Tageskommentar Rohstoffe: Kälteeinbruch treibt Weizenpreise hoch

Die einsetzende Kältewelle und Furcht vor Auswinterungsschäden lassen die Weizennotierungen in Chicago und an der Matif ansteigen. Vor allem in Osteuropa werden größere Schäden nicht ausgeschlossen. Die Maisnotierungen konnten sich ebenfalls etwas befestigen, auch der Sojakomplex legte zu. Der Februarkontrakt für Raps verabschiedete sich in Paris an seinen letzten Handelstag mit Kapriolen. Die weiteren Termine zogen etwas an. Rohöl bewegte sich unterm Strich nur wenig.

Weizen: Der strenge Frost in Europa brachte neuen Schwung in die Weizennotierungen. In Chicago zogen die Weizenpreise fast 8 US-$/t an, an der Matif bewegten sich die Kurse 6,50 €/t nach oben. Im Markt befürchtet man durch die sibirischen Kältegrade erhebliche Auswinterungsschäden, vor allem in Osteuropa. In der Ukraine sind rund 30 Prozent ein Drittel der Bestände gefährdet und auch Russland hält Schäden in seinen südlichen Weizenanbaugebieten für möglich. Die russische Regierung hat zudem angedeutet, dass sie ernsthaft über Exportrestriktionen nachdenkt. In der Ukraine lassen sich bei größeren Schäden in den Wintergetreidebeständen Ausfuhrbeschränkungen ebenfalls nicht ausschließen. Auch für Westeuropa mehren sich die Befürchtungen über Schäden, denn die Weizenbestände sind nach dem milden Winter weiter als üblich entwickelt und eine schützende Schneedecke fehlt fast überall.

Mais:
Die Maisnotierungen zogen mit dem festen Weizenszenario in Chicago ebenfalls an. Die globale Maisversorgung dürfte weitaus enger ausfallen, als es das USDA zuletzt prognostiziert hat. Für Argentinien gehen private Analysten inzwischen nur noch von einer Maisernte von 19 Mio. t aus. Dies wären 3,5 Mio. t weniger als im Vorjahr. Für die USA rechnet die Rabo-Bank nur noch mit Mais-Endbeständen von 15,4 Mio. t. Die Prognose liegt rund 6 Mio. t und den USDA-Zahlen und danach könnte das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch in den USA auf ein historisch niedriges Niveau von 4,7 Prozent fallen.
Für die kommende Saison erwartet der Markt durch die Schäden bei Wintergetreide in der Ukraine einen deutlichen Anstieg des Maisanbaus und hält dort eine 10 Prozent größere Maisernte für möglich.
An der Matif profitierten die Maisnotierungen mit einem Plus von 3,50 €/t von den anziehenden Weizenpreisen.

Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss für Bohnen 5 US-$/t und für Sojaschrot über 6 US-$/t fester. Der Kursanstieg wird als Gegenreaktion auf die Vortagsverluste und zurückgenommene Erwartungen an die südamerikanischen Sojabohnenernten begründet. Hinzu kamen Spekulationen über eine bessere Nachfrage nach US-Sojabohnen. Die Fonds zeigten wieder stärkeres Kaufinteresse, denn die offenen Positionen bei Sojabohnen steigen nach längerer Stagnation seit zwei Tagen wieder deutlich an.

Raps: Der Februar-Raps beendete seinen letzten Handelstag an der Matif mit Kapriolen. Die Kurse bewegten sich in einer Bandbreite von fast 10 €/t mit größeren Ausschlägen nach oben und unten. Mit einem Schlusskurs von 466,50 €/t verabschiedet sich der Februarkontrakt 2012 von Börsenparkett. Die übrigen Termine zeigten ebenfalls Kursschwankungen und notierten bei Börsenschluss bis zu 2 €/t fester.
Im kanadischen Winnipeg gab es überschaubare Notizgewinne für Canola-Raps.

Rohöl: Rohöl bewegte sich unterm Strich wenig. WTI gab leicht nach, Brent Crude Öl notierte etwas fester. Die Nordsee-Ölsorte notierte nach dem Fiskalpakt des Euro-Gipfels zunächst deutlich fester, konnten aber ihre Kursgewinne nicht halten. Die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung der Euro Krise sind weiterhin vage. (St)
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