Tageskommentar Rohstoffe: Kursgewinne für Raps und Soja


Die Getreidemärkte gaben sich vor der mit Spannung erwarteten heutigen US-Anbauschätzung für Sommerkulturen defensiv. Weizen und Mais schlossen etwas schwächer. Dagegen konnten Sojabohnen in Chicago und Raps in Paris mit Kursgewinnen punkten. Für Rohöl fehlen derzeit Impulse.
 
Weizen: An der Matif boten die Weizennotierungen ein differenziertes Bild. Die alte Ernte schloss mit Notizverlusten von 4 €/t, für die neue Ernte gab es dagegen leichte Notizgewinne. Das trockene Wetter in Westeuropa könnte ein Thema werden, auch wenn es bisher noch keine ernsthaften Befürchtungen gibt.
In Chicago notierten die Weizenfutures schwächer und es wurden weitere Risikoprämien abgebaut. Gemildert wurde der Preisdruck durch das stressige trockene Wetter im südlichen US-Weizengürtel. Bei Sommerweizen rechnet man in den USA mit unveränderten Anbauflächen wie im Vorjahr.
Der amerikanische Landwirtschaftsattache in Russland hält eine russische Getreideernte von 84 Mio. t und eine Weizenernte von 52,5 Mio. t für möglich. Dies lasse möglicherweise Exporte von 6 Mio. t Getreide erwarten, schätzt der US-Diplomat. Japan will in den kommenden zwölf Monaten 5,1 Mio. t Mahlweizen importieren.
 
Mais: Bei Mais setzte sich vor der Flächenschätzung der Trend der Vortage fort. Es wurde verstärkt Mais verkauft und im Spread Sojabohnen dagegen gekauft. Die Kurse gaben etwas nach. Man rechnet damit, dass das USDA heute die deutliche Anbauausdehnung für den US-Mais bestätigen wird. Doch auch die Vierteljahres-Bestände stehen im Fokus des Marktes. Der Bestandsreport vom März gilt als potentieller Kandidat für größere Überraschungen und könnte Hinweise darauf geben, ob sich die US-Endbestände wirklich so eng entwickeln, wie in den vergangenen großen Monatsreports prognostiziert.
In Paris konnten sich die Maisnotierungen nicht ganz halten.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex knüpfte an die Gewinne des Vortages an und schloss etwas fester. Von der Schätzung erwartet der Markt positive Preisimpulse für den Sojakomplex und eine Bestätigung der vorangegangenen Zahlen der privaten Analysten. Eine leicht rückläufige Sojabohnenfläche könnte die US-Sojabohnenbilanz für die kommende Saison bei tendenziell steigender Nachfrage erneut sehr eng werden lassen.
 
Raps: An der Matif machte die neue Ernte mit einem Gewinn von 6 €/t etwas Boden gut. Aber auch die alte Ernte schloss 3 €/t fester. Die Vorzeichen für den Rapsmarkt zeigen bei den engen Bilanzen weiter in Richtung Norden. Die offenen Positionen der Pariser Rapsfutures stiegen weiter an.
In Winnipeg schloss Canola-Raps bei impulslosem Handel mit leichten Notizgewinnen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen tendieren auf hohem Niveau seitwärts. Die Schlusskurse gaben geringfügig nach. (St)
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