Tageskommentar Rohstoffe: Liquidationen belasten die Sojanotierungen

22.12.2009 Die anhaltende Stärke des US-Dollarkurses bleibt kurzfristig ein belastender Faktor an der Chicagoer Börse. Die Weizennotierungen ließen bei fehlender fundamentaler Unterstützung noch einmal Federn. Der Sojakomplex schloss nach Auflösung von Positionen schwächer, nur Mais konnte sich in Chicago im grünen Bereich halten. An der Matif bestimmte eine leicht freundlichere Tendenz den Raps und Weizen.
 
Weizen: In Chicago drückten Liquidation vor den Feiertagen und der feste Dollarkurs die Weizennotierungen nach unten. Es fehlt an fundamentaler Unterstützung und der Unterton bei Weizen bleibt bärisch. Käufe oder Verkäufe der Fonds bestimmen die Tagesnotierungen.
Ägypten hat sich nach eigenem Bekunden durch die reichlichen Weizenkäufe der vergangenen Wochen ein Vorratspolster von fünf Monaten angelegt. Künftig will Ägypten noch stärker auf den russischen Weizen setzen und auch höherwertige Weizenpartien in Russland kaufen. Im Gegenzug hofft man auf verstärkte Investitionen Russlands in die ägyptische Infrastruktur und Silokapazitäten.
An der Matif hielt sich Weizen mit einem leichten Plus für den Frontmonat Januar ganz gut und blieb auch für die weiteren Termine leicht oberhalb oder auf der Null-Linie.
 
Mais: Als einziger der großen Agrarfutures hielt sich der Mais in Chicago im Plus und der März exakt auf der psychologischen Schwelle von 400 Cents/Bushel (157 US-$/t). Die stabilen Maispreise passen in das Bild der Mais-Lobby, denn mit Kursgewinnen gegenüber Sojabohnen steigen die Chancen für größere Maisanbauflächen kommenden Frühjahr. Für die restliche Maisernte sieht es bei den zuletzt geernteten Partien mit hohen Feuchtigkeitsgehalten und abfallenden Qualitäten nicht sonderlich gut aus. Schätzungen gehen davon aus, das noch 4 bis 5 Prozent US-Mais auf den Feldern stehen.
Mit leichten Notizgewinnen auf allen Terminen blieb Mais an der Matif stabil.
 
Sojakomplex: Nach drei schwächeren Börsen hintereinander steuert der Sojakomplex auf eine Korrekturphase zu. Gestern sorgten der schwache Dollar und größere Liquidationen der spekulativen Fonds in den jeweiligen Frontmonaten in für einen Minus von 4 US-$/t für die Bohne und von 5 US-$/t beim Sojaschrot. In den vergangenen drei Tagen hat die Bohne damit fast 22 und Sojaschrot rund 26 US-$/t verloren. Im gleichen Zeitraum wurden fast 30.500 Kontakte Sojabohnen mit einem Volumen von über 4 Mio. t  aufgelöst.
 
Raps: Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen ließen sich die Rapspreise an der Matif von den Korrekturen der  Sojabohne und auch von schwachen Palmölpreisen kaum beeindrucken. Gestern gab es für den Februar eine Nullnummer und die weiteren Termine schlossen geringfügig im Plus.
In Winnipeg gerät Canola-Raps wieder stärker unter die Fuchtel der Sojanotierungen und gab 3,70 Can-$/t für Januar nach. Der Januartermin ist inzwischen rund 10 Can-$/t unter die charttechnische Stützungslinie gefallen.
 
Rohöl: Der Rohölmarkt lässt kurzfristig nur einen unterschwelligen Einfluss auf die Agrarmärkte erkennen. Bei festeren Finanzmärkten überwog der Einfluss des starken Dollars drückte auf die Rohölnotierungen. (St)
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