Tageskommentar Rohstoffe: Raps knackt die 500-Euro-Marke

Bei fehlenden Vorgaben der feiertagsbedingt geschlossenen Chicagoer Börse waren die europäischen Märkte auf sich gestellt. Die Weizenkurse an der Matif hielten ihre Richtung nach oben mit kleineren Notizgewinnen bei. Auch Mais schloss fester. Die Rapsfutures setzen an der  Matif einen neuen Benchmark. Der August-Termin schloss erstmals über 500 €/t. Rohöl gab nach Gewinnmitnahmen etwas nach.
 
Weizen: Die Weizenkurse bewegten sich weiter nach oben, die Kursgewinne von 1,50 €/t fielen jedoch überschaubar aus. Mit einem Schlusskurs von 237,50 €/t markierte der Novemberweizen immerhin ein neues Kontrakthoch für diesen Termin. Bei fehlenden Anregungen aus Chicago war das Handelsvolumen in Paris erheblich kleiner als in den vorangegangenen Tagen. Europäische Getreidehändler gehen davon aus, dass sich in der ersten Hälfte des neuen Wirtschaftsjahres bessere Exportchancen für den französischen Weizen bieten. Der europäische Weizen könnte von den kleineren Ernten am Schwarzen Meer und den festen US-Weizenpreisen profitieren. In den USA zurzeit liegen die Börsennotierungen für den Hard-Red-Winterweizen auf ähnlichem wie der Matifweizen.  Auch am Schwarzen Meer haben sich die Weizenpreise in den vergangenen Tagen weiter befestigt. Jordanien hat aufgrund der gestiegenen Preise für russischen Weizen seinen Tender über 100.000 t Weizen zurückgezogen.
 
Mais: An der Matif profitierte Mais von dem festen Umfeld und Nachwirkungen der jüngsten Kurssteigerungen in Chicago. Die Maisnotierungen in Paris zogen für den Frontmonat August 2 €/t an.
In den USA ist noch kein Ende von ‚hot and dry‘ in Sicht. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Ertragsschätzung für die US-Maisernte nach unten korrigiert. Sie erwartet zurzeit nur noch 153,5 Bushel/acre. Dies würde einem Durchschnittsertrag von 9,64 t/ha entsprechen und wäre alles andere als eine miserable Maisernte. Die Bank erwartet bei anhaltender Trockenheit allerdings weitere Abwärtskorrekturen.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif zogen bis zu 3 €/t an und setzen einen neuen Benchmark. Mit einem Schlusskurs von 500,50 €/t für August übersprang die neue Ernte erstmals über die psychologische Schwelle von 500 €/t. Die feste Stimmung ließ sich auch nicht von den etwas schwächeren Rohölnotierungen drücken.
In Winnipeg notierte Canola-Raps ebenfalls einen überschaubaren Kursanstieg. Für den auslaufenden Frontmonat Juli gab es etwas deutlichere Notizgewinne.
  
Rohöl: Die Rohölnotierungen gaben etwas und Brent Crude Öl notierte 0,90 US-$/Barrel schwächer. Gewinnmitnahmen nach dem vorangegangenen kräftigeren Preisanstieg werden als Gründe genannt. Eine der großen französischen Banken hat die Erwartungen an die künftige Rohölnachfrage nach unten korrigiert. Die Eurokrise und die schwächeren Konjunkturdaten aus China würden im dritten Quartal dieses Jahres die Märkte belasten und den Anlegern das Interesse an den Commodities vermiesen, erwartet die Societe General. Zurzeit richtet sich der Fokus aber wieder verstärkt auf den Atomstreit des Westens mit dem Iran. Dies könnte zu neuen geopolitischen Risikoprämien führen. (St)
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