Tageskommentar Rohstoffe: Lebhafte Aktivitäten an Exportmärkten für Weizen


Etwas festere Rohölnotierungen haben die Ölsaatenmärkte und den Mais inspiriert . Die Maisnotierungen in Chicago schlossen ebenso wie der Sojakomplex fester. Auch Raps profitierte von einer festeren Grundtendenz und hat sich von dem kurzzeitigen Einbruch schon wieder gut erholt. Die Weizenkurse zogen hüben wie drüben an.
 
Weizen: An der Matif haben die Weizennotierungen bei lebhaften Exportaktivitäten zugelegt. Der November notierte über 216 €/t. Die EU-Kommission hat in dieser Woche Exportlizenzen für Weichweizen von 856.000 t erteilt, an denen Deutschland mit 63.000 t beteiligt war. Der größte Teil der Exporte dürfte nach Frankreich gegangen sein. Die Zahl der offenen Positionen für Weizen der Matif steigt und steigt. Inzwischen haben sie ein Volumen von über 250.000 Kontrakten erreicht.
In Chicago gab es ebenfalls Notizgewinne für den Weizen und eine Gegenreaktion auf die Kursverluste der Vortage. Dort haben die offenen Positionen bei Weizen abgenommen, es finden  Umschichtungen im Kontraktengagement zu Mais statt.
An internationalen Märkten kursierten Aussagen, dass Russland in diesem Jahr einen Importbedarf von 6 Mio. t Weizen haben könnte. Private Schätzungen gehen nur noch von einer russischen Weizenernte von 41,5 Mio. t aus. Der IGC hat in seiner neuen Bilanz die russische Weizenernte noch auf 44 Mio. t taxiert. Die globale Weizenernte wird nach der Prognose der Londoner Analysten auf 644 Mio. t zurückgehen und die Endbestände werden um 13 Mio. t abnehmen. Weitere Korrekturen nach unten lassen sich nach Ansicht des IGC’s bei dem schlechten Wetter in Teilen Europas und die Unsicherheiten in Osteuropa nicht ausschließen.
 
Mais: In Chicago profitierten die Maisnotierungen vom festeren Weizen und vor allem von den etwas angestiegenen Rohölnotierungen. Auch die sehr hohen US-Exportzahlen von über 1,7 Mio. t Mais wirkten sich stimulierend aus. Die ersten Maiserträge in den USA sollen enttäuschend ausfallen, lassen aber keine Rückschlüsse auf die Maisernte zu.
An der Matif schloss Mais mit kleinen Kursgewinnen.
Argentinien wird seine Maisfläche um 9 Prozent ausdehnen. Der IGC hat seine Schätzung für die globale Maisernte auf 829 Mio. t angehoben und liegt damit etwas unter den USDA-Zahlen. Im Vorjahr betrug die globale Maisernte knapp 809 Mio. t.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex setzte seine Erholungsphase fort. Die Novemberbohne schloss 5,70 US-$/t im Plus, bei Sojaschrot legte der Dezember fast 7 US-$/t zu. Die etwas festeren Rohölnotierungen und vor allem die sehr guten Exportzahlen waren bei dünner Nachrichtenlage die preisbestimmenden Faktoren. Mit fast 992.000 t fielen die wöchentlichen US-Exportzahlen für Sojabohnen beachtlich aus.
 
Raps: An der Matif konnten die Rapsnotierungen mit einem Plus von 6,25 €/t für November wieder Boden gutmachen. Die Erholungsphase beim Raps ging schnell, der Markt ist trotz der Schwankungen gesund. Hilfestellung gab es vom festeren Sojakomplex und etwas anziehenden Rohölnotierungen.
In Winnipeg verhalf der Sojakomplex den Canola-Notierungen zu Kursgewinnen von 2,90 Can-$/t für den November.
 
Rohöl: Mit überschaubaren Kursgewinnen beendete Rohöl die Talfahrt der Vortage. Bessere Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und ein etwas schwächerer US-Dollarkurs waren hilfreich. Analysten der Barclays Bank gehen trotz der Schwankungen von einem relativ stabilen Rohölpreis aus. Sie erwarten, dass er im Durchschnitt dieses Jahres bei 78 US-$/Barrel liegen könnte. Für das kommende Jahr rechnen sie mit einem durchschnittlichen Preis von 85 US-$/Barrel für WTI-Rohöl. (St)
 
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