Tageskommentar Rohstoffe: Negative Vorzeichen bleiben überwiegend bestehen


Weizen in Chicago verlor gestern leicht, in Paris tendierte er moderat fester bis unverändert. Mais hielt seine negativen Vorzeichen an beiden Börsen. Auch der Sojakomplex stand unter Druck genauso wie Raps in Paris. Rohöl kann wieder eine festere Tendenz vorweisen.

Weizen: Der Juliweizen in Chicago schloss schlussendlich leicht schwächer zum Vortag, nachdem er im Laufe der Sitzung auch stärkere Kurse gesehen hatte. Die Rede, dass der Ausverkauf vom Vortag leicht übertrieben war, und die Nachricht von einer kleineren Ernte in Australien, Deutschland und möglicherweise auch noch Korrekturen aus der Schwarzmeerregion unterstützten den Future immer wieder. Händler sahen eher trockenes als normales Wetter für die Schwarzmeerregion und die Aussicht auf eine kleinere erwartete Ernte in Russland von 50 Mio. t oder weniger im Vergleich zu 53 Mio. t der USDA –Schätzung von gestern. In dem wöchentlichen Exportreport von heute erwarten Händler Verkäufe von 250 000 Tonnen. In Paris legte der Weizen moderat zu.

Mais: Der Julimais schloss fester, der Dezember setzte seine Talfahrt fort. Auch die übrigen Termine hatten ein negatives Vorzeichen. Vorteilhaftes Wetter für den Mais und weniger Hitze in den kommenden Tagen schob den Dezember zu seinem tiefsten Punkt seit dem 6. Juni. Die Ethanolproduktion in der vergangenen Woche mit durchschnittlich 920 000 Barrels/Tag lag 1,8 Prozent über der Vorwoche und 4,5 Prozent über dem Vorjahr. Die totale Produktion für die Woche lag bei 6,44 Mio. Barrels und war damit die höchste Produktion seit Anfang Februar. Für den wöchentlichen Exportreport von heute sahen Händler Maisverkäufe von etwa 550 000 Tonnen. In Paris verlor der Mais wenig an Boden.

Sojakomplex: Der gesamte Sojakomplex stand am Mittwoch unter Druck. Die Aussicht auf feuchteres Wetter im späten Juni sowie Verkäufe der Funds bestimmten den gestrigen Tag. Neben dem günstigen Wetter für die kommenden Wochen waren die Sorgen um die globale Wirtschaft die negativen Kräfte, die den Future schwächten. Gewinnmitnahmen sorgten für zusätzlichen Druck. Die Aussicht auf ein kleineres Wirtschaftswachstum in China im zweiten Quartal wurde ebenfalls schwächend für den Markt gesehen. Auch der Gedanke, dass die Schrotnachfrage mit einer besseren Maisversorgung nachgeben könnte, sorgte für Druck. Die wöchentlichen Exportzahlen für Sojabohnen werden auf 550 000 Tonnen geschätzt.

Raps: In Paris verlor der Raps am zweiten Tag in Folge. Gestern musste er Verluste bis zu 3,75 €/t hinnehmen. Damit folgte er unter anderem den zunächst wieder nachgegebenen Rohölpreisen.

Rohöl: Das Rohöl fährt weiterhin Achterbahn. Nach der Schwäche des Vortages ist jetzt wieder etwas Erholung angesagt. Wieder spielt die Hoffnung auf Gelder der US-Notenbank eine Rolle. Auch ein schwächerer Dollar wirkt unterstützend. Auch heute Morgen ist die Tendenz weiter fest, obwohl die Ratingagentur Moody`s Spanien herabgestuft hat. (dg)
stats