Tageskommentar Rohstoffe: Kanadas Ernteschätzung lässt Märkte kalt

4.12.2009 An der Chicagoer Börse unterstrich der Sojakomplex mit Notizgewinnen seine Ausnahmestellung bei den Agrarfutures. Weizen und Mais notierten in Übersee etwas schwächer, an der Matif gab es geringfügige Notizgewinne. Die Rapspreise bleiben anfällig und konnten sich nicht ganz behaupten. Die deutlich größere Schätzung der kanadischen Weizen- und Rapsernte hat an den Börsen keine Reaktion ausgelöst.
 
Weizen: Mit leichten Notizgewinnen und mäßigen Umsätzen ging der Weizen der Matif aus dem Handel. Die Weichweizen-Exporte aus der EU werden zunehmend schwieriger, denn in dieser Woche gab es gerade einmal Exportlizenzen für 138.000 t Weichweizen. Einzig erfreulich, dass bei dem gestrigen Weizenkauf Ägyptens über 240.000 t  Deutschland mit 60.000 t dabei war. Der Rest ging an Russland, das seine starke Wettbewerbsposition gegenüber der EU erneut bestätigte.
In Chicago schloss der Weizen etwas schwächer. Es fehlte neues Kapital der Fondsgesellschaften. Die fundamentalen Daten für Weizen sind alles andere als bullisch. Die um 1,9 Mio. t auf 26,5 Mio. t angehobene Schätzung der kanadischen Weizenernte hat die Terminbörsen kaum beeindruckt. Die gute globale Versorgungslage ist bekannt. Ob auf dem Globus noch etwas mehr Weizen geerntet wurde, ändert an den fundamentalen Daten wenig.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen am dritten Tage hintereinander im Minus. Charttechnisch bleibt aber alles beim alten und der Mais seit Anfang November in einer Seitwärtsbewegung. Die Fonds und zeigt wenig Interesse und die offenen Positionen bauen sich stetig ab. Selbst vom festeren Sojakomplex gab es keine Hilfestellung. Das trockene Wetter in weiten Teilen des mittleren Westens lässt einen zügigen Fortschritte Ernte erwarten.
Mit minimalen Notizgewinnen setzte der Mais an der Matif seine stetige Tendenz fort.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bekräftigte erneut seine Ausnahmestellung unter den Agrarfutures. Für die Bohnen gab es in dem ansonsten schwachen Umfeld leichte Notizgewinne von knapp 5 US-$/t. Sojaschrot notierte im neuen Jahr rund 8 US-$/t fester. Die Fonds schieben weiter neues Kapital nach, und der Kontraktestand bei Sojabohnen wächst. Die Exportaussichten sind ausgezeichnet, denn China bleibt im Geschäft. Die US-Exportzahlen waren zwar deutlich kleiner als in der Vorwoche, doch in dieser Woche wurden erneut fast 1,4 Mio. t Bohnen verladen. In Argentinien ist schon wieder die Rede von zu trockenem Wetter für die Sojabohnen.
 
Raps: Die Anhebung der kanadischen Rapsernte um 1,5 auf 11,8 Mio. t lag zwar an der obersten Spitze der Markterwartungen, doch die Börsen zeigten sich wenig davon berührt. Die Canola-Notierungen Winnipeg fielen nur kurzfristig ins Minus, schlossen aber mit einem Plus von 2,70 Can-$/t für den Januar und Kursgewinnen für die Folgetermine. Der Sojakomplex, ein schwacher Can-$ und charttechnische Unterstützung wogen mehr als die große Ernte. Auch Spekulationen über ein mögliches Ende des chinesischen Importembargos für Canola stützen die Kurse.
An der Matif beweist der Raps weiterhin wenig Eigenleben. Die Notierungen gaben recht schnell 1,50 €/t von ihren Tagesgewinnen ab, als die Sojabohnen zwischendurch leichte Schwächetendenz zeigten. Die Kurse schlossen leicht im Minus.

Rohöl: Kleine Verluste an den Aktienmärkten und die leichte Erholung des schwachen US-Dollarkurses ließen die Rohölnotierungen etwas schwächer schließen. (St)
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