Tageskommentar Rohstoffe: Gewinnmitnahmen in Chicago

Alle Agrarrohstoffe in Chicago sahen gestern negative Vorzeichen. Technische Verkäufe, Gewinnmitnahmen und fehlende Exporte aus den USA drückten die Kurse. In Paris reagierten die Futures mit Seitwärtsbewegungen. Heute Morgen starten die Märkte wieder etwas freundlicher. Rohöl gibt nach einer zunächst festeren Tendenz am Montag wieder leicht nach.

Weizen: Der Dezemberweizen in Chicago sah deutliche Verluste, während der Juli 2013 nur marginal verlor. Auch Kansas und Minneapolis schlossen den Tag mit negativen Vorzeichen. Ägypten kaufte abermals 180.000 t Weizen aus der Schwarzmeerregion am Wochenende. Darüber hinaus drückte der schwache Mais auf den Weizen. Die Exporterwartungen für US-Weizen diese Woche liegen bei 18,88 Mio. Bushels gegenüber 23,4 Mio. in der Vorwoche. 24,0 Mio. Bushels wären erforderlich, um die aktuellen USDA- Erwartungen zu erfüllen. Der Fortschritt des Exports liegt bei 19 Prozent gegenüber den Erwartungen des fünfjährigen Schnitts von 23 Prozent.

Sorgen um die Weizenerzeugung in Australien dagegen wirken unterstützend auf den Weizen. Private Analysten behaupten, dass die Weizenproduktion im westlichen Australien auf 6,0 Mio. t im Vergleich zu 11,6 Mio. t im vergangenen Jahr fallen könnte. Die kommenden zwei bis drei Wochen werden eine kritische Zeit für den Aufwuchs der Ernte sein. Weizen in Paris bewegt sich eher seitwärts.

Mais: Dezembermais in Chicago schloss mit der schwächsten Notierung seit dem 16. August. Technische Verkäufe und Gewinnmitnahmen waren gestern Ton angebend. Schwache Exportaussichten untermauerten die negativen Vorzeichen. Die Exportaussichten für diese Woche werden auf 14,5 Mio. Bushels gegenüber 21,5 Mio. Bushels in der Vorwoche eingeschätzt. 47,3 Mio. Bushels pro Woche wären für die aktuelle USDA–Erwartungen erforderlich. Das reduzierte Verkaufstempo reflektiert das veränderte Kaufverhalten der wichtigsten Importeure in Richtung Südamerika und Schwarzmeerregion.

Auf der anderen Seite bekam der Maismarkt bullische Nachrichten aus Europa, nachdem die EU-Kommission ihre Erwartungen an die Maiserträge auf 6,28t/ha gegenüber 6,73t/ha im vergangenen Monat und 7,6 t/ha im vergangenen Jahr reduzierte. Der US-Dollar tendierte gestern stetig und die US-Aktien leicht fester. In Paris zeigt der Mais eher eine Seitwärtsbewegung.

Sojakomplex: Die Novemberbohne schloss schwächer, nachdem sie über Nacht ein neues Hoch gesehen hatte. Schrot und Öl schlossen sich der negativen Tendenz an. Technischer Verkaufsdruck und Gewinnmitnahmen nahmen dennoch schließlich Überhand. Auch am Kassamarkt übten Verkäufe Druck auf den Markt aus. Die Exporterwartungen für diese Woche liegen bei 17,4 Mio. Bushels gegenüber 21,43 in der Vorwoche. Die Wettervorhersagen für die kommenden sechs bis zehn Tage sprechen wiederum von höheren Temperaturen als normal und Regenfällen, die für das Zentrum der USA jedoch unter der Normalmarke liegen.

Raps: Abgesehen von den vorderen Terminen zeigt auch Raps in Paris eher eine Seitwärtsbewegung. Canola in Winnipeg lässt sich von den schwachen Vorgaben des Sojakomplexes mitziehen.

Rohöl: Die befürchteten Schäden des Tropensturms im Süden der USA scheinen sich nicht zu bestätigen. So gerieten die Ölpreise nach einem zunächst deutlichen Anstieg bereits gestern Abend unter Druck. Heute Morgen setzt sich die Schwäche fort. (dg)
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