Tageskommentar Rohstoffe: Hitze und Trockenheit lassen Weizenpreise weiter steigen


Die Weizennotierungen an der Chicagoer Börse sind auf die europäische Linie eingeschwenkt und deutlich angezogen. An der Matif gab es diesmal nur moderate Notizgewinne für Weizen. Mais notierte hüben wie drüben etwas fester. Im Sojakomplex verbuchten nur die Sojabohnen deutlichere Notizgewinne. Die Rapskurse an der Matif konnten zwar ihre Spitzengewinne nicht halten, legten aber etwas zu. Die Rohölpreise bewegten sich weiter nach oben.
 
Weizen: An der Matif legten die Weizenpreise mit einem Plus von 1,75 €/t für den November nur moderat zu. Der höheren Kursgewinn für August ist bei minimalen Umsatzvolumen nicht repräsentativ. Mit über 28.000 Kontrakten bleibt der Weizenhandel der Matif sehr rege. Die Zahl der offenen Positionen hat zugenommen.
In den USA ist alles größer als in Europa und die Kursgewinne für Weizen an der Chicagoer Börse fielen mit einem Plus von 6,50 US-$/t höher als in Paris aus. Die Trockenheit und Hitze in West- und Osteuropa, in der Schwarzmeerregion und die Flächenverluste beim kanadischen Weizenanbau bieten auch Chicago willkommenen Anlass für eine Rallye.
Vom heutigen USDA-Report erwartet man im Markt eine Reduzierung der globalen Weizenernte und Weizenendbestände. Gleichzeitig hofft man sich von den US-Zahlen etwas mehr Klarheit über die kanadische Weizenernte. Für die USA rechnet man mit einer Anhebung der Endbestände um 2,7 Mio. t.
Die EU-Kommission hat in dieser Woche 246.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen erteilt, an denen Deutschland mit 52.700 beteiligt war. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr hat die EU in der Summe knapp 18 Mio. t Weichweizen exportiert und damit 18,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die gesamten Weizenexporte inklusive Mehl und Durum liegen bei knapp 20,5 Mio. t und der Rückgang gegenüber dem Vorjahr in einer ähnlichen Größenordnung.
 
Mais: Der Anstieg der Maispreise in Chicago hat sich mit moderaten Kursgewinnen fortgesetzt. Der feste Weizen zog den Mais mit, aber auch die Erholung an den Aktienmärkten und festere Rohölpreise stützen. Die Dezembernotierung nähert sich bereits dem 200-Tage-Durchschnitt von 158 US-$/t. Wenn dieser durchbrochen wird, erwarten Analysten einen weiteren Anstieg der Maispreise. Vom USDA Report erwartet man eine Rücknahme der US-Endbestände für die laufende Kampagne um 5 Mio. t und einen Rückgang der globalen Bestandszahlen.
Mit leichten Kursgewinnen für die beiden vorderen Termine hielt Mais an der Matif den Trend. Das Volumen war mit über 2.200 Kontrakten erneut recht lebhaft. In dieser Woche dürfte an der Matif mehr schon mehr Mais gehandelt worden sein, als im Verlauf ganzer Monate vor der Rallye.
 
Sojakomplex: Sojabohnen knüpften an die festere Tendenz des Vortages an. Seit Monatsbeginn hat der November 16 US-$/t zugelegt. Fundamental gibt es zwar wenig Neues, doch bei durchwachsen Wetteraussichten basteln man bereits kräftig an einem Wettermarkt. Die Akteure ziehen sich an der leicht reduzierten Bonitierung der US-Sojabohnenbestände hoch und führen Bedenken für die US-Sojaernte an. Unterstützung gab es durch festere Aktienmärkte und gestiegene Rohölnotierungen, aber auch von festen Rapsmärkten. Beim heutigen USDA-Report rechnen Analysten  mit einer Rücknahme der alterntigen US-Sojabohnenbestände von im Schnitt 408.000 t.
 
Raps: Die zunächst deutlichen Notizgewinne ließen sich beim Matif-Raps zum Börsenschluss nicht halten. Zwischenzeitlich schoss der August sogar auf 350 €/t hoch. In der Tagesabrechnung wurde nur ein Plus ein moderates Plus von 1,50 €/t für die meisten Termine ausgewiesen. Damit lief die Entwicklung Raps konträr zu den sehr festeren Rohölmärkten und Sojabohnennotierungen. Das Volumen war mit knapp 9.400 Kontrakten äußerst lebhaft und es liegt die Vermutung nahe, dass an der Matif kräftig gezockt wird. Gewinnmitnahmen könnten die Notierungen nach unten gedrückt haben.
In Winnipeg ließen Gewinnmitnahmen und fehlende Exportaufträge für Canola nur ein leichtes Plus für die Termine der neuen Ernte zu.
 
Rohöl: Die Aktienmärkte haben sich weiter erholt und mit einem etwas rückläufigen Dollarkurs ist Rohöl an der Nymex wieder auf über 75 US-$/Barrel an der Nymex geklettert.  Der deutliche Rückgang der US-Lagerbestände an Rohöl von 5 Mio. Barrel brachte zusätzlich Unterstützung. Der Rückgang wird allerdings auf die Auswirkungen des Hurrikans Alex zurückgeführt und man rechnet in der kommenden Woche wieder mit einer Normalisierung der Bestandeszahlen. (St)
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