Tageskommentar Rohstoffe: Konsolidierungen drücken auf die Terminmärkte


An den Warenterminmärkten sorgten Konsolidierungen für Preisdruck auf nahezu alle Getreide- und Ölsaatennotierungen. Weizen und Mais notierten hüben wie drüben schwächer. Auch der Sojakomplex unterbrach seine Aufwärtsbewegung mit überschaubaren Kursverlusten. Die Rapsnotierungen an der Matif gaben ebenfalls nach. Rohöl notierte uneinheitlich und hält sich auf hohem Niveau mehr oder weniger seitwärts.
 
Weizen: Die Notierungen an der Matif konnten sich bei den schwachen Vorgaben aus Übersee nicht aus den roten Bereich lösen. Die Kursverluste fielen für die alte Ernte mit einem Minus von 3,25 €/t etwas größer als für die neue Kampagne aus. Im Gegensatz zur kurzfristigen Korrektur an der Börse sind die Kassamärkte bei guter Nachfrage weiterhin stabil und lassen keine Schwäche erkennen.
In Chicago gaben die Weizenkurse über 7 US-$/t nach. Die offenen Positionen haben sich in den beiden vergangenen Handelstagen stärker abgebaut. Nach den Auswertungen des CBot-Reports haben die spekulativen Anleger in der der Vorwoche ihre netto-Shortpositionen bei den Chicagoer Weizenfutures abgebaut und damit zudem vorangegangenen Preisanstieg wesentlich beigetragen.
An Exportmärkten hat Algerien einen Weizentender über 125.000 t aufgemacht. Jordanien ist auf der Suche nach 100.000 t Weizen. Pakistan wird 1 Mio. t Weizen im Zuge eines Bartergeschäftes in den Iran liefern.
 
Mais: Die schwächeren Weizenkurse und Liquidationen von long-Position belasteten die Chicagoer Maisfutures.  Die Kurse drehten ins Minus. Händler mutmaßen, dass der US-Mais nach seinem Kursanstieg auf rund 265 US-$/t für den Export an Attraktivität verloren hat. China soll zudem Futterweizen in Australien gekauft haben. Die Gerüchteküche über die Höhe der chinesischen Maisernte und mögliche Maisimporte Chinas war zudem geschlossen.
An der Matif gaben die Kurse mit einem Minus von 0,75 €/t nur moderat nach.
 
Sojakomplex: Mit einer kleinen Korrektur unterbrach der Sojakomplex seine Aufwärtstendenz. Ein überkaufter Markt, schwächerer Weizen- und Maisnotierungen färbten auch auf die Bohnen ab. Trotzdem stiegen die offenen Positionen in Chicago erneut an. In der Vorwoche lagen die netto Long-Positionen der spekulativen Fonds mit 176.000 Kontrakten nur noch 4.000 Kontrakte unter dem Rekordlevel. Die Börsenhändler rechneten am Wochenanfang zudem mit einem kurzfristigen Einknicken der chinesischen Nachfrage nach Sojabohnen, denn China will 3 Mio. t Sojabohnen aus seinen staatlichen Reserven auf dem Binnenmarkt verkaufen.
Die Chicagoer Sojaschrotnotierungen gaben im vorderen Bereich fast 4 US-$/t nach. In Verbindung mit einem schwächeren US-Dollarkurs lässt sich an europäischen Märkten eine zumindest kleine Korrektur der Sojaschrotnotierungen erwarten.
In Argentinien halten die Behinderungen bei den Exportverladungen von Getreide und Ölsaaten an. Nachdem die Hafenarbeiter ihren Streik beendet haben, streiken nun die Lastwagenfahrer. Die brasilianische Sojabohnenernte war am Wochenanfang zu 55 Prozent abgeschlossen. Die Kassapreise in Brasilien stehen durch größere Verkäufe der Farmer unter Druck.
 
Raps: Die breit-basierte Konsolidierungsphase machte auch vor Raps nicht halt. Vor allem die schwachen Sojanotierungen drückten auf die Kurse. Der August-Raps fiel zeitweise fast 8 €/t nach unten, konnte bis Börsenschluss aber noch einen Teil der Verluste kompensieren. Die Rapskurse schlossen bis zu 3,50 €/t im Minus.
Die Börse in Winnipeg ließ sich von den Aussichten auf eine achtprozentige Ausweitung der kanadischen Rapsanbaufläche wenig beeindrucken. Die Canola-Notierungen schlossen alle im grünen Bereich. Am kanadischen Kassamarkt stiegen die Kurse bei guter Nachfrage sogar 11 Can-$/t an.
 
Rohöl: Die Rohölsorten notierten uneinheitlich. WTI-Rohöl profitierte von Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung in den USA und steigendem Risikoappetit der Anleger. Die Kurse schlossen fester. Die Hedgefonds haben in der Vorwoche mit steigenden Rohölpreisen ihr Kontraktengagement ausgebaut. Brent-Rohöl stand nach Gewinnmitnahmen unter Druck, doch bis Börsenschluss lösten sich die Kursverluste nahezu auf. Saudi-Arabien hat seine Ölförderung auf den höchsten Stand seit über 30 Jahren ausgeweitet. (St)
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