Tageskommentar Rohstoffe: Matif- Kurse heben sich von Chicago ab


Im Gegensatz zu Chicago schlossen die Weizenkurse an der Matif mit Notizgewinnen. Ein weiterer Weizenexport Frankreichs nach Ägypten bestimmte die freundliche Tendenz. In Chicago standen die Notierungen noch unter den Nachwirkungen des USDA-Reports unter Druck. Die Weizenkurse gaben leicht, die Maisnotierungen dagegen etwas stärker nach. Der Sojakomplex schloss deutlich schwächer. Dagegen konnten sich die Rapsnotierungen an der Matif behaupten. Rohöl notierte schwächer. Heute sind die Börsen in den USA wegen eines Feiertags geschlossen. Die europäischen Terminmärkte bleiben auf sich gestellt.

Weizen: Innerhalb von acht Tagen hat Frankreich den zweiten Weizentender nach Ägypten gewonnen. An dem jüngsten Weizengeschäft nach Ägypten war Frankreich mit 120.000 t beteiligt. Weitere 60.000 t stammen aus der Schwarzmeerregion. Die Matif regierte auf die französischen Exporte mit Kursgewinnen bis zu 3,25 €/t. Damit konnten die Vortagsverluste schon wieder zur Hälfte kompensiert werden. Frankreich rechnet nach eigener Einschätzung in dieser Kampagne mit Weizenexporte in Drittländer in Höhe von 8,7 Mio. t. Das französische Getreideamt Agrimer sieht zwar ein weitaus größeres Exportpotenzial von zehn Mio. t, doch das lasse sich aufgrund des fehlenden Weizenangebotes nicht bedienen.
In Chicago gaben die Weizennotierungen unter dem Einfluss eines festeren US-Dollars und schwächeren Mais-und Sojanotierungen leicht nach. Auch die sehr gute globale Weizenversorgung drückte auf die Stimmung. Nach Einschätzung des USDA werden die weltweiten Weizenbestände in dieser Saison auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren und auf den drittgrößten seit 50 Jahren steigen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago setzen ihre Abwärtskorrektur fort und gaben erneut nach. Der  März fiel wieder unter 6 US-$/Bushel oder umgerechnet 236 US-$/t. Der festere US-Dollarkurs, schwächere externe Märkte aber vor allem die Aussicht auf Regen in Argentinien und Südbrasilien belasteten die Kurse. Die Wettermodelle sind zwar uneinheitlich, lassen aber für diese Woche teilweise heftige Niederschläge erwarten. Sollten sich die südamerikanischen Maisbestände erholen, zieht diese Ansicht von Analysten zwangsläufig rückläufige Börsenkurse nach sich. An den fundamentalen Daten hat sich allerdings nichts geändert. Die US-Maisbilanz bleibt äußerst knapp und auch die globale Maisbilanz ist bei einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von knapp 15 Prozent nicht sonderlich komfortabel.
In Paris konnten sich die Maisnotierungen mit dem festeren Weizen etwas erholen und schlossen 1,75 €/t im Plus.

Sojakomplex:
Auch beim Sojakomplex drückten die geänderten Wetterprognosen für Argentinien auf die Kurse. Die Wettermodelle haben sich im Verlaufe der vorangegangenen Börsensitzung gedreht und die Aussicht auf stärkere Regenfälle lösten Verkaufsaktivitäten aus. Größere Niederschläge könnten vor allem die Aussichten für die argentinische Sojabohnenernte noch verbessern, wird vermutet. Die Kurse für Sojabohnen fielen um 9 US-$/t und für Sojaschrot um  6 US-$/t. Auch Positionsbereinigungen vor dem verlängerten Wochenende in den USA belasteten den Sojakomplex.

Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif bewiesen Stehvermögen. Trotz schwächerer Sojabohnenkurse und rückläufigen Rohölnotierungen konnten sie sich nach kleinen Preisschwächen behaupten. Es hat den Anschein, als ob der Rapsmarkt etwas Distanz zu den volatilen Sojamärkten sucht.
In Winnipeg war der Einfluss vom Sojakomplex stärker spürbar und die Kurse gaben über 5 Can-$/t nach.

Rohöl: Die Rohölnotierungen standen unter dem Einfluss der Finanzmärkte und gaben nach. Die führende Ratingagentur Standard & Poor's hat zu einem Rundumschlag in der Eurozone ausgeholt und die Bonität von acht Euro-Ländern reduziert. Darunter waren auch Frankreich und Österreich. (St)
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