Tageskommentar Rohstoffe: Notierungen ziehen weiter an


Die Getreide- und Ölsaatenmärkte bleiben weiter fest und lassen keine schwächeren Tendenzen erkennen. Bei Weizen brachte die neue IGC-Schätzung Stimmung aufs Börsenparkett. Die Notierungen zogen in Paris und an den US-Börsen gleichermaßen an. Bei Mais wurde die Aufwärtsbewegung nur durch Gewinnmitnahmen begrenzt. Der Sojakomplex schloss ebenfalls fester. Raps konnte seine recht hohen Tagesgewinne nicht verteidigen, hielt sich aber weitestgehend im grünen Bereich. Die Rohöl-Kurse gaben nach der Vortagsrallye im Zuge von Gewinnmitnahmen etwas nach.
 
Weizen: Die neue Schätzung des IGC hat die Weizenmärkte zu neuen Kursgewinnen animiert. An der Matif stiegen Weizennotierungen mehr als 5 €/t an. In Chicago gab es ähnliche Kursgewinne auf Dollar-Basis. Der IGC hat seine Schätzung für die globale Weizenernte um 6 Mio. t auf 665 Mio. t nach unten korrigiert. Danach würde die kommende Weltweizenernte 30 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen und die globalen Endbestände könnten auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren fallen. Dies dürfte erst einmal für sehr feste Aussichten am Weizenmarkt sorgen.
Die spekulativen Fonds an der Chicagoer Börse haben bereits im Vorfeld ihr Engagement von netto-Long auf netto-Short gedreht. Die wöchentliche US-Ernte-Bonitierung wertet den Zustand der Sommerweizenbestände in den USA in den Kategorien gut bis exzellent um 6 Prozent ab.
 
Mais: In Chicago setzt sich der Preisauftrieb bei Mais fort. Gewinnmitnahmen begrenzten das Aufwärtspotenzial. Die Wetteraussichten im Mittleren Westen sind weiterhin überwiegend als trocken, nur vereinzelt werden Schauer und Gewitter erwartet. Allerdings soll es den Wettermodellen zufolge in 10 bis 15 Tagen etwas feuchter im Maisgürtel werden. Die US-Maisbestände leiden unter dem Trockenphasen Wetter, denn die wöchentliche Bonitierung klassifiziert nur noch 48 Prozent der Bestände als gut bis exzellent. Gegenüber der Vorwoche wurde Wert um 8 Prozent nach unten korrigiert.
Der IGC sieht allerdings keine Probleme für die globale Maisernte, setzt aber hinter seine Schätzung für die US-Maisernte von 350 Mio. t ein großes Fragezeichen. Weltweit erwartet er sogar einen Anstieg der Maisernte um 49 Mio. t auf 919 Mio. t.
An der Matif zogen die Maisnotierungen in dem festen Umfeld bis zu 4 €/t für den November an.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss nach Gewinnmitnahmen deutlich unter seinen Tageshochs. Für den Frontmonat markierten die Sojabohnen aber erneut ein deutliches Plus. Sojaschrot notierte rund 7 US-$/t fester. Die Chicagoer Börse preist weiterhin Risiko- und Wetterprämien in die Futures ein. In den kommenden fünf Tagen ist noch keine Wetteränderung in Sicht, danach könnte es etwas nasser werden. Die heranwachsende US- Bohnenbestände wurden in den Kategorien ‚gut bis exzellent‘ um 8 Prozent zurückgestuft. Die Bestände haben gelitten und nur noch 45 Prozent fallen in diese Klasse. Das USDA hat einen Verkauf von 1,19 Mio. t Sojabohnen an eine unbekannte Destination bekannt gegeben. Hinter einer so großen Mengen könne nur China zu stecken, wird im Markt vermutet.
 
Raps: An der Matif setzen die Rapsnotierungen zum Sturm auf die Marke von 500 €/t für die Augustnotierung an. Trotz kräftiger Kursgewinne blieb die Offensive kurz davor stecken und die Preise traten wieder ihren Rückzug an. Möglicherweise setzen Gewinnmitnahmen ein, als die Sojabohnennotierungen ebenfalls ihre Preisspitzen abgaben. Der August notierte bei Börsenschluss sogar mit roten Vorzeichen. Für die weiteren Termine blieb es jedoch bei überschaubaren Kursgewinnen.
In Winnipeg gab es keine Notierungen.
 
Rohöl: Nach der Freitagsrallye konsolidierten sich die Rohölnotierungen und gaben im Zuge von Gewinnmitnahmen nach. Schwächere Konjunkturdaten aus China, der USA und der Eurozone drückten auf die Notierungen. In der Eurozone ist die Arbeitslosenquote im Mai leicht auf 11,1 Prozent angestiegen. Der kräftige Kursanstieg der Rohölnotierungen am vergangenen Freitag lässt sich nach Ansicht der Commerzbank nur mit Psychologie und nicht mit Nachfragedaten begründen. Der Kurssprung könnte allerdings ein Anzeichen für eine nachhaltige Erholung sein, mutmaßen die Analysten. (St)
stats