Tageskommentar Rohstoffe: Mais setzt stramme Kursgewinne fort

Die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse haben auch am Tag nach dem bullischen US-Bestandsreport mit kräftigen Kursgewinnen reagiert. In Paris zogen die Maisnotierungen ebenfalls an. Die Weizenkurse gaben dagegen hüben wie drüben leicht nach. Der Sojakomplex litt unter Gewinnmitnahmen und notierte schwächer. Rohöl setzt seinen Anstieg fort.
 
Weizen: Nach einer volatilen Sitzung schlossen die Chicagoer Weizenkurse mit leichten Notizverlusten. Die Sogkraft fester Maisnotierungen ließ nach und Weizen wurden durch Gewinnmitnahmen belastet. Im US-Weizengürtel soll es etwas geregnet haben. Für diese Woche sagen die Wettervorhersagen ’hot and dry‘ voraus und die Wettermärkte dürften wieder Einfluss gewinnen. Händler in Chicago äußern sich skeptisch, ob sich der vom USDA prognostizierte Anstieg der US-Sommerweizenfläche von 27 Prozent realisieren lässt. In den nördlichen Weizenanbaugebieten der USA soll es bis Mitte April kühl und nass bleiben.
An der Matif machte Weizen die Sprünge der US-Notierungen nicht mit und schloss knapp behauptet.
 
Mais: Mais hat in Chicago seinen strammen Kursanstieg fortgesetzt und das angehobene Tages-Preislimit ausgenutzt. Die Kurse für den alterntigen Mais stiegen noch einmal um fast 17 US-$/t an. Die bullische US-Bestandsschätzung hat einen Run auf die Maisfutures ausgelöst und in zwei Tagen stiegen die offenen Positionen um mehr als 66.000 Kontrakte an. In den USA wird befürchtet, dass die Maisbestände nicht bis zum Ende der Saison ausreichen könnten. In den vergangenen Wochen hätten der Markt und die Kassamarktpreise die enge US-Maisbilanz weitgehend ignoriert, analysierten Chicagoer Händler. Nur mit weiter steigenden Maispreisen ließe sich die Nachfrage dämpfen, so der Tenor. In den vergangenen Monaten hatten allerdings auch zwischenzeitlich sehr feste Maispreise keine nennenswerten Auswirkungen auf die Nachfrage. Die sehr hohen Exportzahlen des Vortages von weit mehr als 2 Mio. t ließen zudem wieder die Gerüchteküche über mögliche Maiskäufe Chinas aufkochen. Die US-Bank Goldman Sachs rechnet in den kommenden drei Monaten mit einem weiterer Anstieg der Maisnotierungen um etwa 17 Prozent auf rund 340 US-$/t.
In Paris schlugen sich die festen Vorgaben aus Chicago in Kursgewinnen von fast 5 €/t für die alte Ernte nieder.  
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot standen nach Gewinnmitnahmen unter Druck und schlossen deutlich im Minus. Die Sojaschrotnotierungen gaben ihre Vortagesgewinne nach einem Minus von mehr als 10 US-$/t größtenteils wieder ab. Der Markt redete von einer schwächeren Nachfrage Chinas nach Sojabohnen aus den USA und erwartet eine Verschiebung der chinesischen Käufe nach Südamerika.  Die Wetteraussichten für Südbrasilien und für Argentinien haben sich verbessert und lassen wieder Erntefortschritte erwarten. Zwischen Argentinien und Indien bahnt sich ein Handelsstreit an und Indien droht die Sojaölimporte aus Argentinien zu boykottieren. Indien ist einer der größten Käufer für argentinisches Sojaöl.   
 
Raps: Für Raps gab es nach den kräftigen Kursanstiegen der Vortage einen Dämpfer. Die Notierungen schlossen über 8 t €/t im Minus. Da sich fundamental an der Situation nichts geändert hat, dürften eine Gegenreaktion und Gewinnmitnahmen die Rapskurse an der Matif belastet haben. Die offenen Raps-Positionen steigen weiter an. Allein am Freitag haben sie sich in Paris um über 6.000 Kontrakte gegenüber dem Vortagerhöht.
Auch in Winnipeg setzten Gewinnmitnahmen von kommerziellen Hedgern und Spekulanten in Kombination mit schwächeren Sojanotierungendie die Canola-Notierungen unter Druck. Die Kurse gaben aber nur moderat nach.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen setzen ihren Anstieg fort. Brent Crude-Öl bewegt sich bereits in Richtung 120 US-$/Barrel. Nach dem Ausbruch nach oben scheinen die Finanzanleger neue Höhen antesten zu wollen. Nach Ansicht von Experten werden die  anhaltenden Kämpfe in Libyen vorerst die Marschrichtung vorgeben, auch wenn sie keine neuen fundamentalen Erkenntnisse bringen und die Rohölversorgung nicht gefährdet ist. Freundlichere Aktienmärkte und positive Daten vom US-Arbeitsmarkt brachten zusätzliche Unterstützung für Rohöl. (St)
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