Tageskommentar Rohstoffe: Notizgewinne durch Shortabdeckungen


Der Sojakomplex und die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse profitierten von Shortabdeckungen. Mit ihren deutlicheren Kursgewinnen verhalfen sie auch den Weizenfutures zu einem Preisanstieg. An der Matif gab es nach Tagen wieder ein leichtes Plus für den Weizen. Die Rapskurse setzen ihren stetigen Kursanstieg fort. Die Rohölpreise konnten sich behaupten.
 
Weizen: Im Windschatten von Mais und Soja legten auch die Weizenfutures an der Chicagoer Börse zu.  Die Märkte sind im Portfolio der Fondsgesellschaften eng ineinander verzahnt. Die spekulativen Fonds haben zwar ihre Short Positionen etwas reduziert, doch das verfügbare Potenzial lässt weiter kurzfristige Aufwärtsbewegungen erwarten.
Die FAO rechnet für 2010/11 durch kleinere Ernten in den USA und einigen asiatischen Ländern mit einer 5 Prozent niedrigeren globalen Weizenproduktion. Bei Endbeständen aus der laufenden Kampagne bleibt die Weizenversorgung dennoch reichlich.
Nach den stetigen Notizverlusten der vorangegangenen Tage gab es an der Matif ein leichtes Plus. Es werden zunehmend Positionen für den Frontmonat März geschlossen, der in 14 Tagen ausläuft.
 
Mais: Bei größeren Shortabdeckungen schlossen die Maisnotierungen in Chicago 4,50 US-$/t höher als am Vortag. Die Fonds waren in großem Stil Käufer, die offenen Positionen haben sich abgebaut. In Argentinien sollen heftige Regenfälle die Aussichten für die Maisernte verschlechtern. In den USA deuten die Wetterprognosen auf ein nasses Frühjahr hin. Für Iowa zeichnen sich wieder Überschwemmungen ab und es werden Erinnerungen an die problematische letztjährige Maisaussaat wach.
Die Matif notierte Mais mit einem leichten Minus, der Frontmonat März rutschte unter 130 €/t.
 
Sojakomplex: Auch beim Sojakomplex brachten Shortabdeckungen die Notierungen für Bohnen und Schrot etwa 6 US-$/t nach oben. Nach den heftigen Regenfällen in Argentinien bekamen einige ‚Shortisten’ an der Chicagoer Börse anscheinend kalte Füße und stellten in größerem Stil offene Positionen glatt. Das nasse Wetter in Argentinien tut der südamerikanischen Rekord-Sojabohnenernte zwar kein Abbruch, aber die Ernte in Argentinien wird sich voraussichtlich verzögern. Auch in Nord- und Zentralbrasilien Brasilien sind die Wetterbedingungen nicht optimal, doch die Ernte kommt trotz Unterbrechungen voran.
 
Raps: Raps setzte an der Matif seine stetigen Aufwärtsbewegung mit leichten Kursgewinnen fort. Zwischenzeitlich kratzte die Mainotierungen sogar an der Linie von 300 €/t. Seit Ende Januar sind die Rapsnotierungen stetig nach oben gelaufen und erhielten im Februar Schützenhilfe von festeren Sojabohnen- und Rohölkursen. Die höheren Rapspreise haben auch das Interesse an den Rapsfutures belebt. Nach dem Auslaufen des Februarkontraktes sind die offenen Positionen wieder um über 7.000 Kontrakte gestiegen.
In Winnipeg gab es vorne eine Nullnummer, für die späteren Termine ein leichtes Plus. Der Einfluss des Sojakomplexes wurde durch einen festen kanadischen Dollarkurs weitgehend kompensiert.
 
Rohöl: Bei leichten Notizgewinnen konnten sich die Rohölkurse an der Nymex über 80 US-$/Barrel halten. Der jüngste Preisanstieg beruht nach Ansicht von Analysten ausschließlich auf Käufen der spekulativen Finanzanleger. Die Rohölpreise würden sich derzeit kaum oberhalb von 80 US-$/Barrel etablieren können, wird gemutmaßt. (St)
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