Tageskommentar Rohstoffe: Matifnotierungen halten Kurs nach Norden


Die Aufwärtsbewegung für Mais und Weizen an der Matif setzt sich fort. Auch die Rapskurse notierten in Paris fester. In Chicago konnten lediglich die Weizennotierungen etwas punkten. Soja und Mais notierten schwächer. Die Rohölpreise suchen nach den vorangegangenen Kursverlusten nach einer Orientierung.
 
Weizen: Mit neuerlichen Kursgewinnen bis zu 3,25 €/t halten die Weizennotierungen am Matif weiterhin Kurs nach Norden. Zwischenzeitlich zogen die Novembernotierung sogar bis zu 6,75 €/t an. Das Handelsvolumen dürfte mit fast 29.600 Kontrakten oder einer umgesetzten Menge von 1,48 Mio. t einen neuen Tagesrekord erreicht haben. Schwerpunkt der Aktivitäten bleibt der Novemberkontrakt.
Die Probleme mit Hitze und Trockenheit in Europa, Russland und Teilen der Ukraine haben auch die Chicagoer Börse unterschwellig beeinflusst. Nach einer sehr festen Eröffnung und Short-Eindeckungen schlossen die Weizenfutures in Chicago nach späten Gewinnmitnahmen allerdings nur moderat fester.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago profitierten zunächst von festeren Weizenkursen, schlossen aber moderat im Minus. Es ließen sich keine eigene Impulse ausmachen. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen mit knapp 893.000 t trugen dazu bei, dass die Exportprognosen des USDA bereits zu knapp 78 Prozent erreicht sind und nur wenig unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre liegen.
An der Matif kam bei Mais mit über 2.000 Kontrakten ein für die Maisfutures sehr hohes Volumen zusammen. Die Kurse zogen für den August 3,25 an. Der Maismarkt bleibt witterungsbedingt fest und der November notiert mittlerweile über 160 €/t.
In China hat es in den Mais-Anbauregionen im Nordosten des Landes geregnet. Aufgrund der Trockenheit wurde dort dringend Regen benötigt.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex profitierte nur kurzzeitig von den höheren Getreidemärkten und schloss mit leichten Notizverlusten bei Bohnen und Schrot. Lediglich die vorderen Termine konnten sich knapp im Plus halten. Sehr schwache Exportanmeldungen von nur 61.500 t Sojabohnen drückten auf die Stimmung. Die Verladungen fielen auf niedrigsten Stand seit Mitte September vergangenen Jahres, als die alte Kampagne auslief. Die Wachstumsaussichten für die US-Sojabohnenernte bleiben trotz durchwachsenen Wetterprognosen gut.
Argentinien will die Beimischung von Biodiesel von 5 auf 7 Prozent anheben. In einem weiteren Schritt soll die Beimischung auf 10 Prozent steigen.
 
Raps: Mit Notizgewinnen bis zu 4,25 €/t haben die Rapsfutures an der Matif ihre feste Tendenz bestätigt. Bei der Unsicherheit über die europäische Rapsernte bleibt das Interesse am Futures- Handel rege, die Umsätze lagen über 7.300 Kontrakten.
Auch in Winnipeg gab es mit einem Plus von mehr als 4 Can-$/t für die neue Ernte deutlichere Notizgewinne. Lediglich der Andienungsmonat Juli notierte technisch bedingt im Minus. Unterstützt wurden die Canolanotierungen von festen Kassamärkte, wenig Verkäufen der Farmer, sowie den bekannten Probleme mit der Aussaatfläche. Gewinnmitnahmen und eine Befestigung des kanadischen Dollars verhinderten höhere Notizgewinne.
 
Rohöl: Nach schwankendem Kursverlauf und zunächst deutlichem Anstieg gaben die Rohölnotierungen ihre Notizgewinne wieder ab. Sie schlossen leicht im Minus. Nach Einschätzung von Ölhändlern lässt sich derzeit kein Trend beim Rohöl erkennen. Die freundlicheren Aktienmärkte und ein schwächerer US-Dollarkurs brachten nur kurzfristige Notizgewinne. (St)
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