Tageskommentar Rohstoffe: Notierungen fallen an der Matif allesamt ins Minus


Während sich die Chicagoer Notierungen zum Börsenschluss noch einigermaßen berappeln konnten, hielt sich in Paris eine schwache Stimmung bis zur Schlussglocke. Weizen, Mais und Raps gaben allesamt nach. In Chicago notierte Weizen zwar schwächer, doch der Sojakomplex konnte seine zwischenzeitlich deutlicheren Tagesverluste noch nahezu kompensieren. Mais notierte sogar im grünen Bereich. Getrieben von besseren globalen Konjunkturdaten zogen die Rohölnotierungen an.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif eröffneten schwach und blieben auch während der gesamten Sitzung im roten Bereich. Gedrückte Vorgaben aus Chicago ließ die Märznotierung in Paris knapp 5 €/t ins Minus fallen. Neue Anregungen fehlen derzeit. Die EU hat in dieser Woche neue Exportlizenzen für Weichweizen über 364.000 t erteilt. Damit haben sich die Weichweizenausfuhren in dieser Kampagne auf 10,8 Mio. t summiert. Im Vorjahr betrug die Lizenznahme zu diesem Zeitpunkt nur 7,9 Mio. t. Laut einem Bericht von Bloomberg bereiten niedrigere Proteingehalte der französischen Exportwirtschaft Sorgen. Die 11 Prozent Protein könnten geradeso gehalten werden, werden französische Exporteure zitiert.
In Chicago gaben die Weizenkurse nach. Möglicherweise ließen sie sich sogar vom schwachen Matifweizen inspirieren.
 
Mais: Lebhafteres Kaufinteresse zum Börsenschluss ließ die Maisnotierungen in Chicago für die beiden vorderen Termine noch in den grünen Bereich drehen. Die offenen Positionen bei Mais haben sich am Vortag signifikant erhöht. Sie waren zuletzt schon stetig angestiegen. Die Anleger scheinen den Maisfutures das größte Potenzial zuzumessen.
In Paris schlossen sich die Maisnotierungen dem schwachen Weizen an und die Kurse gaben bis zu 4,50 €/t nach. Die Kassamärkte stehen weiterhin unter leichtem Druck, denn die Drittlands zufuhren bleiben reichlich. In dieser Woche hat die EU-Kommission neue Exportlizenzen über 332.000 t erteilt. Damit haben sich die europäischen Maisimporte in dieser Kampagne bereits auf knapp 6,4 Mio. t summiert.
 
Die brasilianische Maisernte könnte etwas besser ausfallen, als zuletzt geschätzt. Das USDA-Büro in Brasilien erwartet eine Maisernte von 72,5 Mio. t und liegt damit 1,5 Mio. t über der Schätzung des Amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Das Exportpotenzial für brasilianischen Mais könnte auf 18 Mio. t steigen, schätzt das USDA-Büro vor Ort.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex überlegte es sich zum Börsenschluss noch einmal anders und konnte seine deutlicheren Tagesverluste nahezu kompensieren. Größere Sojabohnenverkäufe von 632.000 t für die kommende Saison könnten die Stimmung aufgehellt haben. 510.000 t davon hat China gekauft. Gedrückt wurde die Stimmung der Börsianer durch Wettermeldungen aus Argentinien, nach denen in den kommenden zwei Wochen Regen fallen kann. Im brasilianischen Süden bleibt es dagegen trocken. Im Mato Grosso hat die Ernte begonnen. Die Erträge sollen dem Durchschnitt des Vorjahres liegen. Die Wettermärkte werden in den kommenden Wochen die Sojanotierungen bestimmen.
 
Raps: An der Matif geriet Raps wieder unter die Fuchtel des Sojakomplexes und notierte schwächer. Der Februar verzeichnete nur leichte Verluste, denn Technik und Glattstellungen vor dem Auslaufen des Kontraktes in der kommenden Woche bestimmten den Kursverlauf. Der Mai notierte dagegen 3,75 €/t schwächer. Dadurch hat sich der Spread zwischen Februar und Mai auf 16,50 €/t ausgeweitet. Die neue Ernte gab sogar 5 €/t nach. Für die kommende Rapsernte sind die Aussichten derzeit europaweit gut. Die Anbaufläche wurde ausgeweitet, die Bestände waren vor den Winter gut entwickelt und in den meisten Teilen Europas schützt eine Schneedecke die Rapspflanzen vor Frost.
In Winnipeg ließen sich die Canola-Kurse vom Sojakomplex nicht irritieren schlossen etwas fester.
 
Rohöl: Die Rohölpreise zogen an. Brent-Crudeöl hat sich nachvollziehbar aus der Seitwärtsbewegung befreit und deutet eine Aufwärtstendenz an. Gute Korrekturdaten aus China, der USA und auch aus der Eurozone ließen die Risikobereitschaft der spekulativen Anleger steigen. Selbst die gestiegenen wöchentlichen US-Rohölbestände von 2,8 Mio. t und ein Zuwachs bei Benzin und Destillaten konnten die Stimmung der Anleger nicht trüben. Die technischen Probleme der Seaway-Pipeline vom US-Andienungsort Cushing zu den Raffinerien am Golf sollen zudem bald wieder behoben sein. (St)
stats