Tageskommentar Rohstoffe: Leichte Beruhigung an den Weizenmärkten


Die Weizennotierungen an den Terminbörsen schlossen unterschiedlich. An der Matif gab es nur ein leichtes Plus, in Chicago dagegen ein Minus. Mit leichten Notizgewinnen konnten sich die Maiskurse in Chicago gut behaupten. Der Sojakomplex punktete mit Kursgewinnen für die Bohnen. Raps legte an der Matif etwas zu. Rohöl schloss erneut mit Notizverlusten.
 
Weizen: Die Weizenmärkte scheinen sich am Tag nach der bullischen Weizenschätzung des USDA erst einmal zu beruhigen. In Chicago konnte Weizen seine Tagesgewinne nicht halten und schloss knapp 4 US-$/t im Minus.
Mit der Abschwächung an den US-Börsen kamen auch die Weizennotierungen an der Matif von ihren Höchstständen zurück. Mit einem Plus von 1,50 €/t für November schlossen sie ebenso wie die weiteren Termine im grünen Bereich. Hüben wie drüben haben die offenen Positionen bei den Weizenfutures zugenommen. An der Matif stiegen sie nach der USDA Schätzung um 12.600 Kontrakte an.
Ungarn rechnet einer Weizenernte von 3,7 Mio. t. Das wären 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Algerien hat 200.000 t Weizen gekauft, es wurden noch keine Herkünfte genannt. In Pakistan sollen  durch die Überschwemmungen etwa 500.000 t Weizen vernichtet worden sein. Pakistan ist einer der klassischen Weizenimporteure am Weltmarkt.
 
Mais: Mit moderaten Kursgewinnen hielten sich die Maisnotierungen in Chicago im grünen Bereich. Der US-Markt erwartet eine erheblich größere internationale Maisnachfrage durch das kleinere Weizenaufkommen. Nach Ansicht von Analysten ist das Potenzial für weitere Preissteigerungen da, denn in den kommenden USDA-Prognosen rechnet man mit einer deutlichen Anhebung der US-Exportziele. Das enge Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von unter 10 Prozent dürfte den Maismarkt zusätzlich stützen, denn dies ist in den USA in den vergangenen 30 Jahren nur zweimal vorgekommen.  
An der Matif gab es kleinere Kursgewinne für Mais. Die Maisernte in Ungarn wird mit 7,4 Mio. t ähnlich wie im Vorjahr ausfallen.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex wird durch die Hoffnung auf größere US-Sojabohnenexporte belebt. Die Kurse für Bohnen schlossen erneut fester, nur der ausgelaufene Frontmonat August notierte im roten Bereich. Die Exporte-Euphorie lässt sich nur bedingt nachvollziehen. Die jüngste Exportprognose für US-Sojabohnen in der Saison 2010/11 liegt nämlich mit 39 Mio. t noch 1 Mio. t unter der Schätzung für die laufende Kampagne. Sojaschrot legte für August zwar über 6 US-$/t zu, für die weiteren Termine gab es aber nur geringe Notizgewinne.
 
Raps: An der Matif gab es für Raps solide Kursgewinne zwischen 2,25 und 2,75 €/t. Das Volumen war allerdings deutlich kleiner als an den vorangegangenen Tagen. Der freundlichere Einfluss vom Sojakomplex kompensierte die gedrückten Rohölnotierungen.
In Winnipeg schlugen sich die festeren Sojanotierungen und Aussichten auf größere Exporte in Kursgewinnen von 6,30 Can-$/t für Canola nieder.
 
Rohöl: Viermal hintereinander schlossen die Rohölnotierungen im Minus. Damit fielen sie und auf ein Niveau von etwas über 75 US-$/Barrel zurück. Der festere US-Dollarkurs drückte wie schon seit Tagen kräftig auf die Rohölnotierungen. Hohe Rohölbestände und gedämpfte Konjunkturaussichten für die USA verschärften den Druck. (St)
 
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