Tageskommentar Rohstoffe: Mögliche Weizenimporte Russlands treiben Weizenkurse hoch

Die Weizennotierungen sind in Chicago und an der Matif wieder angestiegen. Meldungen über absehbare russische Getreideimporte waren die Auslöser. Mais notierte in Chicago dagegen schwächer. Der Sojakomplex bewegt sich in einer Konsolidierungsphase und die Kurse für Sojabohnen und Schrot gaben nach. Auch Raps an der Matif musste mit Notizverlusten schließen. Rohöl setzte seine Abwärtstendenz fort.
 
Weizen: Meldungen, dass Russland in diesem Jahr Getreide importieren muss, brachten Bewegung in die Weizennotierungen. An der Matif schossen die Kurse im Tagesverlauf bis zu 12 €/t hoch. Mit Notizgewinnen von 7,50 €/t endete die Börsensitzung bei sehr lebhaftem Volumen. Es wurden fast 58.000 Kontrakte mit einem Volumen von fast 2,9 Mio. t gehandelt.
In Chicago gab es ebenfalls ein kleines Kursfeuerwerk, dass zum Börsenschluss mit einem Plus von rund 7,50 US-$/t an Kraft verlor. Die Notierungen wurden zusätzlich von den sehr großen wöchentlichen US-Exportzahlen von mehr als 1,4 Mio. t Weizen gestützt, den höchsten seit drei Jahren. Daran war Ägypten mit 594.000 t beteiligt.
Ägypten hat zudem weitere 240.000 t Weizen in Kanada und Frankreich gekauft. Marokko signalisiert einen Importbedarf von 2,3 Mio. t Weizen und 600.000 t Durum. Bei den lebhaften globalen Weizenhandelsaktivitäten ist keine Entspannung der Weizenpreise in Sicht, zumal nun auch Russland als bisher drittgrößter globaler Weizenexporteuer auf der Käuferseite steht.   
 
Mais: In Chicago konnten die Maisnotierungen von den bullischen Weizenmärkten nicht profitieren und schlossen mit leichten Notizverlusten. Die Ernteaussichten für Mais sind in den USA ausgezeichnet und selbst die weit über den Erwartungen liegenden wöchentlichen US-Exportzahlen von fast 2,9 Mio. t für Mais ließen keine Stimmung aufkommen. Möglicherweise haben sich die Händler auf dem Weizen konzentriert.
China hat Meldungen lanciert, dass es über ausreichende Maisreserven verfügt. Was es damit bezwecken will, bleibt allerdings unklar. Die internationalen Märkte und Analysen rechnen damit, dass die Maisbestände Chinas weitaus enger sein sollen, als offiziell verkündet.
In Paris das gewohnte Bild, mit festeren Weizennotierungen zog auch Mais an. Der November schloss knapp 5 €/t höher als am Vortag.
 
Sojakomplex: Für den Sojakomplex war es kein guter Tag. Die Kurse schlossen mit Verlusten von 6,80 US-bei der Bohne und über 5 US-$/t beim Schrot deutlich unter ihren Tageshöchstständen. Die Verkäufer waren in der Überzahl, das große Ertragspotenzial der US-Sojabohnenernte drückte auf die Notierungen. Selbst die sehr hohen US-Exportzahlen konnten der Bohne diesmal nicht auf die Beine helfen. Immerhin hat das USDA die wöchentlichen Exportzahlen für Sojabohnen mit 2,2 Mio. t ausgewiesen. Die Befürchtungen über Ertragseinbußen durch den Befall der Bestände mit SDS soll noch größere Verluste verhindert haben.
 
Raps: Auch beim Raps gab es wenig zu holen, die Kurse schlossen bis zu 3,25 €/t schwächer. Der gedrückte Rohölmarkt, ein schwacher Sojakomplex und rückläufige Canola-Notierungen drückten auf die Matif-Kurse.
In Winnipeg fielen die Notizverluste mit einem Minus von über 11 Can-$/t für Canola recht heftig aus. Der schwache Sojakomplex, Stopporders und Positionsbereinigungen vor der heutigen offiziellen Ernteschätzung ließen die Kurse deutlich abrutschen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen gaben mit rückläufigen Aktienmärkten und schwachen US-Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten erneut nach. Sie fielen unter 75 US-$/Barrel. (St)
 
stats