Tageskommentar Rohstoffe: Guter Tag für die Commodities


Die Agrarfutures profitierten von einer breiten Unterstützung an den Rohstoffmärkten. Mit einem schwächeren US-Dollarkurs, festeren Aktienmärkten und Edelmetallen sowie einem Sprung der Rohölnotierungen kletterten die Kurse für Sojabohnen und Weizen in Chicago deutlich ins Plus. An der Matif blieben Weizen und Mais auf Distanz und schlossen nur geringfügig fester. Raps setzte die externen Vorgaben in etwas ansehnlichere Notizgewinne um.
 
Weizen: Die Weizenfutures an der Chicagoer Börse profitierten in erster Linie von größeren Shortabdeckungen. Mit einem Plus von fast 7 US-$/t stiegen sie auf der höchsten Stand seit vier Wochen. Immerhin haben die Weizenkurse in Chicago seit Anfang Februar  etwa 13 US-$/t zugelegt. Die Notizgewinne stammen fast ausschließlich aus technischen Käufen und Shortabdeckungen. Die spekulativen Fonds haben ihre Shortpositionen auf ein Rekordniveau ausgebaut. Inzwischen sind sie über 10 Mio. t netto-Short. Dies lässt noch weitere technische Kursgewinne erwarten.

Das überreichliche globale Weizenangebot dürfte das technische Aufwärtspotenzial allerdings begrenzen. Dass die australische Weizenernte mit 21,7 Mio. t etwas kleiner ausfällt, als zuletzt geschätzt, tangiert die globale Versorgung wenig.
 
An der Matif blieb es beim gewohnten Bild. Die Kurse ließen sich von Chicago kaum beeindrucken und schlossen nur leicht im Plus. Immerhin hat sich das Volumen deutlich belebt und es kamen fast 14.500 Kontrakte zustande.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago bewegten sich mit höheren Weizen- und Sojabohnennotierungen und festem Rohöl moderat nach oben. Fundamental gab es nichts Neues, die Fondsgesellschaften nutzen die Stimmung zu einem Kauftag an der Börse. Vom US-Kassamarkt kam milde Unterstützung, denn die Preise am physischen Markt liegen über den Börsennotierungen.
An der Matif gab es ein mildes Plus für Mais.
 
Sojakomplex: Mit Kursgewinnen von 7,50 US-$/t führten die Sojabohnen das Börsenparkett in Chicago an. Die Gewinne bei Sojaschrot fielen mit gut 4 US-$/t kleiner aus, da Sojaöl als Nachproduktnach besser gefragt war. Die Rallye lässt sich ausschließlich von externen Faktoren und technischen Shortabdeckungen ableiten. Alle fundamentalen Erklärungen wirken vorgeschoben, auch wenn sich die Kurse für Sojaschrot in den USA und die Prämien für Sojaschrot in Südamerika erhöht haben.
 
Raps: Raps nahm die Vorgaben der Sojabohne und vom Rohölmarkt dankend an. Die Kurse stiegen im Tagesverlauf sogar  auf knapp 6 €/t für Mai an. Dies war dann doch etwas zu viel, doch bei Börsenschluss stand der Mai mit 2,75 €/t und August mit 3,00 €/t im Plus. Für Februar des kommenden Jahres stiegen die Rapspreise auf 300 €/t an.
Auch in Kanada gab es für Canola mit 5,60 Can-$/t nach der Sojabohnenrallye ein sattes Plus. Gewinnmitnahmen sollen noch etwas größere Notizgewinne verhindert haben.
 
Rohöl: Die Rohölpreise machten am Vortag einen Satz von fast 3 US-$/Barrel nach oben. Sie profitierten von dem schwächeren US-Dollarkurs und freundlicheren Aktienmärkten. Die gestiegenen Rohölpreise an der Nymex passen nicht zum Anstieg der Rohölbestände in den USA. Analysten rechnen mit einem Abwärtsrisiko bei den Rohölkursen. (St)
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