Tageskommentar Rohstoffe: Märkte treten auf der Stelle

Die Terminmärkte bleiben ohne neue Anregungen. Die bekannten Fundamentaldaten sind eingepreist und extreme externe Einflussfaktoren fehlen. Der Börsenhandel in Chicago war ruhig und von kleineren Gewinnmitnahmen bestimmt. Dies drückte die Weizen-, Mais-, Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen in ein leichtes Minus. An der Matif war die Tendenz für Raps und Weizen die gleiche. Rohöl zog wieder an. In den USA ist heute Thanksgiving Day und Chicagoer Börse ist geschlossen. Die europäischen Märkte sind auf sich gestellt. Dies lässt eher verhaltene Aktivitäten an der Matif erwarten.
 
Weizen: Nach etwas freundlichem Start gaben die Weizennotierungen an der Matif mit leicht schwächeren Vorgaben von den US-Börsen nach. Die Matif hängt derzeit wieder am Tropf von Chicago. Nach dem Ende der Aufwärtsbewegung fehlt der Antrieb. Immerhin halten sich die Notierungen um die 270 €/t. In Chicago schloss Weizen knapp behauptet. Die schlechtere Bonitierung der US-Winterweizenbestände haben in dieser Woche kein neues Kaufinteresse für Weizenfutures aufgelöst.
 
Der Irak hat sich mit 350.000 t Weizen aus Australien, Russland und Kanada eingedeckt. Russland war mit cif-Preisen von 399 US-$/t der billigste Anbieter. Die Offerten aus den USA waren jenseits von Gut und Böse. Die FAO rechnet für Marokko mit einem erheblichen Importbedarf von 8,4 Mio. t Getreide in diesem Wirtschaftsjahr, davon 5,2 Mio. t Weizen. Die marokkanische Weizenernte ist aufgrund von Trockenschäden mit 3,9 Mio. t 36 Prozent kleiner als im Vorjahr ausgefallen. Die Gerstenernte hat mit 1,9 Mio. t in Marokko nur die Hälfte des Vorjahresergebnisses gebracht. Russland wird in dieser Kampagne 9,5 bis 10 Mio. t Weizen exportieren, schätzt die staatsnahe Russische Getreideunion. Sie liegt damit in etwa auf der Linie der USDA-Zahlen.
 
Mais: Kleinere Gewinnmitnahmen vor dem Feiertag drückten die Maisnotierungen Chicagos in ein leichtes Minus. Rückläufige wöchentliche US-Produktionszahlen für Ethanol schlugen ebenfalls auf die Stimmung. Die Ethanolbestände in den USA sind gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen. An der Matif schloss Mais erneut etwas schwächer.  
 
Sojakomplex: Auch beim Sojakomplex setzen beim Parketthandel kleinere Gewinnmitnahmen ein und ließen die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen etwas schwächer schließen. Lediglich Sojaöl setzte nach einem größeren Exportgeschäft mit Sojaöl einen hellgrünen Kontrapunkt. Die Aussichten für die südamerikanische Sojabohnenernte sind weiterhin ordentlich. In Südbrasilien bessern sich das Wetter auf und es wird trockener.
 
Raps: Mit leicht rückläufigen Sojabohnennotierungen war die freundliche Tagestendenz beim Matif-Raps wieder schnell vorbei. Die Kurse konnten sich aber noch knapp behaupten. Zuvor waren die Rapsnotierungen zeitweise bis zu 2,50 €/t ins Plus gelaufen. Auch in Winnipeg gab es für Canola-Raps ein minimales Minus.
 
Rohöl: Nachdem eine Waffenruhe im Gazastreifen zunächst nicht zustande kam, wurde für Rohöl wieder eine kleine Risikoprämie eingepreist. Ob die gestern vereinbarte Waffenruhe zwischen den Israelis in Hamas hält, bleibt fraglich. Die Lage im Gazastreifen bleibt explosiv. Gesunkene Rohölbestände in USA, freundlichere Aktienmärkte und etwas besseren US-Konjunkturdaten waren weitere Einflussfaktoren für die etwas höheren Rohölnotierungen. (St)
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