Tageskommentar Rohstoffe: Höhenflug der Rapspreise setzt sich fort


An der Chicagoer Börse bestimmten Shortabdeckungen das Börsengeschehen. Die Weizennotierungen profitierten davon mit Kursgewinnen. Aber auch die gehaltenen Maisnotierungen und die leichten Kursgewinne im Sojakomplex resultierten aus Glattstellungen von Short-Positionen der spekulativen Fonds. An der Matif war die Tendenz für Weizen und Mais etwas freundlicher. Die Rapskurse zogen noch einmal deutlich an. Rohöl hält sich auf dem hohen Niveau.
 
Weizen: In Chicago legten die Weizennotierungen nach Shortabdeckungen 3,60 US-$/t zu und konnten sich etwas erholen. Der festere Dollar wurde ignoriert. Die Weizenbestände in den USA sind sehr gut über den Winter gekommen, denn rund zwei Drittel der Bestände werden mit gut bis sehr gut bonitiert.
Der Irak hat einen Tender von 500.000 t Weizen in Russland, Kanada und mit einer kleinen Menge in den USA gefüllt. In der Ukraine sollen 300.000 ha Winterkulturen oder mehr als 3 Prozent der ausgesäten Flächen ausgewintert sein sein.  Das meiste davon ist Weizen.
Die Weizenkurse an der Matif tendierten bei leichten Kursgewinnen freundlich. Die EU hat in der Vorwoche 354.000 t Exportlizenzen für Weichweizen vergeben, davon wurden 80.000 t in Deutschland gezogen.
 
Mais: Bei Mais konnten sich die Kurse in Chicago nur mit Hilfe von Shortabdeckungen den und etwas ungünstigeren Wetteraussichten für den Mittleren Westen im neutralen Bereich halten. Die Maisaussaat im Mittelwesten steht bevor und die Chicagoer Maispreise dürften in den kommenden Wochen im Zeichen der jeweiligen Wetterlage stehen.  Vom neuen USDA-Report am Freitag erwartet der Markt für Mais kaum Überraschungen. Es wird mit einer Anhebung der Endbestände gerechnet.
Mit Notizgewinnen von 1 €/t kämpfen sich die Maisnotierungen an der Matif wieder langsam nach oben.
 
Sojakomplex: Bei fehlenden Impulsen von außen kam Weizen den Sojanotierungen in Chicago zu Hilfe. Die Short-Eindeckungen bei Weizen sollen auch bei Sojabohnen und Sojaschrot entsprechende Aktivitäten von Fonds ausgelöst haben. Dadurch konnten sich Sojabohnen mit Notizgewinnen von 3 US-$/t und Sojaschrot von 2 US-$/t etwas konsolidieren.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif werden zum Selbstläufer und setzten ihren Aufwärtstrend mit neuerlichen Kursgewinnen fort. Die alte Ernte notierte 4,50 €/t und der November sogar 5,50 €/t fester. Der Erntetermin schloss nur knapp unter der Linie von 300 €/t. Der Preisanstieg erfolgte scheinbar unbeeindruckt von äußeren Faktoren- Als sich die Sojabohnennotierungen in Chicago noch am berappeln waren, waren die Rapspreise in Paris schon auf und davon gezogen. Das Handelsvolumen war mit über 7.400 Kontrakten sehr rege. Knapp die Hälfte davon entfiel auf die alte Ernte.
Für Canola-Raps gab es in Winnipeg leichte Notizgewinne.
 
Rohöl: Die feste Tendenz bei Rohöl hält an und nach den Preisanstiegen der Vortage konnten sich die Kurse bei leichten Notizgewinnen gut behaupten. Optimistischere Konjunkturaussichten und die Aktivitäten der Finanzanleger werden als Hintergrund für die festen Rohölnotierungen angeführt. (St)
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