Tageskommentar Rohstoffe: Positionsbereinigungen drücken auf die Börsenkurse


Die Terminmärkte standen zu einem großen Teil unter den Vorzeichen des morgigen USDA-Reports und von Risikoaversionen. Positionsbereinigungen drückten die Sojanotierungen und die Maiskurse in Chicago in den roten Bereich. Die  Chicagoer Weizenkurse konnten die Vorzeichen noch auf ‚grün‘ drehen. An der Matif blieb es bei Weizen bei einem leichten Minus. Die Rapsnotierungen lösten sich buchstäblich im letzten Moment von ihrer Tagesschwäche und beendeten die Sitzung noch im Plus. Rohöl zog leicht an.
 
Weizen: Nach einer schwachen Sitzung bekam der Matifweizen vor Börsenschluss noch etwas Unterstützung aus Übersee. Festere Chicagoer Notierungen ließen die Verluste an der Matif auf Minimalwerte schmelzen. In Chicago legten die Weizenfutures von Börsenschluss eine kleine Rally hin schlossen nach schwachem Sitzungsverlauf noch im Plus. Möglicherweise kamen Glattstellungen ins Spiel, denn der äußere Rahmen war eher bärisch gefärbt. Die Analysten davon aus, dass die US-Endbestände in der neuen USDA-Schätzung um 2 Prozent angehoben werden können. Die Exporthoffnungen für den US-Weizen haben sich zudem noch nicht erfüllt und in den trockeneren Plains verheißen die Wetterkarten leichte Regenfälle.
 
Mais: Beim US-Mais blieb es zum vierten Mal hintereinander bei einem Minus. Die Kursverluste halten sich zwar in überschaubarem Rahmen, doch die Tendenz war vor den neuen USDA- Zahlen gedrückt. Man geht davon aus, dass die US-Maisbestände aufgrund von rückläufigen Exporten und einem niedrigeren Ethanol-Verbrauch leicht nach oben korrigiert werden. Die renommierten Analysten von Lanworth erwarten mit der nächsten US-Ernte eine deutliche Entspannung der Maisbilanz. Aufgrund einer größeren US-Aussaatfläche rechnen sie unter normalen Wetterbedingungen mit einer Rekordernte. Für Argentinien hat Lanworth seine Ernteprognose gegenüber der Vorwoche um 500.000 t auf 25,1 Mio. t gesenkt.
An der Matif hält der Druck auf die Maisfutures an und die Kurse gaben bis zu 3 €/t nach.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnen standen im Zeichen von Positionsbereinigungen vor dem morgigen Report. Die Kurse fielen nach Gewinnmitnahmen teilweise recht deutlich ins Minus, konnten die Verluste aber noch einigermaßen begrenzen. Sojaschrot notierte nur geringfügig schwächer. Durchwachsene Wettermeldungen für Argentinien lassen unterschiedliche Interpretationen der südamerikanischen Sojabohnenernten zu. Lanworth bewegt sich mit seiner neuen Schätzung der argentinischen Sojabohnenernte von 51,6 Mio. t an der unteren Bandbreite der Prognosen. Nach den Wettermodellen bleibe es bei extremen Bedingungen in Südost-Paraguay, Südbrasilien und die Argentinien, werden die Analysten zitiert. Der Markt geht für die morgige Schätzung von einer leichten Reduzierung der argentinischen Sojabohnenernte und einer kleinen Aufwärtskorrektur für die Bohnenernte in Brasilien aus.
 
Raps: Auch wenn sich der Matif-Raps im Sitzungsverlauf fast ausschließlich im roten Bereich bewegte und phasenweise bis knapp 4 €/t ins Minus rutschte, deuten sich etwas stabilere Tendenzen an. Zum Börsenschluss gab es sogar eine überraschende Kehrtwende und der Mai und August drehten sich noch in den grünen Bereich. Die Sojabohne steckt aber weiter den Rahmen ab. An den physischen Märkten lässt sich Raps nur zu reduzierten Prämien auf die Matif platzieren. Im Westen war das Geschäft ruhig, in Ost- und Mitteldeutschland waren die Handelsumsätze dagegen stetig.  
Die schwachen Bohnen drückten auch auf die Canolakurse in Winnipeg. Lediglich der Fronttermin konnte sich behaupten.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zeigten wenig Bewegung. WTI notierte unverändert. Die gestiegenen wöchentlichen US-Rohölbestände interessierten die Anleger kaum. Brent Crude-Öl legte leicht zu. Neue Sanktionen der USA gegen den Iran regten die Preisphantasie etwas an. (St)
 
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