Tageskommentar Rohstoffe: Nachwehen des USDA-Reports drücken Kurse

Die Aussicht auf eine gute globale Weizenernte und erster Erntedruck bei Mais haben die Notierungen in Chicago und in Paris unter Druck gesetzt. Die Weizen- und Maiskurse in Chicago gaben deutlich nach. Auch in Paris schlossen Weizen und Mais schwächer. Der Sojakomplex notierte ebenso wie Raps schwächer. Rohöl zeigte erneut uneinheitliche Kursverläufe.  
 
Weizen: Die Weizenkurse in Chicago standen noch unter dem Einfluss und Nachwehen des jüngsten USDA-Reports. Die Termine ab Dezember notierten mehr als 9 US-$/t schwächer. Damit schlossen die Chicagoer Weizennotierungen zum zehnten Mal hintereinander im roten Bereich. Die gedrückten Maisnotierungen und Aussicht auf Regen in den US-Winterweizenanbaugebieten verschärften den Druck zusätzlich. Das USDA hatte in seinem jüngsten Report die Weizenendbestände für die USA um 2,5 Mio. t nach oben korrigiert und eine komfortable globale Weizenversorgung prognostiziert.
Auch in Paris mussten die Weizennotierungen der guten Weizenversorgung und den schwachen Vorgaben aus Übersee Tribut zollen. Der November schloss 5 €/t schwächer. Das USDA geht für die EU von einem leichten Anstieg der Weizenendbestände auf 12,5 Mio. t aus.
Libyen hat 50.000 t Weizen in Russland gekauft.
 
Mais: Nach größeren long-Liquidationen knicken die Maiskurse in Chicago regelrecht ein. Der Dezember notierte fast 9 US-$/t schwächer. Die Verkaufswelle schlug sich in einem stärkeren Rückgang der offenen Positionen wieder. Es soll sich zudem Erntedruck bemerkbar machen, denn inzwischen sind rund 30 Prozent der US-Maisbestände reif. Die Bonitierung der Feldbestände hat sich gegenüber der Vorwoche etwas verbessert. Vor allem in Iowa wurden die Entwicklung der Maisfelder positiver bewertet.
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen lange im grünen Bereich halten, gaben aber unter dem starken Druck von Übersee und mit schwachem Weizen 2,50 €/t nach.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex kam trotz des übergreifende Preisdrucks vom Mais etwas besser weg und schloss nur mit überschaubaren Notizverlusten für Sojabohnen und Sojaschrot. Einschätzungen über eine etwas bessere US-Sojabohnenernte machten die Runde. Die Bonitierung der Pflanzenbestände war gegenüber der Vorwoche unverändert.
 
Raps: Raps setze an der Matif seine Korrekturphase des Vortags mit Kursverlusten von mehr als 4 €/t für den November fort. Die schwächeren Kurse für Sojabohnen und Brent Crude Öl dürften für Preisdruck gesorgt haben. Nach den vorangegangenen stetigen Kursanstiegen ist die Korrekturphase nichts Ungewöhnliches.
In Winnipeg gaben die Canola-Notierungen ebenfalls etwas nach.
 
Rohöl: Rohöl schloss erneut uneinheitlich. Während sich Brent Crude Öl im Zeichen der schwachen europäischen Konjunkturaussichten im roten Bereich bewegte, legte WTI sogar über 2 US-$/Barrel zu. Die Erwartungen an niedrigere US-Rohöllagerbestände sollen sich an der Nymex positiv ausgewirkt haben. Durch die jüngsten Tropenstürme ist die Rohölförderung im Golf von Mexiko kurzfristig rückläufig und führt zu niedrigeren Lagerbeständen. Die fundamentalen Aussichten für Rohöl geben nach Ansicht von Analysten keine Argumente für festere Kurse her. Die Internationale Energieagentur IEA hat ihre globale Wachstumsprognose für das laufende Jahr um 160.000 Barrel pro Tag auf 1 Mio. Barrel pro Tag nach unten korrigiert reduziert und rechnet auch für das kommende Jahr mit einem gebremsten Wachstum der Rohölnachfrage. (St)
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