Tageskommentar Rohstoffe: Notierungen an der Matif halten sich


21.12.2009 Der feste US-Dollarkurs macht den Agrarfutures weiter zu schaffen. In Chicago war das Bild durchwachsen. Sojaschrot musste nach weiteren Gewinnmitnahmen moderate Notizverluste hinnehmen, Mais schloss wenig verändert und Weizen profitierte nach Short-Abdeckungen mit höheren Kursen. Die Matif-Notierungen hielten sich bei Raps, Weizen und Mais im neutralen Bereich.
 
Weizen: Die Weizenkurse in Chicago legten nach Gewinnmitnahmen und wenig Verkaufsofferten trotz eines festen US-Dollarkurs und schwachen Sojabohnen moderat zu. Möglicherweise hat auch die pessimistische Anbauschätzung des amerikanische Analystenhaus Informa für etwas Stimmung gesorgt. Informa geht von einer Reduzierung der US-Weizenfläche von 9 Prozent aus. Der US-Landwirtschaftsattache in China hat die chinesische Weizenernte mit 106 Mio. t deutlich niedriger taxiert, als das USDA in seinem letzten Monatsreport mit 114,5 Millionen t. Es bleibt abzuwarten, ob das USDA in seinem Januar-Report die neuen Zahlen aufgreift, zumal sie offiziellen chinesischen Angaben zuwiderlaufen.
Der Matifweizen verbuchte ein geringfügiges Plus uns schloss neutral. Bei den zuletzt lebhaften Umsätzen wurden größere Positionen für Januar geschlossen. In diesem Zuge haben sich in der Vorwoche die offenen Positionen um über 7.500 Kontrakte abgebaut und es wurde Kapital abgezogen.
 
Mais: Mit einem leichten Plus nach etwas mehr Kaufinteresse der Fonds konnte sich die Maisnotierungen Chicago und an der Matif halten.
Der USA- Landwirtschaftsattache in China hat die chinesische Maisernte auf 150 Mio. t nach unten korrigiert. Das wären 5 Mio. t niedriger, als die letzte USDA Schätzung. Sollten die Zahlen stimmen, würden sich die globalen Maisendbestände weiter reduzieren. Nach Kommentaren an der Chicagoer Börse würde das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch auf 15,8 Prozent und auf den zweitniedrigsten Wert seit 34 Jahren zurückfallen.
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot mussten nach neuerlichen Gewinnmitnahmen leichte Kursverluste einstecken. Die Sojabohnennotierung für Januar nähert sich mit einem Kurs von 372 US-$/t inzwischen wieder der Marke von 1.000 Cents/Bushel. Auch wenn die jüngsten Notizverluste noch keine Schwächetendenz anzeigen, die Luft nach oben ist bei der Bohne dünner geworden. Im Verhältnis zu den anderen Agrarfutures hat die Sojabohne nach Ansicht von Analysten den größten Spielraum nach unten. Das Wetter und die Wachstumsbedingungen in Südamerika sind zudem ausgesprochen gut.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif können sich ganz wacker halten. Der Februar verbuchte ein leichtes plus. Die neue Ernte schloss mit ein Minus von 0,50 €/t und die Differenz von August zur alten Ernte im Mai fällt kaum ins Gewicht. Nennenswerte spekulative Kursgewinne scheint man beim Raps kurzfristig kaum zu erwarten, denn die offenen Positionen haben sich in der Vorwoche um über 3.000 Kontrakte abgebaut.
In Winnipeg gab es für Canola-Raps ein Minus von 1,80 €/t für den Frontmonat Januar. Schwächere Sojabohnenkurse und ein festerer kanadischer Dollar drückten auf die Notierungen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen konnten nach wechselhaftem Verlauf etwas zulegen, ohne eine festere Tendenz erkennen zu lassen. Die Opec hat angekündigt, dass sie bei ihrem Treffen in dieser Woche die Förderquoten beibehalten will. (St)
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