Tageskommentar Rohstoffe: Nur Raps sorgt für kräftige Kursausschläge


An der Chicagoer Börse beherrschten Geplänkel und Positionsbereinigungen vor den morgigen USDA-Zahlen das Geschehen. Die Händler waren nicht bereit, größere Positionen einzugehen. Eine Ausnahme bildeten die Maisfutures. So konnte Mais fester schließen, während Soja und Weizen nachgaben. Für die größten Bewegungen sorgte allerdings der Matif-Raps, der erneut mit Notizgewinnen schloss. Die Weizenfutures an der Matif konnten ihre Tagesgewinne nicht halten und sich nur gut behaupten. Rohöl hielt sich trotz höherer US-Lagerbestände einigermaßen.
 
Weizen: An der Matif zeigten die Weizennotierungen leichten Auftrieb, ohne nachhaltig festere Tendenzen erkennen zu lassen. Die überschaubaren Notizgewinne wurden mit schwächeren Chicagoer Vorgaben wieder aufgezehrt. Für die Termine ab März blieb aber zumindest ein kleines Plus übrig. Der Januartermin notierte mit einem Schlusskurs von 254,50 €/t und hat heute seinen letzten Handelstag.

In Chicago gaben die Weizennotierungen bei Börsenschluss ebenfalls ihre Gewinne wieder ab schlossen schwächer. Es wird erwartet, das USDA morgen einen größeren Zuwachs bei der US-Winterweizenfläche ausweisen könnten, als zuletzt erwartet. Der Preisdruck ging aber in erster Linie von der Weizenbörse in  Kansas aus, die aufgrund ergiebiger Niederschläge in den südwestlichen Plains schwächerer Notierungen vorgab. Das Niederschlagssystem könnte sich bis in den östlichen Maisgürtel ausdehnen und dringend benötigte Regenfälle in den trockener Plains bringen. Zurzeit sieht es allerdings nicht sonderlich vorteilhaft für die Weizenbestände in weiten Teilen der Plains aus. Das USDA hat daher 597 Counties (vergleichbar mit Landkreisen) in 14 US-Bundesstaaten aufgrund der Trockenheit als Natur-Katastrophengebiet erklärt, berichtet die Washington Post.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen schlossen wie am Vortag mit leichten Kursgewinnen. Die Händler an der Chicagoer Börse erwarten vom USDA eine leichte Rückstufung der Maisernte. Eine kleinere Ernte-Schätzung könnte allerdings durch niedrigere Exportzahlen oder eine Verbrauchseinschränkung mehr oder weniger kompensiert werden. Dies hätte dann nur wenig Einfluss auf die US-Endbestände. Allerdings schienen die Maisfutures die größte Spekulationsmasse zu bieten, denn die offenen Positionen zogen zur Wochenmitte signifikant an.
An der Matif gaben die Maisnotierungen nach freundlichem Start etwas nach.
 
Sojakomplex: Beim Sojakomplex bestimmte börsentechnisches Geplänkel und kleinere Bereinigungen vor dem USDA-Report die Sitzung. Die Kurse schlossen für Sojaschrot und für Sojabohnen geringfügig schwächer. Meldungen, dass China in Südamerika einige Schiffsladungen Bohnen gekauft haben soll, drückten auf die Stimmung. Auch eine Herkunfts-Option beim Kauf 120.000 t-Partie seitens Chinas deuten auf eine Umschichtung der Sojabohnenkäufer nach Südamerika an. Die brasilianische Sojabohnenernte entwickelt sich ausgezeichnet. Die Conab, der Pendant des USDA in Brasilien, hat seine Ernteprognose leicht auf 86,7 Mio. t angehoben. Private Analysten halten sogar eine brasilianische Sojabohnenernte von 85 Mio. t für möglich.
 
Raps: Der Matif-Raps sorgte bereits nach der Eröffnung für kräftige Paukenschläge und schoss bis zu 10 €/t in die Höhe. Bei Börsenschluss stand immer noch ein Plus von 5 €/t und ein Schlusskurs von knapp 460 €/t für den Februar zu Buche. Parallel dazu gaben die Canola-Notierungen in Winnipeg bis knapp 7 Can-$/t nach. Dies unterstützt Einschätzungen am Rapsmarkt, dass größere Kontraktverschiebungen zwischen Paris und Winnipeg stattgefunden haben. Parallel dazu haben sich aber schon am Vortag die offenen Positionen der Pariser Rapsfutures um 6.600 Kontrakte abgebaut. Dies wiederum könnte eine Bestätigung dafür sein, dass mit der Erholung der Rapspreise verstärkt Prämienkontrakte an der Matif eingepreist wurden.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen haben erstaunlich wenig auf den massiven Bestandsanstieg der Lagerbestände in den USA reagiert. Die Rohölbestände stiegen zwar nur um 1,3 Mio. Barrel an, doch mit dem kräftigen Bestandsaufbau bei Benzin und Destillaten weisen die amerikanischen Energiebehörden einen Zuwachs für die flüssigen Energieträger von 15,5 Mio. Barrel aus. Dies ist der größte wöchentliche Bestandsaufbau seit 1996. Die Rohölkurse gaben jedoch nur minimal nach, da höhere Aktienkurse und anscheinend auch Konjunkturoptimismus die bärische Nachricht überlagerten. (St)
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