Tageskommentar Rohstoffe: Nur Ölsaaten halten grünen Vorzeichen

Die Rohstoffmärkte standen bei einem festen US-Dollarkurs und gedrückten Aktienmärkten unter einem breit basierten Schwächeeinfluss. Weizen und Mais schlossen hüben wie drüben mit negativem Vorzeichen. Lediglich Sojabohnen, Sojaschrot und teilweise auch Raps konnten sich von dem roten Umfeld abheben. Auch Rohöl korrigierte nach unten.
                                 
Weizen: Ein fester Dollarkurs und ein gedrücktes externes Umfeld drückte die Chicagoer Weizenfutures 5 US-$/t. Fundamental gab es allerdings nichts Neues. In Paris eröffnete die Weizenkurse schwach und schlossen mit Kursverlusten von bis zu 2,25 €/t für den Mai auch schwach. Der Frontmonat März gab sogar 3,75 nach.
 
Das australische Getreideamt Abares hat die Prognose für die australischen Weizenexporte um 1,2 Mio. t auf 21,2 Mio. t nach unten korrigiert. Mehr ist aus logistischen Gründen nicht drin, die australischen Verladehäfen sind bis an‘s Limit ausgelastet. Trotz der Korrektur bleiben die Exporte auf dem höchsten Stand aller Zeiten. Die kommende Getreideernte in Australien könnte nach Einschätzung des Getreideamtes 13 Prozent kleiner als im Vorjahr ausfallen.
Am Schwarzen Meer deuten sich ebenfalls kleinere Weizenernten an. Die Ukraine wird deutlich weniger Weizen ernten und für Kasachstan gehen die Schätzungen von einer Weizenernte von 16 Mio. t aus. Dies wären 31 Prozent weniger als im Vorjahr.
 
Mais: Auch bei Mais schlug sich das schwache externe Umfeld in rückläufigen Chicagoer Notierungen nach. Der Druck ging von der neuen Ernte aus, da der Maisanbau in den USA im Frühjahr kräftig ausgedehnt wird.  
Der Matif gab es bei für Mais bei schwachen Weizenkursen nicht zu holen und der Juni notierte 1,75 €/t niedriger Vortag.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bildete erneut eine Ausnahme unter den Commodities. Zwischenzeitlich standen die Sojanotierungen zwar unter Druck, doch bei Börsenschluss blieb es mit Kursgewinnen von knapp 4 US-$/t wieder beim gewohnten Bild. Die Initiative ging diesmal allerdings vom Sojaschrot aus, denn die Kurse zogen mit einem Plus von mehr als 8 US-$/t kräftig an. In Verbindung mit dem festeren US-Dollarkurs verteuert sich Sojaschrot an europäischen Märkten. Bei Sojaöl setzte sich die schwächere Tendenz der Vortage fort.
Das Hamburger Analystenhaus Oilworld rechnet für Brasilien nur mit einer Sojabohnenernte von 68 Mio. t und liegt damit in Linie anderer privater Schätzungen.
 
Raps: Die Rapskurse an Matif zeigten zeitweise tiefrote Tendenzen und fielen bis zu 5 €/t ins Minus. Mit festeren Sojabohnenkursen konnten sie sich zumindest für den Mai in neutrales Terrain retten. Die übrigen Termine notierten geringfügig schwächer. Die schwachen Rapsölpreise und gedrückte Margen der Ölmühlen begrenzen die Preisfantasien nach oben.
In Winnipeg waren die Vorzeichen für Canola-Raps auf allen Terminen grün und sie setzten gemeinsam mit dem Sojakomplex farbliche Akzente in dem roten Umfeld.  
 
Rohöl: Ohne neue Negativmeldungen aus dem Iran scheint sich der Auftrieb der Rohölpreise abzuschwächen. Die Kurse gaben am Vortag bis zu 2 US-$/Barrel nach. Vor allem die Bereitschaft der EU, den Dialog mit dem Iran über das Atomprogramm und die Embargomaßnahmen wieder aufzunehmen, sollen die Kurse belastet haben. Aber auch die erhebliche Unsicherheit über die weitere Entwicklung Griechenlands und schwache Konjunkturdaten aus Euroraum drückten auf die Notierungen. Nach einem Bericht der Commerzbank hat der Irak inzwischen seine Ölproduktion auf 3 Mio. Barrel/Tag und auf den höchsten Stand seit 30 Jahren ausgeweitet. Damit sei er in der Lage, einen Teil der iranischen Lieferungen an China und Indien ausgleichen. (St)
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