Tageskommentar Rohstoffe: Kräftige Kursgewinne für Sojabohnen und Sojaschrot

Mit strammen Kursgewinnen hat der Sojakomplex seine Ausnahmestellung bei den Agrarfutures erneut bestätigt. Die Weizen- und Maiskurse in Chicago schlossen dagegen schwächer. An der Matif konnten sich die Weizennotierungen für die neue Ernte gut behaupten. Raps gab nach Gewinnmitnahmen nach. Die Rohölnotierungen stiegen etwas an.
 
Weizen: Bei Weizen fehlten neue Anregungen. An der Matif bewegte sich die alte Ernte geringfügig nach unten, für die neue Ernte gab es kleinere Kursgewinne. Laut Agenturberichten sollen die jüngst Niederschläge in Frankreich in etwas Entspannung in den trockeneren Gebieten gebracht haben. In der wöchentlichen Bonitierung bewertete das französische Agraramt AgriMer die Weizenbestände aber noch genauso wie in der Vorwoche.
In Chicago notierte Weizen etwas schwächer, denn die US-Winterweizenbestände präsentieren sich in einer sehr guten Verfassung.
Die FAO geht davon aus, dass der Iran inzwischen größerer Bestände an Weizen aufgebaut hat und in der kommenden Saison nur noch einen Importbedarf von 1,7 Mio. t haben soll.
 
Mais: Die Gerüchte über Maiskäufe Chinas blieben unbestätigt. Die Maiskurse in Chicago gerieten wieder unter Druck und schlossen schwächer. In dieser Woche wird zudem wider besseres Wetter für die Maisaussaat erwartet.  
An der Matif boten die Maisnotierungen ein ähnliches Bild wie die Weizenkurse.
  
Sojakomplex: Mit späten, aber kräftigen Kursgewinnen von mehr als 11 US- $/t für Bohnen und bis zu 16 US-$/t  für Schrot hoben sich der Sojakomplex erneut von den übrigen Terminmärkten ab. Aggressive Käufe der Fonds trieben die Kurse nach oben. Auch Abdeckungen von Shortpositionen sollen den Auftrieb unterstützt haben. Man rechnet zudem damit, dass das USDA im kommenden Mai-Report die südamerikanische Ernte erneut um 2 bis 3 Mio. t nach unten korrigieren wird. Argentinien hat seine Ernteschätzung bereits auf unter 43 Mio. t zurückgenommen. Die offenen Positionen beim Chicagoer Sojakomplex schrauben sich weiter nach oben.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif schlossen nach Gewinnmitnahmen bis zu 3,25 €/t schwächer. Sie konnten von der späten Rallye in Chicago nicht profitieren. Als dort die Preise explodierten, war die Matif schon geschlossen. Dies lässt für heute Nachholbedarf erwarten.
Die Canola-Notierungen in Winnipeg zogen mit dem festen Sojakomplex bis zu 8,50 Can-$/t an.
 
Rohöl: Bessere Konjunkturdaten und ein gestiegener Ifo-Index in Deutschland, ein schwächerer US-Dollarkurs sowie festere Aktienmärkte führten bei Rohöl zu überschaubaren Kursgewinnen. (St)
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