Tageskommentar Rohstoffe: Maisnotierungen in Chicago stärker unter Druck


Die Maispreise an der Chicagoer Börse sind auf den niedrigsten Stand seit Herbst letzten Jahres gefallen. Auch die Weizennotierungen in Chicago gerieten unter Druck und gaben nach. An der Matif schloss Weizen mit einer Nullnummer. Im Sojakomplex konnten sich die Sojaschrotpreise mit kleineren Notizgewinnen gut halten. Die Rapskurse an der Matif mussten Abstriche hinnehmen. Auch die Rohölnotierungen gaben wieder etwas nach.
 
Weizen: Der übergreifende Einfluss schwacher Maisnotierungen und ein zügiger Fortschritte bei der Ernte drückten auf die Chicagoer Weizenkurse. Die US-Winterweizenernte ist zu 38 Prozent gedroschen, die Erträge sind gut. Die spekulativen Fonds haben ihre Netto-Shortpositionen nach dem Rekordniveau der Vorwoche etwas abgebaut. Analysten glauben in den globalen Weizenmärkten einen negativen Unterton auszumachen. Ägypten hat 120.000 t Weizen in Russland gekauft.
An der Matif gab es eine knappe Nullnummer, nur der Novembertermin schloss geringfügig im Plus. Zwischenzeitliche Notizgewinne schmolzen mit rückläufigen Weizenpreisen in Chicago. Das Handelsvolumen war sehr rege und deutet auf verstärkten Exportaktivitäten hin.
 
Mais: In Chicago geraten die Maiskurse stärker unter Druck. Die Kurse fielen auf den tiefsten Stand seit September vergangenen Jahres. Mit 133 $/t notierte der Juli mehr als 6 US $/t unter dem für die US-Farmer psychologisch wichtigen Kurs von 350 Cents je Bushel. Der Dezember lag nur noch knapp darüber. Die Wetteraussichten für den US-Maisanbau sind gut, obwohl die Bonitierung der guten bis sehr guten Bestände leicht zurückgenommen wurde. Im Markt rechnet man mit einer Anhebung der amerikanischen Maisflächen von etwa 500.000 ha in der morgigen Anbauschätzung des USDA. Die spekulativen Fonds drehen ihr Engagement zunehmend auf Long-Positionen.
In Paris legten die Maisnotierungen für August um 2,50 €/t zu und liegen nur noch wenig unter 160 €/t. Die Börsennotierungen laufen den Kassamarktpreisen hinterher.
 
Sojakomplex: Neuerntige Sojabohnen notierten in Erwartung an etwas rückläufige Bonitierungen der Bestände etwas fester. Diese wurde nach Börsenschluss bestätigt. Dennoch gibt es über die Wetterbedingungen in mittleren Westen kaum  Grund zu Klagen. Die Sojaschrotpreise notierten auf allen Termin etwas fester. Die wöchentlichen Exportanmeldungen für Sojabohnen von 124.000 t lassen das Ende der US-Kampagne erkennen. Allerdings konnten die USA 115.000 t Sojaöl nach China verkaufen. Der Disput zwischen China und Argentinien und die Qualitätsanforderungen an Sojaöl scheint noch nicht beendet zu sein.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif beginnen sich auf hohem Niveau zu konsolidieren. Notizverluste von 1,75 bis 3,25 €/t deuten an, dass die Rapspreise nach dem strammen Preisanstieg eine Erholungsphase notwendig haben. Bei 330 €/t scheint sich zudem eine stärkere Widerstandslinie zu bilden. In der vergangenen Woche haben die offenen Positionen in Paris um rund 13.000 Kontrakte zugenommen und lassen spekulative Einflüsse vermuten.
In Winnipeg gab es für den Frontmonat Juli kleinere Notizverluste, für die weiteren Termine bewegte sich wenig. Die Unsicherheit über die Canola-Flächen in Kanada bleibt. Ein festerer kanadischer Dollar drückte etwas auf die Notierungen.
 
Rohöl: Die Rohölpreise bewegten sich nach Gewinnmitnahmen wieder nach unten. Es sieht so aus, dass der Tropensturm die Öl-Förderanlagen im Golf von Mexiko nicht bedrohen sollte. (St)
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