Tageskommentar Rohstoffe: Positionierung vor USDA-Report gibt Chicagoer Notierungen wieder Aufwind


Vor dem morgigen USDA-Report sorgten Positionsbereinigungen an der Chicagoer Börse für steigende Kurse. Sowohl der Sojakomplex als auch Mais und Weizen legten zu - der Sojakomplex nach den kräftigen Verlusten der Vortage sogar etwas deutlicher. An der Matif verbuchten Weizen, Mais und Raps leichte Kursgewinne. Rohöl notierte nur unwesentlich verändert.  
 
Weizen: Die Entscheidung Russlands, erst einmal keine Export-Restriktionen für Getreide einzuleiten, hat die Börsen wenig beeindruckt. Russland hält sich nämlich eine Hintertür für alle Fälle auf. Die Chicagoer Weizennotierungen drehten allerdings nach schwachem Start in den grünen Bereich und notierten mit höheren Maiskursen etwas fester. Auch an der Matif war die Stimmung etwas freundlicher und die Weizenkurse schlossen gut behauptet.

In Nordfrankreich sind erste Qualitätsprobleme bei der Weizenernte bestätigt worden. Guten Erträgen stehen niedrige Hektolitergewichte, sinkende Fallzahlen und erste Probleme mit Fusarien gegenüber.
Nach einer Reuters-Umfrage erwarten Analysten für Russland, die Ukraine und Kasachstan eine Weizenernte von rund 70 Mio. t. Dies wäre ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von etwa 30 Prozent
Australien leidet im Südwesten unter ungewöhnlich trockenen Bedingungen. In Argentinien haben sich die Aussichten für die Weizenernte nach ergiebigen Regenfällen verbessert.
 
Mais: Die Maisnotierungen Chicago Börse Ende drehten nach Positionsbereinigungen vor dem USDA-Report ins Plus. Auch lebhaftere Nachfrage der Kassamärkte sollen sich positiv auf die Notierungen ausgewirkt haben. Aus dem Mississippidelta wird von niedrigen Maiserträgen auf den frühen Standorten berichtet. Man geht davon aus, dass das USDA morgen die US-Maisernte kräftig nach unten korrigieren wird.
Auf die kommende kleinere Maisernte und fallenden Bestände hat die Nachfrage noch nicht reagiert. Die Nachfrage nach Mais gilt als sehr unelastisch und erst bei noch höheren Maispreisen rechnen Analysten mit einem deutlicheren Verbrauchsrückgang. An der Matif notierte Mais gut behauptet.
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot zeigten nach den kräftigen Vortagsverlusten wieder stabilere Tendenzen. Die Kurse zogen an, für Sojaschrot sogar mehr als 10 US-$/t. Bei der Wetterlage gibt es nichts neues. In einigen Teilen des mittleren Westens gibt es etwas Regen, im Süden des Maisgürtels soll es allerdings sehr heiß werden. Auch bei Sojabohnen gehen die Analysten von einer reduzierten Ertrags- und Ernteschätzung im morgigen USDA-Report aus.
 
Raps: Nach schwächerem Start drehten die Rapsnotierungen an der Matif mit freundlicheren Vorgaben von Sojakomplex ins Plus. Die Kursgewinne blieben allerdings überschaubar.
Die Erträge bei der deutschen Rapsernte fallen besser als erwartet aus. Der Handel hält inzwischen eine Rapsernte von 5 Mio. t für sehr wahrscheinlich.
Auch in Winnipeg fielen die Notizgewinne für Canola-Raps nur sehr moderat aus.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen legten eine Atempause ein. WTI-Rohöl schloss mit einem leichten Notizverlust, Brent Crude legte geringfügig zu. Die Brent-Notierung profitieren von einem sinkenden Angebot an Nordsee-Öl. Laut Agenturberichten soll sich das Angebot im September um 7 Prozent reduzieren. Ursache sind Wartungsarbeiten in den Ölfeldern der Nordsee.
Die rückläufigen US-Rohölbestände brachten den WTI-Notierungen keine neuen Impulse. Die US-Energiebehörde geht für das laufende und das kommende Jahr von leichten Verbrauchsteigerungen bei Rohöl aus. (St) 
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