wettertrend im Mittleren Westen der USA setzen die Maisnotierungen in Chicago etwas unter Druck. Zum Börsenschluss drückte der schwache Weizen aber den Mais mehr als 5 US-$/t ins Minus. Der signifikante Abbau der offenen Positionen bei den Maisfutures hat sich in Chicago fortgesetzt.
Auch in Paris zollten die Maisnotierungen dem schwachen Weizen Tribut und schlossen für die alte Ernte über 6 €/t im Minus.
Das globale Maisangebot hat sich mit der Aufhebung des Exportstopps der Ukrainer leicht verbessert. Argentinien hatte bereits in der Vorwoche angekündigt, dass es Überschüsse von 2 Mio. t Mais erwartet.
 
Sojakomplex: Unter dem Einfluss der schwachen Getreidemärkte gaben die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen in Chicago nach wechselhafter Sitzung erneut etwas nach. Selbst ein schwacher US-Dollarkurs brachte keine Unterstützung.
 
Raps: An der Matif dürften Gewinnmitnahmen für die erneut rückläufigen Kurse verantwortlich gewesen sein. Die Notizverluste von knapp 3 €/t für die alte Ernte und von bis zu 4 €/t für die neue Ernte hielten sich in Grenzen. Die festeren Rohölpreise brachten keine Unterstützung.
In Winnipeg schlossen die Canola-Notierungen für die alte Ernte nach den stärkeren Verlusten des Vortags mithilfe von  Shortabdeckungen im Plus. Die neue Ernte notierte schwächer.
 
Rohöl: Die Aufwärtsbewegung der Rohölpreise hält weiter an und wurde durch einen schwachen US-Dollarkurs unterstützt. Die US-Notenbank hat erklärt, dass sie an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten will. Eine Eindämmung der Kapitalflut ist damit nicht in Sicht. Brent Crude Öl schloss 1 US-$/Barrel fester und nähert sich bereits wieder seinen Kontrakthochs. WTI-Rohöl schloss ebenfalls fester. Hierfür wurden gefallenen US-Lagerbestände an Benzin, Diesel und Heizöl ins Feld geführt. (St)
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