Tageskommentar Rohstoffe: Positionierung vor der neuen Schätzung gesucht

Während in Chicago alle Agrarfutures über Nacht und mit Beginn der Sitzung fest gestimmt waren, mussten sie im Laufe des Tages ihre Gewinne wieder abgeben. Bessere Wetteraussichten und schwache externe Märkte übten Einfluss aus. Eine ähnliche Tendenz war auch in Paris zu beobachten. Weizen schloss uneinheitlich mit geringen Veränderungen, Mais hatte leicht positive Schlusskurse, Raps allerdings sogar eine deutlich festere Tendenz. Rohöl musste seine anfänglichen Gewinne wieder abgeben und baute seine Verluste noch aus.

Weizen: Eine späte Schwäche im Mais und eine Abwärtsbewegung in den US Aktienmärkten drückten den Weizen in Chicago. Frühe Gewinne musste er zum Ende der Sitzung wieder abgeben um nahezu unverändert zum Freitag zu schließen. Ein fester Dollar und Schwäche auch bei den anderen Commodities ließen die externen Märkte ebenfalls schwächer tendieren. Verkaufen hieß die Devise. Die bereits im Vorfeld des heute erscheinenden Reports des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums geringer geschätzten US- wie Weltbestände und eine kleinere erwartete Winterweizenproduktion in den USA unterstützten den Markt zu Beginn der Sitzung noch. In Paris schloss der Weizen uneinheitlich aber ebenfalls mit nur geringen Abweichungen. Nachdem er zunächst fester gestartet war, gab er im Laufe des Tages wieder nach.

Mais: Während der Juli in Chicago unverändert schloss, war der Dezembermais das Resultat von deutlichen Verkäufen. Der Juli hatte über Nacht und zu Beginn der Sitzung festere Kurse gezeigt. Die externen Märkte übten dann aber Druck auf die Preise aus. Der Dezember bekam Druck aufgrund besserer Wetteraussichten für die Anbaugebiete. In Zentral- und Süd-Illinois hatte es mehr geregnet, als zunächst erwartet worden war. Die Suche nach einer Position vor dem heutigen Bericht des Landwirtschaftsministeriums hielt den Markt in Bewegung. In Paris schloss der Mais geringfügig fester über alle Termine. Auch hier lagen die Kurse zunächst noch höher, möglicherweise angelehnt an die Aktienmärkte, gaben dann aber wieder nach.

Sojakomplex: Die Juli- Sojabohne konnte sich den schwächeren Tendenzen nicht entziehen, nachdem sie zunächst auf den höchsten Stand seit Mitte Mai gestiegen war. Über Nacht tendierten auch hier zunächst die Kurse fester. Letztendlich haben aber alle Termine nachgegeben. Bessere Wetteraussichten und schwache externe Einflüsse setzten den Markt im Laufe des Tages unter Druck. Um zwei bis drei Prozent weniger als bisher wird die Ernte mit gut bis sehr gut eingeschätzt.

Raps: Raps in Paris konnte mit dem zunächst noch festeren Rohöl wieder zulegen. Bis zu 3,50 €/t lagen die Kurse höher als am Freitag. Canola in Winnipeg schloss mit Verlusten.

Rohöl: Rohöl konnte seine Gewinne gestern nicht lange halten. Die angekündigte Hilfe für Spanien half nur vorübergehend als Zugmittel. Die Preise drehten wieder ins Minus und weiteten ihre Verluste heute Morgen sogar noch aus. (dg)
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