Tageskommentar Rohstoffe: Kräftige Notizverluste bei Ölsaaten


Die Sojanotierungen sind nach stornierten Verkäufen von US-Bohnen eingebrochen. Die Rapskurse an der Matif folgten dem schwachen Sojakomplex mit kräftigen Verlusten. Auch Mais konnte sich der schwachen Tendenz nicht ganz entziehen. Weizen schloss durchwachsen: Chicago notierte ein leichtes Plus, an der Matif gaben die Kurse nach. Rohöl zog wieder an. Heute Morgen deuten die vorbörslichen Notierungen in Chicago und Rohöl stabilere Tendenzen an.   
 
Weizen: In Chicago drehte Weizen nach einem etwas wechselhaften Kursverlauf in ein moderates Plus. Exporthoffnungen durch den schwächeren Dollar dürften die US-Notierungen unterstützt haben. Die Weizenkurse an der Matif gaben dagegen erneut nach. Der Januar notierte 2 €/t schwächer, für die späteren Termine fielen die Kursverluste etwas größer aus. Die Aktivitäten in Paris waren erneut äußerst lebhaft. Zum Wochenanfang sind die offenen Positionen kräftig angestiegen. Ursächlich hierfür dürften vermutlich Options-Einlösungen und Technik gewesen sein. Sie haben möglicherweise ebenfalls zu der schwächeren Tendenz beigetragen. Aber vor allem der feste Eurokurs scheint die europäischen Weizenmärkte zu belasten. Der Euro legte zum Wochenstart gegenüber dem Dollar erneut zu und stieg auf den höchsten Stand seit knapp sieben Monaten, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor‘s die Bonität Griechenlands überraschenderweise deutlicher nach oben korrigiert hat.
 
Großbritannien hat aufgrund seiner schlechten Weizenernte im Oktober nur 90.300 t Weizen ausgeführt. Dies entspricht gerade einmal 40 Prozent der vergleichbaren Vorjahresmenge. Im Gegenzug hat Großbritannien allerdings 83.300 t Weizen aus Deutschland und 32.000 t aus Frankreich eingeführt.
 
Aus der südlichen Hemisphäre kamen etwas bullischere Nachrichten. Argentinien hat angekündigt, dass es seiner Weizenausfuhren im Januar und Februar auf 2 Mio. t begrenzen will und hat eine entsprechende Vereinbarung mit den Exporteuren geschlossen. Ursprünglich wollte Argentinien in dieser Kampagne 6 Mio. t Weizen exportieren, doch nun ist nur noch von 4,5 Mio. t die Rede. Die Börsen in Buenos Aires und Rosario erwarten nur noch eine Weizenernte von 9,5 bis 9,8 Mio. t. Das USDA hatte die Ernte zuletzt noch auf 11,5 Mio. t taxiert.
 
Mais: Äußerst dünn war die Nachrichtenlage bei Mais. Die Chicago Kurse gaben mit gedrückten Nachfragesignalen und im Zuge der gefallenen Sojabohnennotierungen sowie Gewinnmitnahmen leicht nach. Die schwächere Tendenz wurde durch günstiges Wetter für die brasilianische Maisernte unterstützt. Auch an der Matif gab es für Mais nicht zu holen. Die Notierungen fielen noch einmal etwas zurück.
 
Sojakomplex: Stornierungen von 420.000 t US-Sojabohnenkäufen in den USA, davon 300.000 t aus China, lösten einen regelrechten Einbruch beim Sojakomplex aus. Die Kurse für Bohnen und Schrot fielen um gut 11 US-$/t. Die Chicagoer Sojabohnennotierungen sind zudem an der Widerstandslinie von 15 US-$/t abgeprallt. Dies dürfte technische Verkäufe und Gewinnmitnahmen ausgelöst haben. Die schwächere Tendenz wurde durch gute Wetterbedingungen für die brasilianische Sojabohnenernte unterstützt. In Brasilien und in Paraguay sind ergiebige Regenfälle vorhergesagt. Neben Brasilien gehen Analysten inzwischen auch für Paraguay von einer Rekordernte aus. In Argentinien verzögert sich die Bohnenaussaat dagegen durch die nasse Witterung weiter.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif setzen dem schwachen Sojakomplex nichts entgegen und brachen mit einem Minus von bis zu 8,75 €/t regelrecht ein. Die Stimmung bleibt schwach, es fehlen neue Impulse und der Raps hängt am Tropf der Bohnen. Meldungen über gute Rapserträge in Australien dürften die schwache Tendenz zusätzlich verstärkt haben. In Winnipeg war das Bild ähnlich, auch dort gaben die Canola-Notierungen deutlicher nach.
 
Rohöl: Rohöl notierte fester. Der schwächere US-Dollarkurs, festere Aktienmärkte und Lösungsansätze im US-Haushaltsstreit ließen die Stimmung bei den Anlegern wieder steigen. Im kommenden Monat soll zudem die Erweiterung der Seway-Pipeline den USA genehmigt werden, die für einen Abfluss der Rohölbestände vom US-Andienungsort Cushing an den Golf sorgen soll. (St)
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