Tageskommentar Rohstoffe: Kursgewinne für Rapspreise an der Matif

Die Terminmarktnotierungen haben sich nach den vorangegangenen Turbulenzen etwas beruhigt. Die Weizenkurse an der Matif schlossen mit leichten Gewinnen. In Chicago gab es kleinere Notizverluste. Mais notierte schwächer. Der Sojakomplex schloss mit einem etwas schwächeren Unterton. Die Rapsnotierungen an Matif unterstrichen mit  Kursgewinnen ihre freundlichere Tendenz. Rohöl zog weiter an.

Weizen: Mit leichten Notizgewinnen bis zu 1,50 €/t beendeten die Weizenkurse an der Matif eine Serie von schwächeren Schlusskursen. Die offenen Positionen für Weizen bewegen sich in Paris seit Wochen in einer gewissen Bandbreite, ohne einen signifikanten Abbau oder Anstieg der Kontraktbestände. Frankreich hat eine Weizenernte von 33,5 Mio. t eingefahren und die Prognose des Vormonats um 1 Mio. t nach oben korrigiert. Gegenüber dem Vorjahr fällt die französische Weizenernte allerdings 6 Prozent kleiner aus.
An der Chicagoer Börse schlossen die Weizenfutures nach freundlichem Start mit überschaubaren Verlusten. Ein fester US-Dollarkurs und Befürchtungen über Wettbewerbsnachteile gegenüber der Schwarzmeerregion drückten auf die Kurse. Die Weizenbestände in Kanada zum Stichtag 1. Juli fielen mit 7,2 Mio. t höher aus, als es im Markt erwartet wurde. In Argentinien hat es in den trockenen Weizenanbaugebieten ergiebig geregnet. Für Südaustralien rechnen Wirtschaftskreise erneut mit einer sehr guten Weizenernte, die aber nicht ganz das Rekordergebnis des Vorjahres erreichen wird.
 
Ägypten hat 300.000 t Weizen gekauft, davon 180.000 t in Russland. Der Rest des Tenders entfiel auf Weizen aus Kasachstan, das erstmals in seiner Geschichte einen Exportauftrag in Ägypten platziert haben soll. Wichtigster Lieferant für Ägypten bleibt Russland, das in dieser Saison schon 1,7 Mio. t Weizen an Ägypten verkauft hat.
 
Mais: Mais gab an der Chicagoer Börse wenig her. Die Höchststände des Tages konnten nicht gehalten werden. Möglicherweise haben kleinere Liquidationen die Kurse belastet. Inzwischen soll auch schon erster leichter Erntedruck spürbar sein.
An der Matif notierte Mais 1,50 €/t bei ansehnlicherem Handelsvolumen fester. Frankreich rechnet diesem Jahr mit einer Maisernte von 14 Mio. t. Daswären rund 700.000 t mehr als im Vorjahr
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot drehten sich für die vorderen Termine vom grünen in den hellroten Bereich. An der Chicagoer Börse wurden Positionsbereinigungen vor dem kommenden USDA-Report am Montag beobachtet. Die festeren Rohölnotierungen brachten dem Sojakomplex mit Ausnahme von Sojaöl keine Unterstützung. Die Sojabohnenimporte Chinas haben an Dynamik verloren. Im August hat China nur noch 3,85 Mio. t und damit 1,1 Mio. t Sojabohnen weniger als im Vorjahr importiert. Gegenüber dem Juli gingen die Importzahlen um 28 Prozent zurück. Im September will China nach eigenen Aussagen nur 3,2 Mio. t Sojabohnen importieren.
 
Raps: Die Stimmung für Raps bleibt freundlich. Der November konnte sich 4,50 €/t befestigen und hat den Spread gegenüber späteren Terminen ausgeweitet. Die festeren fundamentalen Einflüsse der kleinen europäischen Rapsernte scheinen spürbar zu werden. Aber auch die festen Rohölpreise brachten Unterstützung. Aus der Ukraine berichten Investoren von niedrigeren Rapserträgen als gedacht.
In Winnipeg zogen die Canola-Kurse um die 3 Can-$/t an.
 
Rohöl: Die Kurse für Rohöl haben ihren Anstieg fortgesetzt. WTI legte 3,30 und Brent Crude Öl 2,90 US-$/Barrel  zu. Die Erholung an den Aktienmärkten und ein heranziehen der Tropensturm gaben entsprechenden Auftrieb. Der Tropensturm über dem Golf von Mexiko gewinnt an Stärke und bedroht die Förderanlagen im Golf. Nach den jüngsten Kursgewinnen haben sich die Rohölpreise in eine ganz andere Richtung bewegt, als von den meisten Analysten prognostiziert. Die Commerzbank erwartet inzwischen nur noch ein Rückgang der Brent-Crudeöl-Preise auf 110 US-$/Barrel. (St)
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