Tageskommentar Rohstoffe: Raps gibt größere Gewinne wieder ab

Die Weizennotierungen schlossen in Chicago und in Paris bei kleinen Kursgewinnen gut behauptet. Mais konnte sich in Chicago nur knapp halten. Der Sojakomplex gab etwas deutlicher nach. Obwohl Raps einen großen Teil der Tagesgewinne wieder abgeben musste, blieb bei Börsenschluss noch ein Plus übrig. Rohöl beendete den strammen Kursanstieg der Vortage und schloss schwächer.
 
Weizen: Ohne größere Ausschläge beendeten die Weizenfutures hüben wie drüben die Sitzung. An der Matif notierte der November zwar nur knapp behauptet, doch die übrigen Termine verbuchten leichte Notizgewinne. Die EU-Kommission schätzt die europäische Weizenernte auf 127,4 Mio. t ein und erwartet Endbestände von rund 10 Mio. t. Danach wären die Rahmendaten unverändert wie in der vorangegangenen Kampagne.  
An der Chicagoer Börse belastete ein festerer US-Dollarkurs die Weizennotierungen. Sie konnten aber gut behauptet schließen. Unterstützung gab es durch die zu trockenen Witterungsbedingungen im südlichen US-Weizengürtel. Auch in der Ukraine soll Trockenheit die Weizenaussaat erheblich behindern und man rechnet mit einer rückläufige Aussaatfläche für Winterweizen.
Der Iran hat sich mit 350.000 t Weizen am Weltmarkt eingedeckt. Davon kommen jeweils 150.000 t aus Russland und Kanada, 50.000 t steuert Australien zu dem Tender bei.
 
Mais: Bei Mais hielten sich die Kursbewegungen ebenfalls in Grenzen. Die Chicagoer Kurse gaben unwesentlich nach. Schwächere Aktienmärkte und ein festerer US-Dollar brachten etwas Druck. Die US-Maisernte ist zu 47 Prozent abgeschlossen und weiter fortgeschritten als in den Vorjahren.
In Paris hielt sich Mais mit leichten Kursgewinnen im grünen Bereich. Die EU-Kommission geht von einer europäischen Maisernte von 61,1 Mio. t aus. Die Schätzung deckt sich mit der USDA-Zahl. Die Maisimporte in die EU werden sich nach der Prognose der Kommission auf 5 Mio. t nach 7,5 Mio. t im Vorjahr reduzieren.
 
Sojakomplex: Nach fünf Tagen mit teils deutlichen Kursgewinnen zeigte der Sojakomplex Zeichen einer Konsolidierung. Die Sojabohnen gaben über 6 US-$/t und Sojaschrot fünf US-$/t nach. Neben dem festeren US-Dollar drückten Verkäufe der Fondsgesellschaften auf die Notierungen. US-Sojabohnenernte kommt zügig voran und ist fast zu 70 Prozent abgeschlossen. In Südamerika haben sich die Aussaatbedingungen für Sojabohnen verbessert. China will in diesem Jahr seine Sojabohnenimporte um 7 Prozent auf 56 Mio. t steigern. Die Zahlen decken sich mit den Prognosen des USDA.
 
Raps: An der Matif startete Raps eine regelrechte Rallye und die Kurse schossen im Tagesverlauf zeitweise bis zu 10 €/t nach oben. Vor allem die festeren Rohölmärkte und auch technische Bereinigungen dürften die starken Notizgewinne ausgelöst haben. Mit dem schwächeren Sojakomplex gab Raps die Spitzengewinne wieder ab, schloss aber immer noch 3,50 €/t im grünen Bereich. Der August 2012 hat sich wieder auf 400 €/t hochgearbeitet.
In Winnipeg dominierte der Sojakomplex den Canola-Raps. Die Schlussnotierung lagen über 4 Can-$/t unter dem Vortag.
 
Rohöl: Nach den strammen Gewinnen der Vortage schlossen die Rohölnotierungen schwächer. Brent Crude gab rund 2 US $/Barrel nach, für WTI fiel die Kursverluste etwas kleiner aus. Die Stimmung der Anleger wurden von Aussagen der deutschen Bundesregierung gedämpft, nach denen noch kein schnelles Ende der europäischen Schuldenkrise in Sicht ist. Zuvor sollen Optimismus über eine bevorstehende Lösung der Europäischen Finanzkrise für den Kursanstieg verantwortlich gewesen sein. Fundamentale Gründe für den jüngsten Anstieg fehlen. Die Rohölnachfrage Chinas ist auch im dritten Quartal dieses Jahres rückläufig. (St)
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