Tageskommentar Rohstoffe: Korrektur bei Rapsnotierungen setzt sich fort


An den Rohstoffmärkten war die Stimmung nach den Wahlen in Frankreich und in Griechenland fast durchweg gedrückt. Die Rapsnotierungen an der Matif mussten erneut Verluste einstecken. Die Stimmung für Ölsaaten war schwach, denn auch der Sojakomplex korrigierte nach unten. Die Schrotkurse gaben dabei stärker nach, als die Bohnennotierungen. Weizen gab in Paris etwas nach, konnte sich in Chicago zum Börsenschluss aber noch gut behaupten. Mais notierte durchwachsen. Rohöl schloss mit leichten Notizverlusten.
 
Weizen: Die Weizenkurse in Paris stehen weiter unter Druck. Der Mai schloss 2,25 €/t schwächer. Für die neue Ernte gab es nur kleine Notizverluste. Die schwachen Vorgaben aus Übersee belasteten den Matif-Weizen.
In Chicago standen die Weizennotierungen die meiste Zeit unter roten Vorzeichen. Bei Börsenschluss konnten sie sich mithilfe von Shortabdeckungen etwas erholen und schlossen mit kleinen Kursgewinnen. Die wöchentliche Ernte-Bonitierung weist  für die US-Winterweizenflächen eine leichte Abnahme in den Kategorien gut bis exzellent aus.
Die kanadischen Weizenbestände haben sich zum Ende März um 1,3 Mio. t gegenüber dem Vorjahr abgebaut.
 
Mais: Plus und Minus hoben sich in den vorderen Terminen nahezu gegenseitig auf. Im Frontmonat gab es leichte Notizgewinne - ausgehend von festen Kassamarktpreisen. Der Mai notiert fast 18 US-$/t höher als der Frontmonat Juli. Die ungewöhnliche Konstellation am US-Maismarkt wurde durch die großen Maiskäufe Chinas im April verstärkt. Nach einer Reuters-Umfrage rechnen Marktbeteiligten und Analysten im Wirtschaftsjahr 2012/13 mit einem chinesischen Importbedarf an Mais von 7,9 Mio. t. In der laufenden Kampagne wird China schätzungsweise 5 Mio. t Mais importieren.
Die Maisaussaat in den USA ist zügig vorangekommen. Anfang der Woche waren bereits 71 Prozent der Flächen ausgesät.
An der Matif notierte Mais etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex scheint sich langsam einer Konsolidierungsphase zu nähern. Die Sojabohnennotierungen gingen um 4 US-$/t zurück, die Schrotnotierungen fielen sogar weit über 7 US-$/t ins Minus. Die Fonds und spekulativen Anleger halten weiterhin Rekord netto-long-Positionen. Trotz der Korrekturen der Vortage haben sich die offenen Positionen noch nicht signifikant verändert. Der Sojakomplex gilt als überkauft und an der Börse rechnet man auf kurz oder lang mit einer kräftigen Kurskorrektur nach unten. Bei günstigen Witterungsbedingungen kommt die US-Sojabohnenaussaat zügig voran. Am Wochenanfang war bereits knapp ein Viertel der geplanten Aussaatflächen bestellt.
 
Raps: An der Matif zeigte sich Raps erneut von einer ungewöhnlich schwachen Seite. Die Kurse fielen für den August mehr als 5 €/t ins Minus. Eine negative Stimmung bei Ölsaaten und an den externen Märkten drückten auf die Notierungen. Vermutlich wurden auch erneut Gewinne mitgenommen. Der schwächere Sojakomplex und rückläufige Rohölnotierungen wirkten zwar belastend, doch der Matif-Raps reagiert derzeit überempfindlich auf negative externe Vorgaben.
  
In Kanada gab es etwas stärkere Kursverluste für Canola-Raps zur neuen Ernte. Die alte Ernte notiert nur geringfügig schwächer. Die kanadischen Rapsbestände sind trotz der Rekordernte zum Ende des ersten Quartals 2012 mit 4,3 Mio. t auf den tiefsten Stand seit 7 Jahren gefallen. Vor einem Jahr hatten sie noch fast 2 Mio. t höher gelegen.
 
Rohöl: Bei Rohöl war die gedrückte Stimmung und Verunsicherung der Anleger nach den Wahlen in Frankreich Griechenland besonders zu spüren. Die beiden wichtigen Ölsorten öffneten deutlich schwächer, konnten aber im Tagesverlauf ihre Verluste noch minimieren. Für WTI-Rohöl blieb es bei roten Vorzeichen. (St)
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