Tageskommentar Rohstoffe: Neuer Umsatzrekord für Weizen an der Matif


Die sehr lebhaften Handelsaktivitäten bei den Weizenfutures an der Pariser Börse halten an. Mit Kursgewinnen an der Matif und in Chicago hat sich die Aufwärtsbewegung des Weizens fortgesetzt. Mais notierte in Chicago dagegen etwas schwächer. Der Sojakomplex schloss mit leichten Verlusten für Sojaschrot. Die Rapsnotierungen zogen weiter an. Rohöl legte deutlicher zu.
 
 Weizen: An der Matif starteten die Weizenfutures mit kräftigen Kursgewinnen von mehr als 8 €/t. Die Spitzengewinne ließen sich zwar nicht halten, doch mit einem Plus von 3,75 €/t für November hat sich die festere Tendenz fortgesetzt. Das Handelsvolumen war äußerst lebhaft, mit 50.165 Kontrakten oder über 2,5 Mio. t markierte die Matif einen neuen Tages-Umsatzrekord für Weizen. Die wöchentlichen EU-Exportlizenzen fielen mit 153.000 t zu Beginn der Weizenernte unterdurchschnittlich aus.
Auch in Chicago legte Weizen einen fulminanten Börsenstart hin, doch bei Börsenschluss reduzierten sich die Kursgewinne auf gut 3 US-$/t. Die gedrückten Ernteaussichten in Russland, in der Schwarzmeerregion und in Europa lösten größere Fondsaktivitäten aus. Ein schwacher US-Dollar unterstützte die Kurse zusätzlich.
 
Mais: Mit bröckelnden Gewinnen beim Weizen drehten die Maisnotierungen in Chicago ins Minus. Die Kursverluste fielen moderat aus. Der schwache US-Dollarkurs und gestiegenen Rohölnotierungen brachten ebenso wie die sehr hohen US-Exportzahlen von fast 1,2 Mio. t keine Hilfestellung. Die zuletzt rückläufigen Maispreise haben das Kaufinteresse der Fonds angeregt, die offenen Positionen stiegen in Chicago am Vortag um über 18.800 Kontrakte im Mais an.
An der Matif gab es mit einem Plus von 5 €/t satte Kursgewinne für Mais. Der Aufwärtstrend hat sich fortgesetzt. Das Handelsvolumen war mit über 2.200 Kontrakten für Mais in Paris lebhaft.
 
Sojakomplex: Im Sojakomplex schlossen die Sojaschrotpreise mit leichten Verlusten und zollten höheren Sojaölkursen Tribut. Sojabohnen schlossen neutral und gaben ihre Tagesgewinne im Laufe der Sitzung ab. Es kam keine Stimmung auf, obwohl die wöchentlichen US-Exportzahlen der Sojabohnen mit über 1,2 Mio. t beachtlich waren.  
Für Brasilien haben private Analysten für 2010/11 eine Sojabohnenernte von 70 Mio. t prognostiziert. Das wären 5 Mio. t mehr, als die aktuelle USDA-Schätzung und könnte die Versorgung mit Sojabohnen noch komfortabler werden lassen. Argentinien hat dagegen seine Schätzung für die diesjährige Ernte auf 52,7 Mio. t nach unten korrigiert. Das USDA ging zuletzt noch von 54,5 Mio. t aus.  
 
Raps: Die Börsensitzungen beim Raps werden an der Matif volatiler. Nach zunächst kräftigen Kursgewinnen drehten die Notierungen sogar leicht ins Minus, um zwischen 2,50 und 3,50 €/t im Plus zu schließen.  
In Winnipeg gab es für Canola-Raps eine Konsolidierungsphase. Die Kurse haben sich nach kleinen Gewinnmitnahmen und unter dem Druck eines festeren kanadischen Dollarkurses kaum verändert
 
Rohöl: Mit Kursgewinnen von 2,74 US-$/Barrel sind die Rohölnotierungen an der Nymex aus der Seitwärtsbewegung ausgebrochen und haben schon wieder die 80 US-Barrel in Sichtweite. Die deutlichen Kursgewinne an den Aktienmärkten und ein schwächerer US-Dollarkurs lösten eine kleine Rallye aus. (St)
 
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