Tageskommentar Rohstoffe: Raps-Rallye verschärft das Tempo


Erneut liefen die Rapskurse in Paris und in Winnipeg den übrigen Agrarfutures den Rang ab. Mit kräftigen Kursgewinnen hat die Rapsrallye an Fahrt gewonnen. Auch der Sojakomplex notierte schon beinahe erwartungsgemäß fester. Die Weizenkurse an der Matif geraten zunehmend unter den Einfluss eines europäischen Wettermarktes und legten ebenfalls zu. Auch in Chicago schlossen die Weizenkurse mit grünen Vorzeichen. Eine Ausnahme in dem festen Umfeld bildete lediglich der Mais, der in Chicago schwächer notierte. Die Rohölnotierungen zogen etwas an und halten sich bei allen Schwankungen auf hohem Niveau.
 
Weizen: Die Befürchtungen über ein zu trockenes Frühjahr in Westeuropa nehmen zu. Die Weizennotierungen am Matif reagierten mit Kursgewinnen von bis 4,25 €/t für die neue Ernte. Auch die alte Ernte notierte fester. In nur drei Tagen haben die Weizenkurse 8,50 €/t zugelegt. Nach Wettermodellen lassen sich in Westeuropa höhere Durchschnittstemperaturen bis in den Juni hinein erwarten. In Südspanien sollen die Weizenernten bereits irreversibel geschädigt sein. Dort wird Weizen überwiegend als Hartweizen angebaut.
 
In Chicago waren die festeren Einflüsse aus Europa spürbar und die Weizenkurse zogen auch mit mithilfe eines schwächeren US-Dollarkurs und Shortabdeckungen an. Die netto Short-Positionen der spekulativen Anleger haben sich in der Vorwoche etwas abgebaut. Analysten erwarten für die USA eine Ausdehnung der Sommerweizenfläche von 1 Mio. acres. Fraglich bleibt, wo der Flächenzuwachs herkommen soll, denn auch die Mais- und Sojabohnenflächen sollen kräftig ausgedehnt werden. Die USDA-Flächenschätzungen am Freitag dürfte zumindest ein Teil der Spekulationen beseitigen.
 
Mais: Mais musste seine Tagesgewinne trotz eines schwächeren US-Dollarkurses wieder abgeben. Die Fonds verkauften Mais und erhöhten im Gegenzug ihr Engagement bei Sojabohnen. Die sehr guten Wetteraussichten für die US-Maisaussaat und schwache US-Exportverladungen für Mais drückten ebenfalls etwas auf die Kurse. Die Fonds haben Chicagoer Börse in der Vorwoche ihre netto Long-Positionen ausgebaut.
Die Maiskurse an der Matif bewegen sich in kleinen Schritten nach oben.
 
Sojakomplex: Mit Kursgewinnen von um die 5 US-$/t für Bohnen und Schrot setzte der Sojakomplex seinem Weg nach oben fort. Die kleinere südamerikanische Bohnenernte und großes Kaufinteresse der Fonds bildeten den Rahmen. Private Schätzungen gehen für Brasilien nur noch von einer Sojabohnenernte von 66,7 Mio. t aus. Das USDA hatte die dortige Ernte zuletzt auf 68,5 Mio. t geschätzt. Die umfangreichen Käufe der Fonds bei Sojabohnen-Futures halten weiter an. Nachdem CoT-Report haben die spekulativen Fonds in der Vorwoche ihre netto Long-Positionen auf ein Rekordniveau von 201.000 Kontrakte ausgebaut. Sie halten damit rund 30 Prozent der gesamten offenen Chicagoer Sojabohnenkontrakte. Am Wochenanfang kam es zu einem weiteren signifikanten Anstieg der offenen Positionen. Nach Ansicht von Analysten baut sich langsam ein Szenario auf, das sehr anfällig für Korrekturen werden könnte.
 
Raps: Die Rapskurse Matif ziehen auf und davon. Mit Kursgewinnen von über 9 €/t für August legte die neue Ernte diesmal stärker zu als die alterntige Rapssaat. Die Notierungen auf allen Termin markierten neue Kontrakthochs. Der neuerliche Kurssprung kam bei einem sehr regen Handelsvolumen von knapp 16.000 Kontrakten zustande. Die offenen Positionen haben sich mit der Rallye etwas erhöht.
Auch in Winnipeg sprangen die Canola-Notierungen weiter oben. Nach Kursgewinnen von mehr als 9 Can-$/t stiegen die Kurse auf den Höchststand seit 13 Monaten. Gute Nachfrage der Verarbeiter und für den Export sowie der feste Sojakomplex setzten den Rahmen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen notierten etwas fester. Sie halten sich trotz Schwankungen seitwärts auf einem hohen Niveau. Die Einflüsse aus einem schwächeren US-Dollarkurses und festeren Aktienmärkte hielten sich diesmal in Grenzen. Preisanregungen kamen von dem Statement des US-Notenbankchefs Bernanke, der weiter an der lockeren Geldpolitik mit nahezu Null-Zinsen festhalten will, um die Arbeitslosigkeit in den USA zu senken. (St)
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