Tageskommentar Rohstoffe: Leichte Erholung an den Terminmärkten

Die Beruhigung bei den Aktienmärkten wirkte sich auch auf die Agrarnotierungen aus. Mais und Weizen gingen mit Gewinnen aus dem Tag, sowohl in Chicago als auch in Paris. Eine Ausnahme bildete der Sojakomplex. Er stand mehr unter dem Eindruck fundamentaler Daten. Bei Raps fielen die Gewinne an der Euronext moderat aus. Rohöl erreichte auch wieder die Gewinnzone.

Weizen: Etwas höher bewertete Aktienmärkte und ein schwacher Dollar verhalfen dem Weizen in Chicago am Dienstag zu einer deutlichen Erholung. Die bereits etwas festere Eröffnung löste einen kurzfristigen Eindeckungstrend aus und damit einen höheren Preis bereits in der Mitte des Tages. Die festere Bewertung des Weizens in Europa und die Rede von Händlern, die Short-Eindeckungen zu tätigen hätten, bevor das amerikanische Landwirtschaftministerium mit seinem neuen Bericht herauskommen wird, halfen, den Future zu unterstützen. Darüber hinaus wurden die Bedingungen für den Sommerweizen nicht mehr so gut eingeschätzt. Auch wies sich eine ordentliche Short-Position von Händlern als weiterer unterstützender Faktor aus. Ägypten kaufte 60.000 t Weizen in Russland. An der Pariser Börse gab es im Laufe des Tages auch eine Kehrtwende. Nach einer anfänglichen Schwäche legte der Weizen um bis zu 3,25 €/t zu.

Mais: Auch der Mais schloss in Chicago fester und erlebte eine festere Bewegung nach der schwächeren Nachtbörse. Bedenken über niedrigere Erträge sorgten für eine Unterstützung vor den neuen USDA–Zahlen am Donnerstag. Auch die etwas festeren Aktienmärkte unterstützten den Future. Brasilien reduzierte seine Schätzungen der Maisproduktion für das Wirtschaftsjahr 2010/11 auf 56,3 Mio. t im Vergleich zu 57,1 Mio. t im vergangenen Monat. Der wöchentliche Bericht über den Aufwuchs der Maisbestände in den USA wies 60 Prozent der Ernte als gut bis exzellent aus. In der vergangenen Woche waren es noch 62 Prozent, und 71 Prozent im vergangenen Jahr. Südkorea hat 55.000 t US-Mais angefragt. Deutlich gewinnen konnte auch der Mais in Paris mit bis zu 5,00 €/ t für den August 2012.

Sojakomplex: Die besseren Nachrichten von den Aktienmärkten konnte den Sojakomplex nicht beeindrucken. Die fundamentalen Daten spielten gestern in Chicago eine größere Rolle und beließen den Future weiter unter negativen Vorzeichen. Die Novemberbohne schloss schwächer unter dem Eindruck besseren Wetters in den kommenden zehn Tagen und einer Schwäche bei den Energiepreisen, die zu weiteren Verkäufen führten. Darüber hinaus schätzt Brasilien seine Sojabohnenproduktion 2010/11 mit 75,3 Mio. t höher ein als im vergangenen Monat mit 75 Mio. t. und 68,7 Mio. t im vergangenen Jahr. Die wöchentliche Bewertung des Aufwuchses in den USA zeigt, dass 61 Prozent der Sojabestände mit gut bis exzellent eingestuft wird. In der vergangenen Woche waren es 60 Prozent, 66 Prozent im vergangenen Jahr. Exporteure berichten von einem Verkauf von 25.000 t US Sojabohnen an eine unbekannte Destination.

Raps: Canola in Winnipeg konnte sich während der gesamten Sitzung nicht für eine eindeutige Tendenz entscheiden. In Paris verlor der Raps zunächst, konnte zu Sitzungsende aber zumindest moderat zulegen.

Rohöl: Gegen Abend haben sich auch die Rohölpreise wieder erholt. Nachdem sie zuerst weiter schwächer tendierten, konnten sie sich im Laufe des Tages befestigen. (dg)
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