Tageskommentar Rohstoffe: Konsolidierungstag am Terminmarkt


Trotz zwischenzeitlichen Tagesschwankungen hielten sich die Kursveränderungen für Weizen, den Sojakomplex, Mais und Raps in Grenzen. Die Terminmärkte legten einen Konsolidierungstag an und standen teilweise unter dem Einfluss der schwachen übrigen Commodities und einem festeren Dollarkurs. Rohöl gab leicht nach.
 
Weizen: An der Matif machte sich ein schwächer Unterton breit, zumal die Vorgaben aus Chicago ebenfalls etwas getrübt waren. Bei unterdurchschnittlichem Handelsvolumen notierte der Mai 1,50 €/t im Minus, auch die Termine neue Ernte gaben etwas nach. In Teilen Westeuropas gab es leichte Regenfälle, doch die Niederschläge bringen keine wesentliche Entspannung für die trockenen Böden.
In den USA sind die Wachstumsbedingungen für den Weizen dagegen fast optimal. Die Bestände stehen wesentlich besser als im Vorjahr da und im Weizengürtel hat es geregnet. Dies animierte die Fonds zu Shortabdeckungen, mit deren Hilfe sich die Weizennotierungen von ihren Tagesverlusten noch einigermaßen erholen konnten.
 
Mais: Die Maiskurse schlossen durchwachsen. Für die alte Ernte notierte Chicago ein leichtes Plus, für die neue Ernte ein überschaubares Minus. Der vordere Markt wird durch enge Bestände und feste Kassapreise gestützt. Die Fonds waren sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite.
Die Getreidebörse in Rosario hat die argentinische Maisernte auf 19,7 Mio. t taxiert und leicht nach unten korrigiert. Das USDA war zuletzt noch von einer Ernte von 22 Mio. t ausgegangen.
In Paris schlossen die Maisfutures neutral.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex gönnte sich einen Austag und schloss mit überschaubaren Verlusten für Bohnen. Für Sojaschrot gaben die Kurse dagegen um die 5 US-$/t etwas deutlicher nach. Das schwächere Umfeld der übrigen Commodities und kleinere Gewinnmitnahmen belasteten. Das Kaufinteresse der Fonds hält trotzdem unvermindert an, denn die offenen Positionen stiegen erneut signifikant an.
Die Getreidebörse in Rosario hat die argentinische Sojabohnenernte auf 43,1 Mio. t nach unten korrigiert. Dies ist die niedrigste Schätzung, die zurzeit im Markt kursiert. Das USDA hatte die Bohnenernte in Argentinien in seinem Märzreport noch 3,4 Mio. t höher eingestuft.
 
Raps: Stärkere Verluste nach Gewinnmitnahmen drückten die Rapskurse an der Matif zunächst bis zu 5 €/t nach unten. Als die Verkaufswelle vorbei war, konnten sich die Kurse wieder erholen und schlossen für die alte Ernte gut behauptet. Für die neue Ernte gab es ein leichtes Minus. Die offenen Positionen bei den Pariser Raps-Futures bleiben seit einiger Zeit trotz Schwankungen recht stabil. Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass sich der Rapshandel an der Matif weit gehend in einer ‚geschlossenen Gesellschaft‘ von Hedgern abspielt und sich die spekulativen externen Einflüsse in Grenzen halten. Die Rapsumsätze an der Matif bleiben vergleichsweise rege, denn der Kassamarkt gibt zurzeit nichts her.
In Winnipeg setzte sich die Tendenz des Vortages fort. Die neue Ernte schloss bei den sich abzeichnenden engen Ölsaatenmärkten mit Kursgewinnen. Die alte Ernte konnte sich nicht ganz halten.
 
Rohöl: Rohöl gab etwas nach. Zur Abwechslung wurden schwächere Konjunkturdaten aus den USA ins Feld geführt. Auch die Erwartungen an höhere US-Lagerbestände und ein festerer US-Dollarkurs drückten auf die Rohölnotierungen. Der US-Notenbankchef Bernanke hat zudem angekündigt, dass er erst einmal keine weiteren finanzpolitischen Lockerungen ins Auge fasst. Dies wurde von Finanzanleger anscheinend negativ für die Commodities und Rohöl interpretiert. (St)
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