Tageskommentar Rohstoffe: Nur Raps und Soja können sich halten


An den Terminmärkten wurde die Aufwärtsbewegung von Konsolidierungen unterbrochen. Die Matif notierte Weizen und Mais schwächer. Auch in Chicago ließen sich die Weizennotierungen nicht halten. Die Ölsaaten bilden eine Ausnahme mit leichten Kursgewinnen für Raps und Sojabohnen. Die Rohölnotierungen zogen erneut an.

Weizen: Die Weizenkurse an der Matif unterbrachen nach einem Minus von rund 4 €/t ihre Aufwärtsbewegung. Der Januartermin gab technisch bedingt mehr als 6 €/t nach.
Auch in Chicago notierte der Weizen etwas schwächer. In den USA hat sich der Zustand der Winterweizenbestände verbessert. In Kansas, dem wichtigste Anbaugebiet für den Hard-Red-Winterweizen wurden die Feldbestände zu 53 Prozent mit gut bis sehr gut bonitiert.

Mais: Die Maisfutures in Chicago konnten sich nur knapp halten, der Frontmonat schloss mit einer Nullnummer. Die Futures gelten als überkauft und bei etwas größerer Verkaufsbereitschaft der US-Farmer färbten die schwächeren Kassapreise auf die Börse ab. Der Kontraktbestand beim Chicagoer Mais hat sich in den ersten beiden Handelstagen im neuen Jahr mit einem Zuwachs der offenen Positionen von 31.000 Kontrakten signifikant vergrößert.
Die Unsicherheit über die argentinische Maisernte bleibt ein bullischer Faktor. Nach sehr pessimistischen Schätzungen könnte das trockene Wetter in Argentinien zu Ertragsausfällen von 5 bis 7 Mio. t führen, falls es nicht bald regnet.
An der Matif musste Mais bei Kursverlusten von bis zu 4,75 €/t seine Vortagsgewinne wieder weitgehend abgeben. Für den Januar ist heute der letzte Handelstag in Paris.

Sojakomplex:
Der Sojakomplex legte nach den strammen Kursgewinnen der Vortage eine Atempause ein. Zwischenzeitlich lagen die Notierungen sogar im Minus, doch bei Börsenschluss stand noch ein grünes Vorzeichen vor den Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen. In Argentinien könnte es nach den Wettervorhersagen in der kommenden Woche etwas Regen geben. Die Auswirkungen der Trockenheit in Argentinien werden zurzeit noch sehr unterschiedlich bewertet. Private Analysten haben ihre Ertragserwartungen für die argentinische Sojabohnenernte 3 Mio. t unten korrigiert. Noch pessimistischere Schätzungen halten ähnlich wie beim Mais Ertragsdepressionen von 5 und 7 Mio. t für möglich. Einig ist man sich darüber, dass die Situation in Argentinien zurzeit bei weitem noch nicht so dramatisch ist, wie 2008/09 ist. Damals war ein Drittel der argentinischen Sojafläche von der Trockenheit betroffen.

Raps: Trotz kleinerer Schwankungen hielten die Rapsnotierungen an Matif den Kurs nach oben bei. Der Februar notierte ein Plus von gut 2 €/t und stieg auf 451 €/t. Das Handelsvolumen war erneut sehr lebhaft, die offenen Positionen haben sich zur Wochenmitte um rund 5.000 Kontrakte erhöht.
In Winnipeg blieb die Stimmung für Canola-Raps dagegen gedämpft. Mit Ausnahme des Frontmonats notierten die Termine etwas schwächer.

Rohöl: Nach schwachem Start und Gewinnmitnahmen drehten die Rohölnotierungen ins Plus. Die WTI-Kurse stiegen wieder auf den höchsten Stand seit Mai 2010 an. Brent Crude-Öl legte über 1,50 US-$/Barrel zu. Die unsichere Lage an der Straße von Hormus musste für neuerliche Risikoprämien herhalten. Der Iran hat im Dezember 3,8 Mio. t Barrel Rohöl pro Tag gefördert und ist in der OPEC der zweitgrößte Ölprozent nach Saudi-Arabien. (St)
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