Tageskommentar Rohstoffe: November-Raps verabschiedet sich mit kräftigen Minus

Der Novemberkontrakt für Raps musste an der Matif an seinen letzten Handelstag technische Kursverluste hinnehmen. Die Weizennotierungen in Paris zeigten erneut wenig Bewegung. In Chicago notierten Weizen und Mais schwächer. Auch der Sojakomplex schloss mit Notizverlusten. Rohöl gab geringfügig nach.

Weizen: In Chicago wurden die Weizennotierungen von einem festen US-Dollarkurs und gedrückten externen Märkten belastet und notierten 6 US-$/t schwächer. Zwischenzeitlich waren die Weizenkurse noch stärker ins Minus gerutscht. Die Weizenfutures in Paris ließen sich davon nicht sonderlich beeindrucken und zeigten wenig Bewegung. Der Frontmonat November konnte sich an der Matif knapp behaupten. Analysten rechnen mit einer Konsolidierung der europäischen Weizennotierungen in einer Bandbreite zwischen 180 und 210 €/t.
Der Weizenkauf Ägyptens von 120.000 t in der Ukraine hat erneut die Dominanz der Schwarzmeerregion an den Exportmärkten bestätigt. Die Durchschnittspreise bei dem Geschäft lagen rund 20 $/t unter den Offerten aus Frankreich. Die USA haben bei dem Tender erst gar nicht mitgeboten.
 
Mais: Long-Liquidationen der Fonds drückten die Chicagoer Maisnotierungen überschaubar in den roten Bereich. Der drohende Konkurs des namhaften US-Wertpapierhändlers und Brokers MF-Global und ein fester US-Dollarkurs sowie schwächere Aktienmärkte setzen die Rahmendaten. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 703.000 t lagen deutlich unter den Erwartungen.
Man rechnet damit, dass die Ukraine verstärkt als Wettbewerber für US-Mais auftritt und die Preise an Exportmärkten unter Druck setzt. Neben Japan soll inzwischen auch Taiwan Mais in der Ukraine gekauft haben. Beide Länder waren ansonsten eine sichere Bank für die US-Maisexporte.
In Paris konnte sich der Frontmonat November mit technischen Kursgewinnen von 3,50 €/t von den roten Vorzeichen der übrigen Termine absetzen. Am kommenden Montag ist der letzte Handelstag für den Novembermais an der Matif.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex stand unter dem negativen Einfluss von Liquidationen und Unsicherheit über die Auswirkungen der Zahlungsschwierigkeiten von MF-Global. Mit einem Minus von rund 3,50 US-$/t für den November kam es für die Bohne dann doch bei weitem nicht so dick, wie es zwischenzeitlich aussah. Die Sojaschrotnotierungen gaben nur leicht nach und profitierten von Spreads gegen das schwächere Sojaöl. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen waren mit mehr als 1,3 Mio. t zwar passabel, doch an der Börse wurden die Exportaussichten eher verhalten beurteilt.
Analysten der in London ansässigen börsennotierten Chartered Bank beurteilen die Aussichten für Sojabohnen mittelfristig bullisch. Sie sehen aufgrund des wachsenden Schweinefleisch-Verbrauchs in China auch einen weiter steigenden chinesischen Sojabohnenbedarf.
  
Raps: Der Novemberraps beendete seinen letzten Handelstag an der Matif mit einem kräftigen technischen Kursverlust von 12,50 €/t. Der Einbruch kam erst kurz vor Börsenschluss zustande - vermutlich haben einige Teilnehmer bei ihren letzten Glattstellungen zu lange gezockt. Dadurch hat sich allerdings der Spread von November zum Februar auf 15 €/t reduziert. Der November-Kontrakt hat sich in seiner Laufzeit zwischen einem Hoch von 485 €/t und einem Tief von 316 €/t bewegt. Neuer Frontmonat ist nun der Februar, der nach einem leichten Kursverlust bei 423 € notierte.
In Winnipeg musste der Frontmonat November mit einem Minus von 6 Can-$/t ebenfalls höhere Kursverluste als die späteren Termine hinnehmen.
 
Rohöl: Rohöl schloss trotz des zwischenzeitlich deutlichen Minus nur mit minimalen Kursverlusten. Der festere Dollar und schwache Konjunkturdaten aus den USA wurden von den Anlegern ignoriert. Analysten machten eine etwas kleinere Risikobereitschaft aus. Immerhin haben Spekulationen auf eine schnelle Konjunkturerholung und steigende Rohölnachfrage den WTI-Notierungen im Oktober zu den höchsten Monatsgewinnen seit mehr als zwei Jahren verholfen. (St)
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