Tageskommentar Rohstoffe: Markt wartet gespannt auf die neuen USDA-Zahlen


Seit Tagen drehen sich die Diskussion an den Märkten um den heutigen USDA Report. Heute Abend um 18:00 Uhr ist es soweit. Dann könnten die neuen Zahlen des amerikanischen Landschaftsministeriums für neue Anregungen an den Märkten sorgen. Der Januarreport gilt als einer der wichtigsten Veröffentlichungen im Jahresverlauf. Zum einen enthält er in der Regel die finalen US-Ernteschätzungen, zum anderen hat er in den vergangenen Jahren regelmäßig für größere Turbulenzen an den Märkten gesorgt. An den Terminmärkten wurden daher überwiegend Positionsbereinigungen vorgenommen.
Auch am Vortag haben sich die Fonds und Händler an der Chicagoer Börse positioniert. Während Mais erneut etwas zulegen könnte, gaben Weizen und der Sojakomplex leicht nach. An der Matif ist der Januarkontrakt für Weizen mit Verlusten ausgelaufen. Raps gab seine vorangegangenen Kursgewinne wieder größtenteils ab. Rohöl notierte mit einem festeren Unterton.
 
Weizen: Der Januartermin an der Matif hat sich nun endgültig vom Börsenparkett in Paris verabschiedet. Nach einem Minus von 6,25 €/t ist Preisabstand zum März-Weizen weitgehend abgeschmolzen. Der neue Frontmonat März schloss nach einem leichten Minus bei 246 €/t. Die EU-Kommission hat am Donnerstag ihre Exportzahlen für die beiden vergangenen Wochen veröffentlicht. Die europäischen Weizenexporte laufen danach weiter auf Hochtouren und haben die 10 Mio. t-Grenze in diesem Wirtschaftsjahr überschritten. Im Vorjahr waren zu dieser Zeit gerade einmal 7,5 Mio. t Weizen exportiert worden. Trotz des Jahreswechsels wurden in den vergangenen beiden Wochen in der Summe 976.000 t neue Exportlizenzen für Weizen gezogen.
 
In den USA sind die Exportaktivitäten noch schleppend. Ägypten hat seinen jüngsten Tender über 115.000 t mit 55.000 t in den USA gefüllt, doch der Rest ging nach Kanada. Auch die wöchentlichen US-Exportzahlen für Weizen fielen mit 234.000 t nicht sonderlich beeindruckend aus. Um die Exportprognose des USDA zu erreichen, werden fast doppelt so wöchentlichen Exportmenge benötigt.
 
Mais: Weitere Shortabdeckungen ließen die Maisnotierungen erneut im grünen Bereich schließen. Die offenen Positionen haben sich weiter erhöht und lassen auf eine eher bullische Erwartungshaltung an den USDA-Report schließen. Die Analysten gehen im Durchschnitt ihrer Erwartungen davon aus, dass das USDA die US-Endbestände bei Mais um etwa 500.000 t nach unten korrigieren wird und die US-Maisernte niedriger einstuft. Bei den globalen Endbeständen rechnen die Analysten kaum mit nennenswerten Verschiebungen. Die Maisexporte aus den USA sind derzeitig nicht der Rede wert. Die saldierten wöchentlichen US-Exportzahlen lagen gerade einmal bei 1.000 t.
 
In der EU laufen die Maisimporte auf Hochtouren. Im den vergangenen drei Wochen wurden mehr als 1,5 Mio. t neue Exportlizenzen für Mais gezogen. Damit haben sich die Maisimporte bereits auf 5,6 Mio. t in dieser Saison summiert. Die umfangreichen Zufuhren von Drittlandsmais entlasten die europäischen Weizenmärkte zwar, begrenzen aber auch das Aufwärtspotenzial der Weizenpreise nach oben. An der Matif notierte Mais am Vortag gut behauptet.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bot vor dem Report kein aussagefähiges Bild. Die Notierungen schwanken erneut, schlossen aber mit leichten Verlusten. Auch Sojabohnenverkäufe von 587.000 t nach China und an eine unbekannte Destination trugen nicht zur Aufhellung der Stimmung bei. Die wöchentlichen US-Exportzahlen fielen mit knapp 407.000 t kleiner als erwartet aus. Die guten Bedingungen für die südamerikanische Sojabohnenernte stehen weiterhin im Raum. Sollte sich das USDA heute den Marktmeinungen anschließen, wird es die südamerikanischen Sojabohnenernten im neuen Report nach oben korrigieren.  
 
Raps: Die starke Volatilität der Rapspreise an der Matif lässt sich kaum erklären. Nach den vorangegangenen Kursgewinnen gab es gestern ein Minus von 9,25 €/t für den Februartermin und 6,50 €/t für den Mai. Die Aktivitäten waren erneut äußerst lebhaft, doch die Schwankungen an der Börse verunsichern erheblich, lassen sie doch derzeit keine Richtung für Raps erkennen. Die Sojabohnenkurse konnten nicht als Argument herhalten und die üblichen Deutungsversuche wie Gewinnmitnahmen wirken nur hergeholt. In Winnipeg notierte Canola-Raps dagegen behauptet
 
Rohöl: Die Rohölpreise zogen etwas an. Ein schwächerer US-Dollarkurs und aufkommender Konjunkturoptimismus sorgten für Kursgewinne. Die spanische Verkaufsaktion von Staatsanleihen verlief erfolgreich und der Euro legte zu. Der EZB-Präsident Mario Draghi hat zudem erklärt, dass er im Laufe des Jahres wieder mit einer Erholung des europäischen Wirtschaftsraums rechnet. Auch die Ratingagentur Standard & Poor‘s erwartet Pressemeldungen zufolge, dass die Eurokrise zum Jahresende überstanden sein könnte. Hinzu kamen positive Konjunkturdaten aus China. Die Exporte China sind 2012 um 7,9 Prozent angestiegen. Gleichzeitig nahmen auch die Ölimporte Chinas im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent zu. (St)
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