Tageskommentar Rohstoffe: Heftige Verluste an den Warenterminmärkten

Gewinnmitnahmen ließen die Agrarfutures mit deutlichen Verlusten schließen. Die Weizenkurse gaben hüben wie drüben kräftig nach. Der Kursrückgang bei Mais fiel noch einigermaßen moderat aus. Auch der Sojakomplex und Raps ließen erheblich Federn. Für Rohöl gab es nur überschaubarer Kursverluste.
 
Weizen: Mit einem Minus von 11,60 US-$/t in Chicago und Kursverlusten von über 8 €/t in Paris schlossen die Weizenkurse deutlich schwächer als am Vortag. Gewinnmitnahmen und der übergreifende Einfluss schwacher Ölsaatennotierungen werden für den Einbruch genannt. Fundamentale Gründe ließen sich keine eruieren.
Eine Korrektur war aufgrund der riesigen Long-Position der Chicagoer Weizenfutures und dem strammen vorangegangenen Preisanstieg überfällig. In den US-Plains sind Regenfälle für die kommenden Tage vorhergesagt und die Schneeschmelze dürfte die Feuchtigkeitsversorgung der Böden verbessern. Auch China meldet nach Schneefällen eine kleine Linderung in den von Trockenheit betroffenen Weizenanbaugebieten.
Marokko hat im Januar 217.000 t Weizen importiert, nachdem die Vorräte unter den Bedarf von zwei Monaten gefallen waren.
 
Mais: Mit Kursverlusten von 2 US-$/t stecken die Chicagoer Maisnotierungen den Druck der übrigen Agrarfutures trotz großer Verkaufsaktivitäten der Fonds vergleichsweise gut weg. Ihre zwischenzeitlich deutlicheren Notizverluste konnten sie noch teilweise kompensieren. Ägypten hat 120.000 t Mais in den USA gekauft.
An der Matif kam es bei recht lebhaften Umsätzen zu einer Kurskorrektur von 3,75 €/t nach unten.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex brach nach Gewinnmitnahmen regelrecht ein. Die Bohnennotierungen gaben fast 13 US-$/t nach, Schrot schloss knapp 10 US-$/t schwächer. Die Konsolidierung der Vortage hat sich fortgesetzt und zu einer deutlicheren Korrektur geführt. Die Bohnen haben in vier Tagen über 30 und die Schrotnotierungen in diesem Zeitraum gut 24 US-$/t verloren. Aufgrund der besseren Aussichten für die südamerikanischen Sojabohnenernten und Rekorderträgen in Brasilien werden weitere Risikoprämien aus den Futures ausgepreist.
Ein Exportauftrag für 110.000 t US-Sojabohnen für eine unbekannte Destination wurde storniert. Man vermutet, dass China dahinter stecken könnte und sich die Chinesen künftig auf die billigeren südamerikanischen Sojabohnen stürzen werden.
 
Raps: Mit einem Minus von bis zu 9,50 €/t mussten auch die Rapsnotierungen an der Matif kräftig Federn lassen. Der Kursverlauf knüpfte an den Vortag an.In drei Tagen haben die Rapsfutures rund 16 €/t an der Matif verloren. Die Kurse fielen bei lebhaften Umsätzen unter den gleitenden 50-Tage Durchschnitt. Fundamental hat sich nach Gewinnmitnahmen nichts geändert. Der Markt bleibt knapp versorgt und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Kurse wieder ansteigen.
In Winnipeg setzte sich die Korrekturphase mit Verlusten von über 13 Can-$/t fort. Dort haben die Canola-Futures nach größeren Auflösungen von spekulativen Long-Positionen in drei Tagen 43 Can-$/t verloren. Die Notizverluste fielen weitaus stärker als am europäischen Rapsmarkt aus.
Australien hat seine sehr gute Rapsernte von 2,1 Mio. t nun offiziell bestätigt.
 
Rohöl: Die Notierungen für Brent Rohöl hielten sich trotz überschaubarer Notizverluste auf einem hohen Niveau von über 100 US-$/Barrel. Die Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika bleiben ein preisstützendes Element. An der New Yorker Nymex fielen die WTI-Ölnotierungen auf den tiefsten Stand seit zehn Wochen. Prognosen von Analysten über erneut ansteigende US-Lagerbestände an Benzin sollen die WTI-Notierungen belastet haben. (St)
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