Tageskommentar Rohstoffe: Leichter Druck auf Rapsnotierungen


An den Terminmärkten blieben neue Anregungen aus. Die Weizenkurse in Chicago gerieten nach Gewinnmitnahmen unter Druck und gaben nach. In Paris konnten sich die Weizennotierungen für die alte Ernte gut behaupten, legten aber für die neue Kampagne zu. Mais schloss in Chicago für die vorderen Termine im Plus. Im Sojakomplex war die Stimmung schwächer und die Kurse gaben etwas nach. Die Rapsnotierungen standen erneut unter leichtem Druck. Rohöl tendierte etwas fester.
 
Weizen: In Chicago gaben die Weizennotierungen einen Großteil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Gewinnmitnahmen belasteten die Kurse, denn in den südlichen Plains soll etwas Regen in Aussicht sein. Die kanadischen Farmer wollen in diesem Jahr den Weizenanbau um 17,4 Prozent auf 24,72 Mio. acres ausweiten.
An der Matif starteten die Weizennotierungen zwar im Plus, doch im vorderen Bereich konnten sie sich bei leichten Kursgewinnen nur gut behaupten. Die neue Ernte notierte dagegen bis zu 4,50 €/t im Plus.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago schlossen durchwachsen. Die Termine für die alte Ernte verbuchten ein moderates Plus, während die neue Ernte etwas schwächer notierte. Es gibt Chancen, dass sich das Wetter in Mittleren Westen aufbessert und in der kommenden Woche die Maisaussaat vorankommen könnte. Dies belastet die neuerntigen Kurse. Die offenen Positionen der Mais- und der Sojabohnen-Futures haben sich in Chicago nach Ostern signifikant abgebaut.
An der Matif beendete Mais mit kleinen Notizgewinnen die Börsensitzung.
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot notierten etwas schwächer. Die Befürchtungen über eine rückläufige Bohnennachfrage Chinas, das größte Angebot aus der südamerikanischen Sojabohnenernte und die Aussicht auf eine Rekordanbaufläche für Canola in Kanada drückten auf die Kurse. Die Erwartung, dass China zum Wochenende das Zinsniveau anheben könnte, um die Inflation einzudämmen, belastete ebenfalls die Stimmung.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an Matif standen zum Wochenanfang unter leichtem Druck. Nach einer etwas wechselhaften Sitzung gab es für den August Notizverluste von 3 €/t, die alte Ernte notierte nur geringfügig schwächer. Der gedrückte Sojakomplex wirkte belastend. Die Aussichten für die deutsche und europäischen Rapsernten sind gedämpft. Das Hamburger Analystenhaus Oilworld geht nur noch von einer Rapsernte von 4,5 bis 5,0 Mio. t Raps in Deutschland und von 20,1 Mio. t Raps in der EU aus.
In Winnipeg gerieten die Rapsnotierungen nach der ersten Einschätzung für die kommenden Canola-Aussaatflächen unter Druck. Die Kurse gaben fast 10 Can-$/t nach. Nach der Anbauerhebung von Statistics Kanada wollen die kanadischen Farmer die Canola-Aussaat in diesem Jahr um 14,3 Prozent auf eine neue Rekordfläche von 19,23 Mio. t ausdehnen. Allerdings hinkt die Rapsaussaat in weiten Teilen Kanadas drei Wochen hinter dem üblichen Zeitplan zurück.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen bleiben fest. WTI notierte knapp behauptet, für Brent Crude Öl gab es leichte Notizgewinne. Saudi-Arabien scheint nicht glücklich mit den hohen Rohölpreisen zu sein und warnte, dass die globale Konjunktur auf Dauer darunter leiden werde. Dies belastete die Rohölkurse allerdings nur kurzfristig. (St)
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